Rezept: Köttbullar – Schwedische Hackbällchen

Schmecken selbstgemacht sehr viel besser als in dem bekannten schwedischen Möbelhaus. Und sind nicht viel Arbeit.

Skandinavien wird keine Schlemmerreise, das war uns von vorneherein klar. Nicht, weil das Essen dort so schlecht ist – sondern weil Restaurantbesuche unsere Reisekasse überstrapaziert hätten. In Schweden war es etwas billiger als in Norwegen, daher sind wir dort auch einige Male essen gewesen, bekamen jedoch irgendwie ausschließlich Frittiertes oder Burger angeboten. Um die schwedischen Küche doch noch von einer anderen Seite kennenzulernen, haben wir uns zuhause daher von einer schwedischen Bekannten das Rezept für Köttbullar geben lassen … und es bereits einige Male nachgekocht, so lecker schmeckt es!

In Schweden spricht man dieses Gericht übrigens „Schöttbüllar“ aus – aber jedes Mal , wenn ich das in Deutschland mache, blicke ich in völlig verständnislose Gesichter ;-).

Hier das Rezept für 2-3 Personen:

Köttbullar

Zutaten:

500 g Rinderhack (oder Elch – in hiesigen Gefilden aber nicht so leicht zu bekommen :-))
1 Ei
1
mittelgroße Zwiebel, fein gehackt
1 in warmem Wasser oder warmer Milch eingeweichte Semmel – wahlweise 2 EL ebenfalls eingeweichte Semmelbrösel
1 TL
Gewürzmischung (siehe unten), ggf. Salz und Pfeffer zum Nachwürzen
1 TL
Sojasauce
Butter, Butterschmalz oder Alba-Öl zum Braten
Für die Sauce:
1
Becher Sahne
120 ml Wasser
etwas
Soßenbinder, hell, Gewürzmischung (siehe unten), ggf. Salz und Pfeffer zum Nachwürzen
  Für die Beilage(n):
800 g
Kartoffeln, mehligkochend
  Butter, Milch, Salz und etwas Muskat für das Kartoffelpüree

Preiselbeeren

Vorab ein paar Worte zu der Gewürzmischung: Im Rezept meiner Bekannten wurde hier Piffi Allkrydda angegeben, eine Gewürzmischung, die man in Schweden wohl gerne verwendet. Leider ist in der Mischung, die ich hätte kaufen können, Geschmacksverstärker enthalten – etwas, was ich nicht so gerne mag. Ich habe daher noch einmal nachgefragt und meine Bekannte sagte mir, man könne auch ganz normales Steak-Grill-Gewürz verwenden. Das habe ich getan – und das Ergebnis war super. Wahlweise kann man aber auch Piment, etwas Muskat, Kardamom, Koriander, Knoblauch und Nelken mischen und kommt so dem Original noch näher.

Zubereitung:

Hackfleisch in eine Schüssel geben, die feingehackte Zwiebel dazu (wenn man möchte, kann man diese vorher in etwas Butter glasig dünsten, muss man aber nicht), Ei, eingeweichte Semmel/Semmelbrösel, Sojasauce und die Gewürze hinzugeben, alles gut vermischen und ein bisschen stehen lassen.

Inzwischen die Kartoffeln schälen, in kleine Stücke schneiden und in einen Topf mit kaltem Salzwasser legen. Dann den Topf mit den Kartoffeln auf den Herd stellen und erhitzen, während man die Hackbällchen formt (ich koche die Kartoffeln für das Püree immer parallel – wem das aber zu hektisch wird, der kann auch zuerst die Hackbällchen zubereiten, diese im Backofen mit etwas Alufolie abgedeckt warmhalten und anschließend das Püree kochen). Je kleiner die Bällchen, umso besser schmecken sie. Ich forme sie immer ungefähr so groß wie Kirschtomaten.

Das Fett zum Braten in einer Pfanne erhitzen und die Hackbällchen von allen Seiten schön gleichmäßig anbraten. Dabei immer wieder wenden.

Jetzt sollten auch die Kartoffeln schön weichgekocht sein. Die Hitze unter den Hackbällchen herunterschalten, damit diese nicht verbrennen, und sich kurz dem Kartoffelpüree zuwenden:

Das Wasser abgießen und direkt in den Topf mit den dampfenden Kartoffeln Butter, Milch, Salz sowie etwas Muskat geben. Mit einem Kartoffelstampfer grob zerstampfen, ggf. noch etwas Milch zugießen, dann wird das Püree geschmeidiger. Deckel drauf und alles in ein Küchentuch wickeln, zum Warmhalten (nicht mehr auf den Herd stellen).

Die fertiggebrutzelten Hackbällchen nun auf einem extra Teller „zwischenparken“ (oder gleich auf den Serviertellern anrichten, je nachdem, wie schnell man ist). Für die Sauce das Wasser in die Pfanne gießen und den Bratenfond vom Boden mit einem Holzlöffel lösen. Die Sahne sowie die Gewürze hinzugeben, zum Kochen bringen, mit Soßenbinder andicken und abschmecken.

Jetzt alles zusammen auf den Tellern anrichten (die Soße wird üblicherweise nicht über die Hackbällchen oder das Püree gegossen – aber das bleibt selbstverständlich jedem selbst überlassen), einen kräftigen Klacks Preiselbeeren dazu – und genießen 🙂