Himmel für Autowracks – Der Autofriedhof in Kyrkö Mosse

In der Nähe von Ryd (Schweden) gibt es einen ganz besonderen Ort. Einen Ort, an dem doch tatsächlich alte, vor sich hin rottende Autos von schwedischen Behörden bis 2050 unter Schutz gestellt wurden - und der einen Besuch lohnt!

Ein Motorradfahrer-Kollege – Detlef Detgen aus Karlsruhe, von ihm stammen auch die Fotos auf dieser Seite – hat uns nach unserer Skandinavien-Tour 2015 darauf hingewiesen, dass wir nur knapp an einer besonders ungewöhnlichen Attraktion vorbeigefahren sind: dem Autofriedhof in Kyrkö Mosse.

75 km östlich von Markaryd (wo wir zwei Nächte verbracht und den dortigen Elchpark besucht haben) liegt die Stadt Ryd. Und ca. 2,7 km vor Ryd, Richtung Westen, findet man an der Bundesstraße die Einfahrt zum Bilkyrkogården Kyrkö mosse.

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Warum in aller Welt sollen wir uns Schrottautos ansehen?

… werdet ihr euch fragen. Nun, weil das ganz besondere Schrottautos in einer nicht alltäglichen Umgebung sind. Ich zitiere hier einmal aus dem entsprechenden Wikipedia-Eintrag:

Kyrkö Mosse ist der Name eines Moores nahe der schwedischen Ortschaft Ryd in der Gemeinde Tingsryd. Hier befindet sich ein großer Autofriedhof (schwedisch: Bilkyrkogården på Kyrkö mosse) mitten in einem Wald.

Åke Danielsson (1914–1999), der hier anfänglich nur Torf gewann, widmete sich später der Verwertung von Autos. Die ausgeschlachteten Wracks ließ er im Wald stehen. Er betrieb das Geschäft bis in die späten 1980er Jahre und lebte auch auf seinem Gelände in einem kleinen Haus, bevor er 1992 in ein Altersheim zog.

Im Zuge der sich verschärfenden Umweltgesetzgebung erhielten die nachfolgenden Besitzer des Geländes Aufforderungen der Behörden, die Autos zu räumen und den Boden zu sanieren. Doch es fanden sich auch Fürsprecher. TV und Presse berichteten landesweit, und schließlich beschäftigte der Fall sogar die Regierung. Anders als in ähnlich gelagerten Fällen, wie etwa im schweizerischen Kaufdorf oder im belgischen Châtillon, erkannten die schwedischen Behörden den kulturhistorischen Wert der Altautos an und stellten sie bis 2050 unter Schutz. Bis dahin, so nimmt man an, werden die Autos auf natürlichem Wege zerfallen sein.

Bis diese Autos im wahrsten Sinne des Wortes „vom Erdboden verschluckt“ sein werden, wird es wohl noch einige Jahre dauern. Und so lange ist der Besuch dieses „Himmels für Autowracks“ unbedingt lohnenswert. Alle bisherigen Besucher sprechen von einer ganz besonderen Atmosphäre und Foto-Enthusiasten finden hier massig bizarre Motive.

Das Gelände ist frei zugänglich, es herrscht das Jedermannsrecht – d.h. theoretisch könnte man hier sogar übernachten. Doch es ist Vorsicht geboten, der Boden ist sumpfig und überall finden sich scharfkantige, rostige Teile. Gutes Schuhwerk sollte daher selbstverständlich sein, Kinder wiederum sollten nicht unbeaufsichtigt herumtollen – die Verletzungsgefahr ist einfach zu groß.

Wir haben uns auf alle Fälle fest vorgenommen, diesem seltsam anmutenden Platz unbedingt einen Besuch abzustatten, wenn es uns einmal wieder in diese Gegend verschlägt!