Marstrand bis Markaryd – Auf zu Smålands Süd-Westen

Auf unserer an Attraktionen so reichen Reise muss es einfach auch einmal einen weniger tollen Streckenabschnitt geben - und den befahren wir heute.

Um es gleich einmal klarzustellen: schuld daran sind die Elche! Und zwar jene, welche sich in der freien Natur bisher nicht haben blicken lassen.

Vor vielen Jahren war ich schon einmal in Skandinavien – und habe damals lediglich ein ausgestopftes Exemplar dieser Gattung im Foyer eines Campingplatzes zu Gesicht bekommen. Und auch dieses Mal verließen die sonst sicherlich sehr geselligen Tierchen den Straßenrand und versteckten sich im Wald, sobald sie uns in der Ferne haben kommen sehen. Da ich mir das aber schon gedacht habe, haben Marvin und ich bereits vor Beginn der Reise beschlossen, in Schweden einen Elchpark zu besuchen. Ausgewählt haben wir den Smålandet-Elchpark in Markaryd – und heute gilt es, von Marstrand aus dorthin zu gelangen.

Zur Auswahl stehen eine Route durchs Landesinnere oder aber die Strecke am Meer entlang. Weil wir für unseren Geschmack bisher etwas zu wenig Meer zu Gesicht bekommen haben, entscheiden wir uns für die Ufer-Route. Und dafür, keine Schnellstraßen oder Autobahnen zu benutzen – womit wir gleich zwei Fehler an einem Tag machen …

Das Lied von Hitze und Langeweile

Damit ist eigentlich schon alles gesagt: Es ist heiß. Und langweilig.

Tatsächlich ist die einzige Abwechslung, die unsere Route zu bieten hat, die unerwartete Überquerung eines Flussarmes via (kostenloser) Fähre bei Kornhall nahe Marstrand. Ein klein wenig Aufregung macht sich noch breit, als wir beim Durchfahren von Göteborg eine falsche Abfahrt erwischen – doch das war es dann auch schon mit interessanten Begebenheiten auf dieser Tagesetappe.

Die übrige Zeit leiden wir sowohl unter der Hitze als auch unter der faden Umgebung. Ich möchte jetzt nicht unfair sein, ist man zum Beispiel mit dem Fahrrad oder als Badegast in der Gegend zu Besuch, so ist es sicherlich sehr schön hier. Aber für Motorradfahrer sind wie mit dem Lineal gezogene Straßen und eine über Stunden hinweg gleichbleibende und eher eintönige Landschaft tatsächlich kein Highlight.

Über die Autobahn hätten wir diese knapp 250 km wohl in der Hälfte der Zeit geschafft, so aber brauchen wir mehr als fünf Stunden dafür, weil die zahlreichen auf der Strecke liegenden Kleinstädte beim Durchfahren viel Zeit kosten. Zwar sind diese durchwegs nett anzusehen, gleichen sich jedoch wie ein Ei dem anderen. Wir empfehlen daher, lieber die schnelle (Autobahn-)Variante zu wählen und ggf. einen kurzen Abstecher z.B. nach Kungsbacka zu machen, um dort einen Mittagssnack zu essen oder sich ein Eis zu gönnen. Und dann wieder zurück auf die Autobahn …

Juchhu, Seen! Und Wälder!

Als wir gegen Nachmittag endlich das Meer verlassen und Richtung Landesinnere abbiegen, zieren nach kurzer Zeit viele kleine Seen und Wälder den Straßenrand und erfrischen das Auge. Das lässt uns vermuten, dass die Inland-Strecke wohl die bessere Alternative gewesen wäre – beschwören können wir das jedoch nicht.

Wir sind jedenfalls froh, diese Etappe endlich hinter uns gebracht zu haben, während wir in den für heute (und morgen) ausgewählten Campingplatz einfahren. Dieser liegt sehr idyllisch an einem kleinen (Bade-)See mitten in Markaryd. Zahlreiche, sehr zutrauliche Enten umschwärmen bald unser Zelt und entlocken uns mehr als nur ein Lächeln, unseren gesamten Keksvorrat werden wir auch los. All das entschädigt uns letztendlich doch noch reichlich für die heute durchgestandene Langeweile.

Routenüberblick

Datum: 5. Juli 2015
Schwierigkeitsgrad: extrem einfach
Dauer: 250 km, ca. 5 h – speziell die vielen kleinen Ortschaften halten auf
Eindrücke: Laaangweilig! Vielleicht hatten wir aber auch nur einen schlechten Tag 😉