Auf nach Frankreich – Eine Reise mit Schwierigkeiten

Grüner Spargel, Blutorange und Meerrettich - was könnte schöner sein. Welche Schrecken uns in Frankreich noch begegneten, lest ihr hier.

„Ich will ins Disneyland Paris!“ tönt Marvin irgendwann Anfang 2012. „Und Paris selbst habe ich auch noch nicht gesehen!“
„Gut, dann fahren wir eben dieses Jahr nach Frankreich“, entgegne ich – und wir beginnen mit der Planung. Im ersten Überschwang ziehen wir noch Le Mont-Saint-Michel sowie die Bretagne als weitere Etappenziele mit in Betracht, schnell wird jedoch klar, dass die uns zur Verfügung stehenden zwei Wochen Reisezeit nicht ausreichen, um bis zur Atlantikküste vorzudringen. Jedenfalls nicht, wenn man von der Strecke dazwischen auch noch etwas mitbekommen will. Also kürzen wir die Route, weit entferntester Punkt soll nun Paris werden, und im August geht es schließlich los:

Erste Etappe nach Frankreich: Der Schwarzwald

Den ersten Streckenabschnitt bringen wir über die Lindauer Autobahn kurz und schmerzlos hinter uns, lediglich unterbrochen durch eine kurze Rast an einer der Autobahntankstellen. Ab dem Bodensee wird es dann kuschliger. Von Lindau über Friedrichshafen und Überlingen bleiben wir auf der Landstraße nahe des östlichen Ufers und erhaschen sogar von Zeit zu Zeit einen Blick auf den See.

Immer wieder durchqueren wir kleinere Ortschaften, was einen zwar etwas aufhält, aber auch für zusätzliche Abwechslung sorgt. Denn fahrerisch ist die bisherige Strecke sehr anspruchslos – aber wir wollen heute ja auch nur vorankommen, was uns dank dem gleichbleibend guten Wetter auch gelingt. Nachdem wir schließlich das nördliche Ende des Bodensees passiert haben, geht es noch einmal auf ein schnelles Autobahnstück, dann erreichen wir auch schon den südlichen Schwarzwald.

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Der erste Tag

Der erste Motorradtag ist für mich immer der anstrengenste. Meist kommt man nicht so früh los, wie man gerne möchte, das Motorrad sitzt noch nicht so gut und zwickt hie und da, der Nacken muss sich erst wieder an das Gewicht des Helms gewöhnen und man braucht noch ein bisschen, um sich innerlich vom Alltag zu lösen und auf das bevorstehende Abenteuer einzulassen.

Daher habe ich es sehr gern, wenn zumindest die Frage der Unterkunft für diesen Tag schon geklärt ist und man sicher sein kann, dass man am Abend gut versorgt ist. Damit man am Zielort auch als Motorradfahrer willkommen ist, suche ich meist explizit nach Motorradhotels, eine gute Seite hierfür ist zum Beispiel tourenfahrer-hotels.de.

Schmale, kurvige Straßen, die sich mal nach oben auf dicht bewaldete Bergkuppen, mal nach unten in idyllische kleine und ebenso dicht bewaldete Täler schrauben, und das bei vergleichsweise wenig Verkehr – ein Traum! Leider nur ein kurzer, denn viel zu schnell erreichen wir unser vorab gebuchtes Hotel, den Schwarzwaldhof Nicklas – und sind angenehm überrascht. Das Haus liegt sehr idyllisch, Wirt und Wirtin – beide selbst Motorradfahrer – empfangen uns äußerst freundlich, für unsere Bikes gibt es einen extra Stellplatz, Visier- und Motorradputzzeug, alles wird uns angeboten. Unbedingt empfehlenswert!

Auch das Essen ist super! Zu angemessenen Preisen serviert man uns vom Wirt selbst mit viel Liebe gekochte heimische Kost, aus frischen Zutaten und hervorragend im Geschmack. Was will man mehr :-). Für diesen Urlaub pausiere ich mein Kalorienzählen und falle schließlich müde und vollgestopft in das gemütliche Bett, voller Vorfreude auf den nächsten Tag, denn da geht’s über den Rhein in die Vogesen und somit nach Frankreich – motorradtechnisch ein Neuland für Marvin und mich.

Routenüberblick

Datum: 20. August 2012
Schwierigkeitsgrad: einfach bis mittelschwer (nur das kurze Stück im Schwarzwald zum Schluss ist ein wenig fordernd)
Länge: 320 km, ca. 4,5 h
Eindrücke: mäßig aufregend, aber ein guter Anfang; der Schwarzwald überzeugt als Motorradgebiet