Lesergeschichten – Erlebnisse unserer Motorrad-Kolleg(inn)en

Ein ungeordnetes Sammelsurium kurzer Erzählungen aus den Reisen und Erlebnissen anderer Motorradler - teils mündlich überliefert, teils schriftlich zu uns gelangt. Wird laufend erweitert und ist chronisch unvollständig :)

Und noch ein Motorraddiebstahl in Edinburgh!

Am 1. Mai 2017 erreicht uns eine Nachricht von Sascha aus Remscheid: Auch ihm wurde das Motorrad in Schottland gestohlen, und zwar auf genau demselben Campingplatz.

Bei einem Telefonat erzählt er die ganze (traurige) Geschichte, die uns verdammt bekannt vorkommt: Er checkt auf dem Mortonhall Caravan & Campingpark in Edinburgh ein, macht sich fertig für die Nacht, schläft ein – und am nächsten Morgen ist das Motorrad nicht mehr da!

Sascha ist mit den Nerven fix und fertig. Die herbeigerufene Polizei und „unser“ Paul vom Campingplatz sehen sich die Videos des kurz zuvor neu installierten Überwachungssystems an und finden tatsächlich Aufnahmen davon, wie der Täter das Motorrad vom Platz schiebt. Nur nützt das niemandem, denn irgendwelche Hinweise auf die Identität des Diebes sind nicht zu erkennen (trägt dieser doch tatsächlich kein Schild mit seinem Namen um den Hals).

Sascha bricht seine Tour ab und fliegt nachhause, surft im Netz über das Thema, findet unseren Bericht und nimmt Kontakt zu uns auf. Konkret helfen können wir ihm leider nicht. Aber es ist schon ein Trost für ihn als er erfährt, dass mein Motorrad wiedergefunden wurde. Und dass die Polizei uns erklärt hat, die Diebe würden die gestohlenen Motorräder im Normalfall nicht zu Geld machen, sondern nur zum eigenen Vergnügen damit in der Gegend rumfahren und sie wegwerfen, sobald der Tank leer ist. Somit besteht wenigstens eine kleine Chance, dass Saschas Maschine auch wieder auftaucht.

Wir leiden mit ihm mit und drücken fest die Daumen, dass seine BMW wiedergefunden wird und den Weg zurück in die heimische Garage findet!

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Ein Aufruf an die Verantwortlichen des Campingplatzes in Edinburgh:

Liebe Leute, wenn ihr beim Einchecken mitbekommt, dass eure Gäste mit dem Motorrad da sind (und das bekommt ihr mit!), dann weist sie doch bitte explizit darauf hin, dass hier eine hohe Diebstahlsgefahr besteht. Irgendwo im Eck am Tresen der Rezeption abgelegte Din-A-6-Hinweisblätter reichen einfach nicht aus!

Wir wissen ja jetzt – im Nachhinein -, dass ihr auch Sicherungsketten für Motorräder gegen einen Pfand zur Verfügung stellt. Kauft doch bitte ein paar mehr davon und bietet sie beim Einchecken standardmäßig euren Motorradgästen an! Dann würden die Diebe, die euren Campingplatz ja ganz offensichtlich regelmäßig für ihre Touren nutzen, ziemlich schnell merken, dass dieser Selbstbedienungsladen von nun an geschlossen hat!

Update September 2017:

Erneut hat Sascha mit uns Kontakt aufgenommen und uns den Fortgang seiner Motorrad-Diebstahls-Geschichte erzählt:

Da sein Schottland-Urlaub ja nun versaut war, hat er sich nach reiflichem Überlegen ein neues Motorrad gekauft und ist mit dem nach Norwegen gefahren. Mitten in dieser Reise bekommt er einen Anruf aus Schottland: Sein altes Motorrad wurde wiedergefunden! In der Nähe von Glasgow, in üblem Zustand (alle vier Blinker kaputt, Lenkradschloss aufgeknackt, Tankschloss geknackt, diverse andere Schäden, kurzgeschlossen und sogar etwas angekokelt), aber dennoch kein Totalschaden.

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Zornige Tränen

Wenn ich von diesen Schäden höre, werde ich wütend. Das geht weit über „sich mal ein anderes Motorrad ausleihen“ hinaus. Was sind das für Arschlöcher, die aus reiner Zerstörungswut das liebevoll gepflegte Eigentum anderer demolieren? Welche „Entschuldigungen“ haben diese Typen vor sich selbst, wie rechtfertigen sie das? Würde mich echt mal interessieren, Verständnis dafür habe ich nämlich keines.

Mir schnürt es noch immer den Hals zu, wenn ich an den Morgen in Edinburgh zurückdenke, an dem mein Motorrad verschwunden war. Hier geht es nicht „nur“ um Geld, um den finanziellen Schaden. Hier geht es um viel mehr. Auch für das Jahr 2018 planen wir noch keine erneute Reise nach Schottland – das schaffe ich noch nicht, habe noch allzu viel Bauchweh bei dem Gedanken.  Da ist etwas zerstört worden, das keine Werkstatt der Welt mehr richten kann …

Der ADAC transportiert das Motorrad zurück nach Deutschland. Da Sascha jedoch keine Kasko-Versicherung hat, musste er das Bike auf eigene Kosten reparieren – was er auch tut.

Gleichzeitig entschließt er sich dazu, trotzdem sein neues Modell zu behalten, und sucht nach einem Interessenten für die alte BMW. Und siehe da, er findet jemanden, der das gute alte Stück zu schätzen weiß: Ein Sammler aus Portugal (der nächste Weg ;-)) will genau dieses Modell haben und kauft sie. Seit ein paar Tagen kann sie nun ihren wohlverdienten Motorradabend in wunderbar warmer Umgebung verbringen.

Ein kleines Happy End. Immerhin!