Italien - Motorradtouren - In fremden Gefilden https://www.in-fremden-gefilden.de/category/reisen/italien/ Anja und Marvin brausen durch die Welt Fri, 10 Oct 2025 09:59:03 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.1.10 Algund bei Meran – etwas abseits vom Massentourismus https://www.in-fremden-gefilden.de/reisen/italien/italien-2025/algund-bei-meran-etwas-abseits-vom-massentourismus/ https://www.in-fremden-gefilden.de/reisen/italien/italien-2025/algund-bei-meran-etwas-abseits-vom-massentourismus/#respond Fri, 10 Oct 2025 09:58:59 +0000 https://www.in-fremden-gefilden.de/?p=10501 Für die nächsten sechs Tage liefern die Online-Wetterportale die unterschiedlichsten Vorhersagen. Von „gewittrig-kühl“ bis hin zu „überwiegend sonnig“ ist so ziemlich alles dabei. Nur heute sind sich alle […]

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Für die nächsten sechs Tage liefern die Online-Wetterportale die unterschiedlichsten Vorhersagen. Von „gewittrig-kühl“ bis hin zu „überwiegend sonnig“ ist so ziemlich alles dabei. Nur heute sind sich alle einig: Sonne, den ganzen Tag!

Reschenpass-Premiere

Bereits unser Frühstück können wir bei bestem Wetter genießen. Ich freue mich auf die heutige Strecke. Wir wollen über den Reschenpass bis kurz vor Meran fahren. Einen Teil der Route kennen wir schon, allerdings sind wir bisher immer kurz hinter Pfunds, also noch ein gutes Stück vor der eigentlichen Passhöhe, rechts abgebogen Richtung Engadin. Heute jedoch nehmen wir den linken Abzweig. Der führt uns durch so wohlklingende Orte wie „Nauders“ und „Fuhrmannsloch“ direkt zum Reschensee mit dem berühmten, aus dem Wasser ragenden Kirchturm des versunkenen Dorfes Graun.

Ich bin gespannt! In grauer Vorzeit bin ich mal als Sozia auf dem Rücksitz eines Motorrades über den Pass gefahren, aber das zählt nicht. Eben weil nicht selbst gefahren. Zudem habe ich sowieso keine Erinnerungen mehr daran. Gefühlt ist das also heute meine Premiere, genau wie bei Marvin.

Frustration beim Tanken

Gleich nach dem Aufbruch geht es an die Tankstelle. Aufgeregt wie ich bin, achte ich nicht auf den leicht abschüssigen Boden neben der Zapfsäule und habe für einen kurzen Moment beim Abstellen schon wieder das Gefühl, meine BMW würde mir umkippen. Verdammter Seitenständer! Die kriege ich alleine bestimmt nicht mehr hoch. Und tatsächlich: Ich mühe mich nach dem Tanken zwar ab, muss aber letztendlich doch Marvin um Hilfe bitten.

Er macht dies so unauffällig wie möglich, wofür ich ihm doppelt dankbar bin. Schließlich ist die Tankstelle voll mit anderen Motorradfahrern und als so ziemlich einzige selbstfahrende Frau möchte ich die Klischeevorstellung vom schwachen Weibchen nicht unbedingt noch nähren. Auch wenn es in diesem Moment stimmt.

Die unscheinbare Passhöhe

Der Frust sitzt tief, als wir weiterfahren. Doch die schöne Umgebung sorgt dafür, dass ich mich bald wieder besser fühle. Das Wetter ist so schön wie vorhergesagt, die Straßen trocken, nur leicht kurvig und sehr entspannt zu fahren. Kurz vor Nauders stehen wir wegen einer Baustelle einige Minuten im Stau, ansonsten kommen wir super voran und erreichen Punkt Zwölf die Grenze zu Italien. Zeit für eine kleine Pause bei Cola und geteilter Pizza.

Wir sind der Überzeugung, an der Passhöhe zu sein, erst nachträglich (nämlich jetzt, als ich diesen Text schreibe) merke ich, dass wir uns geirrt haben. Die Passhöhe selbst liegt wohl noch etwas weiter südlich von hier, angeblich unmittelbar vor dem Dorf Reschen (Google-Maps ist hier auch nicht allzu eindeutig). Sie ist jedenfalls als solche nicht zu erkennen und wir passieren sie, ohne es zu merken.

Spektakuläre Ausblicke

Der schönste Teil der Strecke beginnt am See, wo es wieder sanft bergab geht. Da ist zuallererst natürlich der schon erwähnte aus dem Wasser ragende Kirchturm. Wir fahren kurz auf den dahinter befindlichen Parkplatz, doch der ist dermaßen überfüllt, dass sich nicht mal für unsere Motorräder ein Abstellplatz finden lässt. Nun gut, dann gibt es halt keine eigenen Fotos. Diesen Turm kennt vermutlich eh schon jeder. Wobei ich sagen muss, dass er in live doch noch mal surrealer aussieht als auf den Bildern. Wenn ihr also mal in die Gegend kommt, lohnt sich ein kurzer Besuch auf alle Fälle.

Nach dem See beginnen dann die wirklich spektakulären Ausblicke. Nicht nur einmal entfährt uns ein staunendes „Ui, schau mal!“, wenn in der Ferne die riesigen schweizer Bergmassive emporragen, eingerahmt von den etwas sanfteren italienischen Alpen. Schon schön! Sehr sogar.

Camping(platz)glück

Am frühen Nachmittag erreichen wir schließlich Algund, kurz vor Meran. Ich hatte zuerst einen Platz direkt in Meran ausgespäht, aber der hatte nicht besonders gute Bewertungen. Daher haben wir uns für diesen hier entschieden, klein, aber fein. Da es inzwischen schon richtig heiß geworden ist, sind wir recht froh, unsere Motorradjacken ablegen zu können. Der Campingplatz hat noch Mittagspause, die Zeit überbrücken wir bei einer Tiramisu und einem Cafe in einem nahegelegenen Restaurant.

Die Campingplatzangestellte ist total nett und auch hier haben wir Glück: Der Platz ist zwar erneut nahezu vollständig ausgebucht, aber für Zweiräder (motorisiert oder nicht) gibt es einen separaten Sammelbereich „solange der Platz reicht“. Was damit gemeint ist, merken wir, als wir ihn uns ansehen. Es handelt sich um eine Fläche, die nicht mit einem breiteren Fahrzeug erreichbar ist, weil unmittelbar davor zwei normale Stellplätze sind, zwischen denen man sich hindurchschlängeln muss. Es dürfen so viele Fahrrad- bzw. Motorradzeltende darauf übernachten, wie eben Platz finden. Passt kein Zelt mehr hin, ist eben Schluss.

Aus Rücksicht auf noch kommenden Gäste stellen wir unser Zelt daher möglichst weit ins Eck und die Mopeds eng daneben. Im Laufe des Nachmittags kommen tatsächlich noch zwei Zelte mit Radlern hinzu, aber die finden locker Platz.

Der Campingplatz selbst liegt enorm idyllisch. Die Sanitäranlagen sind supermodern, blitzsauber und mit Klopapier ausgestattet. Zudem erhält jeder Übernachtungsgast Freikarten für das nebenan liegende Schwimmbad (die wir allerdings nicht nutzen). Einen Campingladen gibt es nicht, aber Restaurants und eine Bäckerei (sonntags geschlossen) sind in der Nähe und zum Ortskern ist es auch nicht weit. Und als I-Tüpfelchen zahlen wir für die Übernachtung gerade mal 25 Euro. Besser geht es kaum.

Schräglage

Bis das Zelt aufgebaut und wir geduscht sind, ist es schon später Nachmittag. Aber wir hatten für heute eh nicht mehr viel vor, es gibt also keinen Stress. Wir schlendern noch ein wenig durch den kleinen Ort, dann landen wir erneut im Lokal neben dem Campingplatz und essen gemütlich zu Abend.

Zurück am Platz will ich mein Motorrad noch etwas näher zum Zelt schieben (falls weitere Zweirad-Reisende auftauchen) und scheitere beinahe erneut. Lediglich weil meine doch recht schwere Gepäckrolle nicht mehr auf der Sitzbank befestigt ist, klappt es mit Müh und Not. Vor Frustration fange ich fast an zu heulen.

Marvin bemerkt es und testet es selbst. Er gibt zu, dass es deutlich schwieriger ist als bei seiner eigenen, obwohl mein Motorrad kleiner ist. Es liegt eindeutig am Winkel des Seitenständers. Zum Vergleich probiere ich seine 800er aufzustellen und schaffe es ohne Probleme. Das beruhigt mich ein wenig. Liegt es also doch nicht (nur) an meinen schwindenden Kräften.

Lösungen statt schlechter Laune

Für den Rest des Urlaubes muss allerdings eine Lösung her. Marvin schlägt vor, das komplette Zelt auf seiner BMW zu transportieren. Ihm macht das nichts aus und für mich wird das oben befestigte Gepäck dadurch deutlich leichter. Ich kämpfe noch einer Weile mit meinem Stolz, dann stimme ich zu. Das ist allemal besser, als vielleicht gar nicht mehr campen zu können. Oder – Göttin bewahre – womöglich in einem kleineren Zelt übernachten zu müssen.

Solange ich nicht so ende wie jene von mir hin und wieder beobachteten Frauen, bei denen am Motorrad nur handtäschchengroße Köfferchen befestigt sind, während das Gefährt des Mannes komplett überladen ist, ist alles gut!

Überblick

Datum: Sonntag, 31. August 2025
Schwierigkeitsgrad: mittel – zu jeder Zeit gut ausgebaute Straßen; der Pass hat nach unten ein paar Kehren, aber die sind weitläufig und nicht sehr eng
Länge: 140 km, ca. 3 h
Eindrücke: besonders ab dem Ort Reschen fantastische Ausblicke

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Von München nach Imst – Versteckspiel mit dem Regen https://www.in-fremden-gefilden.de/reisen/italien/italien-2025/von-muenchen-nach-imst-versteckspiel-mit-dem-regen/ https://www.in-fremden-gefilden.de/reisen/italien/italien-2025/von-muenchen-nach-imst-versteckspiel-mit-dem-regen/#respond Sat, 20 Sep 2025 10:16:49 +0000 https://www.in-fremden-gefilden.de/?p=10411 Ein frühmorgentlicher Blick auf die Wettervorhersage zeigt für den ersten Teil des Tages Regen an, am Nachmittag soll es aufklaren. Da es noch vor einer Woche so ausgesehen […]

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Ein frühmorgentlicher Blick auf die Wettervorhersage zeigt für den ersten Teil des Tages Regen an, am Nachmittag soll es aufklaren. Da es noch vor einer Woche so ausgesehen hat, als würden alle unsere geplanten Urlaubstage durchgehend verregnet sein, sind wir nicht allzu unglücklich. Nur die Idee, über das Hahntennjoch zu fahren, hat sich hiermit erledigt. Das haben wir vor einigen Jahren nämlich schon bei Niesel und tiefhängenden Wolken kennengelernt, eine erneute feuchtgraue Erfahrung muss nicht sein. 

Dann wird es also der Fernpass, den kann man bei jedem Wetter bequem fahren. Da der von uns angepeilte Campingplatz allerdings Mittagspause bis 14 Uhr macht, wollen wir auch nicht allzu früh ankommen und beschließen, weitestgehend auf die Autobahn zu verzichten.

Pommes zum Frühstück

Noch ist es zwar bewölkt, aber trocken. Gutgelaunt starten wir gegen 10 Uhr die Maschinen. Theoretisch könnten wir sofort auf die Landstraße, aber wie üblich wollen wir nach den ersten Kilometern erst einmal frühstücken und abseits der Autobahn kennen wir keine geeigneten Möglichkeiten. Also rauf auf die Garmischer, bis zur Raststätte Höhenrain.

Während der nächsten halben Stunde fängt mein Magen immer mehr an zu knurren, voller Vorfreude auf ein Rührei mit frischen Brötchen. Hungrig stelle ich die BMW ab und eile Marvin voraus in das Raststättenlokal. Auf der eher dürftigen Speisekarte finde ich jedoch nichts Rühreiartiges. Auch kein Spiegelei. Das verwirrt mich. War das Angebot früher nicht anders? Marvin wählt ein mit Käse und Tomaten belegtes Baguette, aber ich mag diese vorbelegten Brote nicht so sehr. Leicht verstimmt entscheide ich mich daher für Pommes mit Coleslaw und diversen Saucen. Die schmecken tatsächlich ganz gut, wenn auch überhaupt nicht nach Frühstück. 

Günni kommt in die Jahre

Während wir essen, checken wir auf den Handys die weitere Route. Ich bin neugierig, warum Google uns partout nicht am Ufer des Starnberger Sees entlangführen will, und entdecke beim Reinzoomen eine Straßensperrung. Günni, unser Uralt-Navi, hat davon natürlich nichts gewusst und hätte uns zielsicher in die Sackgasse geführt. Nicht zum ersten Mal übrigens. Es wird wirklich langsam Zeit für ein etwas moderneres System, auch wenn wir seine verschrobene Streckenführung irgendwie auch ganz lustig finden. Zumindest hinterher – nachdem wir es geschafft haben, uns wieder aus einem unbefahrbaren Hinterhof herauszukämpfen, den er stur für die beste Route erklärt hat. Das gibt immer so interessante Geschichten.

Wir korrigieren Günnis Routenvorschlag manuell und düsen los. Der Himmel ist bedeckt und wir rechnen jeden Augenblick mit dem vorhergesagten Regen, aber das Glück bleibt uns hold und wir trocken. Während wir gemütlich über Oberammergau und Ettal, vorbei an dem fast schon obszön opulenten Kloster, nach Garmisch und zum Fernpass cruisen, merken wir an der Nässe der Straßen, dass es hier wohl kurz vor unserer Ankunft geregnet hat. Uns treffen aber lediglich ein paar von den Reifen aufgewirbelte Tropfen von unten. Ich bin sehr dankbar darüber, denn ich merke, dass ich mich ziemlich unsicher fühle auf meinem Motorrad. Das schwere Gepäck macht sich in den Kurven deutlicher bemerkbar, als ich es in Erinnerung habe. Werde ich etwa zu alt fürs Motorradfahren? Sollte ich, wie unser Günni, ebenfalls gegen ein moderneres System ausgetauscht werden?

Schräglage im Stehen

Auch beim Parken bekomme ich Probleme. Auf dem Seitenständer stand meine BMW schon von Anfang an ungewöhnlich schräg (ich habe ja den direkten Vergleich zu Marvins 800er). Das hat sich im Laufe der Jahre jedoch noch verschlimmert. Nach unserer Frühstückspause bekomme ich mein Moped mit Ach und Krach aufgerichtet, was mich zusätzlich nervös macht. Während der restlichen Strecke achte ich peinlich genau darauf, das Motorrad im richtigen Winkel zur Neigung des Bodens abzustellen.

Kurz nach 14 Uhr erreichen wir wie geplant den Campingpark Fink in Imst. Unter „Campingpark“ hatten wir uns zwar etwas Größeres vorgestellt, aber der Platz ist gepflegt und liebevoll ausgestattet, die Sanitären sauber und sehr modern. Wir sind angesichts der unerwartet kleinen Fläche jedoch ganz kurz in Sorge, weil wir von Freunden gehört haben, dass Campingplätze im Sommer nach wie vor meist ausgelastet sind und man unbedingt vorbuchen sollte. Das ist aber, wenn überhaupt, meist nur bei einem Mindestaufenthalt von zwei oder mehr Nächten möglich, daher haben wir darauf gebaut, dass es nun, in der beginnenden Zwischensaison, nicht mehr ganz so eng ist. Und tatsächlich, die Zeltwiese ist noch komplett frei und wir dürfen uns einen Platz aussuchen. Im Laufe des Nachmittags kommen nur zwei weitere Zelte hinzu, lediglich die Stellplätze für Wohnmobile bzw. Wohnwagen sind bis zum Abend voll belegt. Schön, wenn die eigenen Planungshoffnungen in Erfüllung gehen.

Kekse, Kabel, Klopapier

Nach einem Jahr Pause gestaltet sich das erste Aufbauen unseres Zeltes – wie üblich – etwas umständlicher. Erstaunlich, was man so alles vergessen kann. Doch wir kriegen es – wie ebenfalls üblich – hin und merken anschließend auch gleich, was wir alles nicht eingepackt haben. Das sind (mal wieder) ausreichend USB-Ladekabel, um gleichzeitig die Helm-Interkoms und unsere Handys zu laden. Genau zwei Kabel krame ich aus meiner Tasche, nur eines davon passend für die Interkoms. Da morgen Sonntag ist, müssen wir aber eh zum nahegelegenen Supermarkt, um Knabbereien für den Abend und Frühstücksutensilien einzukaufen. Dabei packen wir auch gleich zwei weitere USB-Kabel ein. Unser häuslicher Gesamtvorrat an Kabeln hat sich durch solche Urlaubsnotkäufe in den letzten Jahren schon vervielfacht. Ich sollte den Punkt „ausreichend USB-Kabel“ in unserer Packliste mal etwas deutlicher hervorheben.

Wieder zurück am Zelt fällt mir bei einem ausgiebigen Test der Sanitären ein, dass die Campingplätze in Italien häufig kein Klopapier anbieten. Und da dort morgen eventuell auch die Einkaufsmöglichkeiten eingeschränkt sind, gehen wir ein zweites Mal los und erstehen zwei Rollen. Zur Sicherheit.

Die erste Pizza des Urlaubs

Am späten Nachmittag schließlich laufen wir den Weg zum dritten Mal. Aber nicht, weil uns noch etwas fehlt, sondern weil neben dem Supermarkt eine Pizzeria ist, in der Marvin seine heißersehnte erste Pizza dieses Urlaubs bestellt. Erstaunlicherweise schmeckt sie ihm – verglichen mit allen noch folgenden Pizzen – am besten. Was aber vielleicht auch mit der längeren Pizza-Abstinenz zusammenhängt, die er sich vorher auferlegt hat. Meine Spaghetti Aglio e Olio sind eher durchschnittlich, aber trotzdem lecker. Auf alle Fälle um Welten besser als jenes Nudelverbrechen, dass wir vor zwei Monaten unter demselben Namen an der Nordsee serviert bekommen haben. Auf einen Nachtisch verzichten wir. Schließlich warten gleich zwei Tüten Dragee Keksis auf uns im Zelt 🙂

Überblick

Datum: Samstag, 30. August 2025
Schwierigkeitsgrad: leicht – zu jeder Zeit gut ausgebaute Straßen
Länge: 160 km, ca. 3,5 h, sehr gemächlich gefahren
Eindrücke: sind halt die Alpen – die sind immer schön 🙂

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Heimkehr – Von Sterzing nach München https://www.in-fremden-gefilden.de/reisen/italien/heimkehr-von-sterzing-nach-muenchen/ https://www.in-fremden-gefilden.de/reisen/italien/heimkehr-von-sterzing-nach-muenchen/#respond Thu, 18 Feb 2016 12:36:13 +0000 https://www.in-fremden-gefilden.de/?p=2501 Unser heutiger Weg hängt wohl jedem halbwegs aktiven Motorradfahrer zum Hals raus: der Heimweg. Gerade den letzten Teil dieser Strecke ist man im Normalfall schon viele Dutzend Male […]

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Unser heutiger Weg hängt wohl jedem halbwegs aktiven Motorradfahrer zum Hals raus: der Heimweg. Gerade den letzten Teil dieser Strecke ist man im Normalfall schon viele Dutzend Male gefahren. Je näher man seinem Ziel kommt, desto vertrauter ist der Straßenbelag, die Kurven grüßen einen bereits mit Vornamen und selbst die Kühe auf den Wiesen nicken kameradschaftlich.

Da ist es von Vorteil, wenn man für eine gewissen Abwechslung sorgen kann, solange man seinem Wohnort noch nicht allzu nahe ist. Wir haben Glück, von Sterzing nach München gibt es massig schöne Routen, so zum Beispiel im Westen über das Timmelsjoch, im Anschluss über den Fernpass oder das abenteuerliche Hahntenjoch.

Erneut über den Brenner

Uns macht jedoch die Hitze zu schaffen, noch immer ist keine Abkühlung zu erwarten. Daher entscheiden uns für die kürzeste Route, dem altbekannten Brenner. Auch hier kann man schließlich etwas variieren, gibt es doch noch eine schöne Strecke etwas östlich der alten Brennerstraße, die ich vor vielen Jahren einmal gefahren bin – und die ich heute gerne wieder fahren würde.

Bis hinauf zum Brennerpass bleibt aber nur die Wahl zwischen Autobahn und Landstraße und wir wählen – klar – natürlich letzteres. Vom Hotel aus sind es nur wenige Meter quer durch Sterzing und schon sind wir auf dem richtigen Weg. Entspannt düsen wir über die nur mäßig kurvige und gut ausgebaute Straße, die sanft und stetig bergauf führt. Ungefähr die Hälfte dieser Strecke befinden wir uns auch in Sichtweite zur Autobahn. Nicht so schön, aber das Tal ist hier so schmal, dass die Straßen einfach nur nebeneinander verlaufen können.

Das ändert sich jedoch sehr schnell: Kaum hat man – nach der Ortschaft Brenner – die Grenze nach Österreich überschritten, so weitet sich das Tal, die Umgebung wird (noch) idyllischer und die Landstraße geht auch mal ihren eigenen Weg. Kurz hinter Matrei sollten wir nun auch auf die Strecke am östlichen Rand des Tales abzweigen … doch trotz unseres aufmerksamen Suchens verfehlen wir die richtige Abfahrt und bleiben somit bis Innsbruck auf der alten Brennerstraße. Macht nichts, ist trotzdem schön!

Frischer Wind am Walchensee

Auch danach verzichten wir zunächst auf Experimente (diesmal freiwillig) und fahren die übliche Strecke: den Zirler Berg hinauf, vorbei an den heute zahlreich mit überhitztem Motor liegengebliebenen Autos und weiter nach Scharnitz und Mittenwald. Hier verwerfen wir spontan unseren ursprünglichen Plan, den schnellen Weg über Garmisch und die Autobahn zu nehmen. Das Fahren macht gerade so viel Spaß und der Fahrtwind kühlt so angenehm, dass wir gleich hinter Mittenwald kurzerhand abbiegen nach Krün, Richtung Wallgau und Walchensee. Diese Route ist kilometermäßig tatsächlich sogar etwas kürzer als der Weg über Garmisch, dauert aber länger, weil man nicht so schnell fahren kann. Dafür ist sie landschaftlich – wie ich finde – schöner, vor allem aber abwechslungsreicher.

Die gepflegten und sehr bayerischen Dörfer Krün und Wallgau sind für sich schon eine Augenweide, aber danach geht es erst so richtig los. Eine schmale, angenehm kurvige und sehr gute Straße führt durch Wälder und Wiesen hinauf und hinunter, bis man schließlich zum Walchensee gelangt. Dieser bei Surfern und Tauchern sehr beliebte Bergsee liegt in bezaubernder Umgebung, im Ort Walchensee oder in Urfeld (am anderen Ende des Sees) kann man prima eine Pause einlegen und eine Kleinigkeit essen. Wer hier gerne einmal Urlaub machen möchte: Den hiesigen Campingplatz kann ich nur empfehlen. Er liegt direkt am südlichen Ufer des Sees, die Ausstattung ist sehr gut und die Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung sind enorm vielfältig.

Marvin und ich machen eine kurze Pause am Ufer des Walchensees und genießen den dort so häufig wehenden Wind (ein Grund für die Beliebtheit bei Surfern), ehe wir wieder auf die Motorräder steigen und uns aufmachen zum nächsten Highlight dieser Route:

Die Kesselbergstraße

Hierzu zitiere ich einfach einmal Wikipedia:

Das Symbol zur Infobox

Die Kesselbergstraße

Die Kesselbergstraße ist eine stark befahrene und gut ausgebaute Verbindungsstraße und führt in zahlreichen Kehren zum Pass hinauf. Unterwegs gibt es mehrere gern besuchte Aussichtspunkte mit schönem Blick über den Kochelsee und Teile des Alpenvorlands. In der Vergangenheit gab es auf dieser Strecke durch illegale Rennen und überhöhte Geschwindigkeit zahlreiche Todesopfer. Als Konsequenz gilt nun am Wochenende und an Feiertagen in Richtung Walchensee eine Sperrung für Motorräder, eine durchgehende Geschwindigkeitsbegrenzung auf 60 km/h sowie ein Überholverbot auf der gesamten Passstrecke. Für Motorradfahrer ist die Straße nach wie vor ein beliebtes Ausflugsziel.


Wie in diesem Wikipedia-Artikel erwähnt, darf man an Wochenenden und Feiertagen die Kesselbergstraße als Motorradfahrer tatsächlich nur in eine Richtung befahren, nämlich von oben nach unten, also von Urfeld (am nördlichen Ufer des Walchensees) hinunter nach Kochel am See. Da heute Freitag ist – welcher offiziell noch nicht zum Wochenende zählt – kann uns das egal sein, zudem kommen wir sowieso aus der „erlaubten“ Richtung.

Doch unabhängig davon würde ich diese Straße an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen grundsätzlich meiden. An diesen Tagen ist sie – gerade bei schönem Wetter – nämlich in der Tat sehr stark befahren und es macht einfach keinen Spaß, inmitten von Autokolonnen hinunterzuschleichen, dabei immer voller Sorge, dass der Fahrer im Auto vor einem plötzlich auf die Bremse tritt, weil er einen besonders schönen Aussichtspunkt erspäht hat.

Entspanntes Fahren sieht anders aus – nämlich so wie bei uns heute: Bei nur mäßigem Verkehr können wir die zahlreichen Kehren ausgiebig genießen. Eine Warnung an dieser Stelle an unerfahrene Fahrer: Der Kesselberg sollte nicht unterschätzt werden. Die Kurven werden teilweise nach hinten hin enger und fordern daher die ganze Aufmerksamkeit des Fahrers. Also nicht leichtsinnig werden, sondern immer ein wenig Sicherheitspuffer lassen – dann kommt man auch gut unten an!

Das letzte Stück nach München

Ab Kochel wird es flach – und bleibt es auch. Wir fahren unseren üblichen Weg über Penzberg nach Wolfratshausen. Am Wolfratshausener Berg holen uns ein paar kleine Kehren kurz aus unserer Schläfrigkeit, dann geht weiter, vorbei an Icking und Schäftlarn. Der Straßenbelag kommt uns sehr bekannt vor, die Kurven grüßen uns, die Kühe nicken uns zu … und wir wissen: Es ist nicht mehr weit bis nach Hause.

Am frühen Nachmittag sind wir schließlich da und tauschen die motorisierten Zweiräder sogleich gegen die unmotorisierten: Nach dem Gepäckabladen und einer kurzen Dusche schwingen wir uns auf die Fahrräder und ab geht es in die Waldwirtschaft. Ist heute doch prächtigstes Biergartenwetter 🙂

Routenüberblick

Datum: 19. August 2011
Länge: 190 km, ca. 4h
Schwierigkeit: mittelschwer
Eindrücke: Landschaftlich wie fahrtechnisch eine sehr schöne Route

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Penser Joch – Kurzweil von Bozen nach Sterzing https://www.in-fremden-gefilden.de/reisen/italien/penser-joch-kurzweil-zwischen-bozen-und-sterzing/ https://www.in-fremden-gefilden.de/reisen/italien/penser-joch-kurzweil-zwischen-bozen-und-sterzing/#respond Sun, 07 Feb 2016 08:44:11 +0000 https://www.in-fremden-gefilden.de/?p=2438 Nach zwei faulen Tagen am Gardasee machen sich die Hummeln in unserem Hintern wieder bemerkbar. Es wird Zeit, das Zelt abzubrechen und weiterzufahren. Leider hat die extreme Hitze […]

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Nach zwei faulen Tagen am Gardasee machen sich die Hummeln in unserem Hintern wieder bemerkbar. Es wird Zeit, das Zelt abzubrechen und weiterzufahren.

Leider hat die extreme Hitze die Alpen noch immer fest im Griff, eine Abkühlung ist nicht in Sicht – und ein schattiger Platz unter Kastanienbäumen in einem Münchner Biergarten besitzt plötzlich enorme Anziehungskraft. Also streichen wir endgültig den Plan, noch einen Abstecher in die Schweiz zu machen, schnappen uns die Karte und überlegen, wie wir auf dem besten Weg wieder zurück in die Heimat kommen.

Sicher könnten wir die insgesamt knapp 400 Kilometer von Pacengo nach München auch an einem Tag fahren, aber mehrere Stunden auf der Autobahn und sämtliche schönen Pässe ignorieren? Nope – so eilig haben wir es jetzt auch wieder nicht. Zudem fällt uns ein, dass es in der Altstadt von Sterzing ein nettes Restaurant gibt – also steht unser heutiges Tagesziel fest.

Uferstraße im Schritttempo

Nach dem Abschied von unseren Freunden machen wir uns auf den Weg. Die Sonne glüht bereits wieder heftig vom Himmel und wir – selbstverständlich in voller Motorrad-Montur – glühen ebenfalls, als wir auf die östliche Uferstraße des Gardasees einbiegen. Hurra, jetzt wird der Fahrtwind uns kühlen, glauben wir, doch erneut gönnt sich der italienische Stau-Teufel einen Spaß mit uns. Irgendwie hat er es dieses Jahr auf uns abgesehen …

Wer diese Strecke kennt, der weiß, dass sich hier eine kleine Ortschaft an die nächste reiht. Und heute  – es ist Donnerstag, mitten im August – reiht sich auch ein Auto an das nächste. Natürlich genau in die Richtung, in die wir wollen, die Gegenfahrspur ist frei. Als wir nach einer Stunde noch immer nicht bis nach Bardolino gekommen, dafür aber in unseren Klamotten schon fast gar gekocht sind, geben wir auf. Wir wenden, fahren in wenigen Minuten (grmpf) nach Lazise zurück und nehmen die Landstraße über Pastrengo, Rovereto und Trento nach Bozen.

Freie Fahrt bis Bozen

Auch keine schlechte Wahl, wie wir bald merken. Zwar führt die Straße über weite Strecken parallel zur Autobahn, bewegt sich aber auch immer wieder von dieser weg und ist insgesamt sehr stressfrei und angenehm zu fahren. Durch die vor vielen Jahren eingeführte Geschwindigkeitsbegrenzung (meist 60 km/h) wird sie auch kaum von LKWs benutzt, was uns ebenfalls gefällt.

Irgendwo zwischendrin tanken wir und lassen uns an der Tankstelle auch gleich zwei dieser leckeren Sandwiches mit Schinken und Käse warm machen. Dazu einen Cappuccino und ein kaltes Getränk – passt! Sogar eine Luftdruckpumpe gibt es hier 🙂

Die Zeit bis nach Bozen vergeht wie im Flug, auch wenn unser Navi uns zwischendrin hartnäckig auf einen für den öffentlichen Verkehr gesperrten Feldweg in die Irre führen will. Wir widersetzen uns jedoch und nach einer kurzen Schmoll-Pause zeigt Günni (so heißt unser Navi) uns auch wieder eine akzeptable Route.

Mit Schwung über das Penser Joch

In Bozen verlassen wir die Strecke an der Autobahn und fahren stattdessen quer durch die Stadt, vorbei an Schloss Runkelstein (was für ein Name!) in Richtung Pens. Diesen Weg können wir jedem nur ans Herz legen: Nach einigen Tunneln am Anfang öffnet sich das Tal recht bald und man hat eine wunderbare Aussicht auf die Berge rundherum. Die Straße selbst führt – außer natürlich über das Penser Joch – eigentlich nur zu den hier angesiedelten kleinen Ortschaften, ist daher kaum befahren. Meistens begegnen wir lediglich anderen Motorradfahrern.

Der fahrerische Anspruch ist mäßig. Zwar ist die Straße stellenweise schmal, manchmal ist der Straßenbelag auch brüchig oder verschmutzt, rasen ist also nicht zu empfehlen. Die Strecke ist aber immer gut einsehbar, nie allzu steil und an keiner Stelle in irgendeiner Weise beängstigend. Ein guter Einstieg in das Pässe-Fahren auch für Anfänger.

Oben auf dem Pass selbst sammeln sich – wie üblich – die Motorradfahrer rudelweise. Wir gesellen uns dazu und genießen für eine Weile die tollen Ausblicke. Schließlich steigen wir wieder auf die Mopeds und beschwingt geht es die letzten Kilometer in sanften Serpentinen bergab. Nicht lange danach kommen wir im Tal unmittelbar bei Sterzing an. Jetzt gilt es, eine Unterkunft zu suchen.

Gemütliches Abhängen in Sterzing

Zwar besitzt Sterzing auch einen Campingplatz, aber da wir durch den verkürzten Urlaub etwas Geld gespart haben, beschließen wir, uns ein Hotel zu gönnen. Bereits beim zweiten Versuch haben wir Glück und bekommen ein Zimmer. Und nicht nur das, wir dürfen unsere Motorräder auch sicher und geschützt im privaten Hinterhof des Hotels parken – sehr nett!

Das Zimmer ist gemütlich und plötzlich kommt doch eine gewisse Erschöpfung bei uns durch. Fahren bei großer Hitze ist anstrengender, als man meint. Wir legen uns aufs Bett – nur ein bisschen ausruhen, denken wir – und sind nach wenigen Minuten fest eingeschlafen.

Der Hunger weckt uns am späten Nachmittag. Kein Problem, befinden wir uns doch direkt an der Quelle sehr guten Essens, wie wir von einem früheren Besuch wissen. Nach einer schnellen Dusche marschieren wir voller Vorfreude in die nahegelegene Sterzinger Altstadt – und füllen unsere knurrenden Mägen im Ristorante Kolping, unbedingt empfehlenswert und recht leicht zu finden: Direkt in der Altstadt befindet sich der Durchgang zum Kolpinghaus, in dessen Hof die Tische des Restaurants stehen (Innenräume gibt es natürlich auch).

Wir futtern uns quer durch die halbe Speisekarte, verzichten aber auf einen Nachtisch und gönnen uns später lieber noch eine Portion Eis beim Schlendern durch die schönen Straßen der Altstadt. Ein toller letzter Abend unseres zwar kurzen, aber trotzdem abwechslungsreichen Urlaubs!

Routenüberblick

Datum: 18. August 2011
Schwierigkeitsgrad: mittelschwer
Länge: 205 km, ca. 3 h
Eindrücke: Eine kurzweilige Strecke mit einem Pass ohne nennenswerte Schwierigkeiten, dafür mit toller Aussicht – gut für Anfänger!

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Ein Hoch auf den Monte Grappa https://www.in-fremden-gefilden.de/reisen/italien/ein-hoch-auf-den-monte-grappa/ https://www.in-fremden-gefilden.de/reisen/italien/ein-hoch-auf-den-monte-grappa/#respond Sat, 30 Jan 2016 08:16:17 +0000 https://www.in-fremden-gefilden.de/?p=2398 Nicht nur für Paraglider und Pizzaliebhaber hat das Gebiet rund um Rocca etwas zu bieten, sondern auch für uns Motorradfahrer: Es gibt hier eine sehr schöne Strecke, die […]

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Nicht nur für Paraglider und Pizzaliebhaber hat das Gebiet rund um Rocca etwas zu bieten, sondern auch für uns Motorradfahrer: Es gibt hier eine sehr schöne Strecke, die direkt über den Monte Grappa führt – und genau die wollen wir heute befahren.

Sofort nach dem Frühstück (Gebäck und Cappuccino, was auch sonst :-)) brechen wir auf. Im Gegensatz zum gestrigen Schnodderwetter verspricht es heute, ein sehr heißer Tag zu werden. Der Himmel ist strahlend blau und die Sicht entsprechend weit – ausgezeichnet!

Über den Monte Grappa

Vom Campingplatz aus fahren wir zuerst ein kleines Stück zurück in die Richtung, aus der wir gestern gekommen sind. Doch nicht weit: Schon nach wenigen Kilometern, bei Caupo, führt rechts die SP 148 auf den Monte Grappa. Diese Straße ist sehr schmal und schlängelt sich gleich zu Beginn in erfreulich engen Serpentinen den Hang hinauf. Oben angekommen geht es etwas flacher weiter, über Almwiesen und durch Wälder, mit grandiosem Ausblick auf die umliegenden Täler und die Po-Ebene. Ein Traum!

Das Symbol zur Infobox

Wir sind nicht allein

Wenn es euch einmal in dieses Gebiet verschlägt, müsst ihr diese Strecke unbedingt ausprobieren. Eine gewisse Vorsicht (und Rücksicht) beim Fahren ist jedoch angebracht. Die Straße wird auch von Wanderern, Radfahrern und Kühen benutzt – wobei erstere häufig mitten auf der Fahrbahn laufen und letztere gerne einmal ihr verdautes Mittagessen auf dem Asphalt hinterlassen. Man sollte also langsam und aufmerksam fahren und lieber ausgiebig die tolle Aussicht genießen. Von der gibt es nämlich eine Menge!

Marvin und ich tuckern langsam über die sanft gewundene Straße und begegnen nur hin und wieder anderen Menschen. Immer wieder bleiben wir stehen, gehen ein paar Schritte, bewundern die Landschaft und sind froh, dass es heute nicht regnet. Im Gegenteil: Langsam fangen wir sogar an zu schwitzen. Als es schließlich auf der anderen Seite des Berges in erneut wunderbar anspruchsvollen Serpentinen herunter bis nach Bassano del Grappa geht, ist es so richtig heiß geworden und wir können es kaum erwarten, dass es nun auf den Landstraßen der Po-Ebene bald schneller vorangehen und uns der Fahrtwind kühlen wird.

Die Po-Ebene – es wird heiß!

Tja. Leider haben wir die Rechnung ohne den italienischen Verkehr gemacht. Es ist wie verhext: Ein paar Kilometer kommen wir flott voran, dann staut es sich aus unerfindlichen Gründen und unsere Motoren (und unsere behelmten Köpfe) drohen überzukochen. Endlich löst sich der Stau – aus ebenso unerfindlichen Gründen – wieder auf, wir jubeln, weil wir glauben, nun geht es weiter, geben Gas … und befinden uns fünf Minuten später erneut im Stau. Grmpf. Vielleicht hätten wir doch die Autobahn nehmen sollen? Nein, Landstraße ist schöner, basta! Oder?

Wenigstens führt uns unser neu erworbenes Navi zuverlässig in die richtige Richtung, so dass mir ein Tobsuchtsanfall wegen der teilweise unmöglichen Beschilderung italienischer Straßen (wie im letzten Jahr) erspart bleibt. Trotzdem leide ich zunehmend unter der Hitze und ertappe mich sogar dabei, mir ein bisschen vom gestrigen Regen herbeizuwünschen.

Italien im August – warum tun wir uns das nur immer wieder an?

Zu allem Überfluss verliert der Vorderreifen meiner BMW Luft. Was er schon länger tut und normalerweise auch kein Problem ist, ich fülle einfach bei jedem Tanken etwas Luft nach und gut. Nicht so heute: Weil bewegliche Gegenstände hier wohl gerne Füße bekommen, finde ich an keiner Tankstelle eine Luftdruckpumpe. Und den Tankwart fragen geht auch nicht: Es ist gerade Mittagszeit und sämtliche Tankstellen an der Landstraße sind verwaist. Auf Autobahn-Tankstellen gibt es sicherlich keine Mittagspausen, dafür aber Luftdruckpumpen!

Endlich am Ziel: Pacengo

Doch trotz dieser Widrigkeiten bleiben wir stur und kämpfen uns tapfer auf der Landstraße weiter gen Westen. Gelohnt hat sich der Verzicht auf die Autobahn allerdings nicht, wie ich zurückblickend zugeben muss: Die Landstraßen sind nicht nur streckenweise überfüllt, sondern auch langweilig zu fahren (weil schnurgerade) und die Umgebung zumeist öde. Daher würde ich für das Durchqueren dieses Gebietes tatsächlich die Autobahn empfehlen – da kommt man wenigstens schnell voran.

Am frühen Nachmittag ist es schließlich geschafft, wir erreichen unser heutiges Ziel: Pacengo, unmittelbar südlich von Lazise. Es erwartet uns eine gute Freundin aus München, die hier ein Grundstück direkt am Gardasee besitzt. Ein wunderschönes Fleckchen Erde, mit einer kleinen Hütte und einer großen Wiese, auf der wir unser Zelt aufschlagen können.

Es sind noch weitere Freunde zu Besuch und so genießen wir den Nachmittag in fröhlicher Runde beim Baden im perfekt temperierten See. Von den anderen erfahren wir, dass für die nächsten Tage Hitzerekorde angesagt sind. Spontan ändern wir unseren ursprünglichen Plan (wir wollten eigentlich am nächsten Tag gleich weiter in die Schweiz fahren) und beschließen stattdessen, zuerst für eine Weile hier am See zu bleiben – mit mehreren Eisdielen und einer der besten Pizzerien Italiens in unmittelbarer Nähe.

Italien im August – herrlich!

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Ohne Namen – dafür mit fantastischer Pizza

Ein Tipp für Pizzaliebhaber:

Im kleinen Hafen von Pacengo gibt es die Pizzeria „Senza Nome“. Diese liegt nicht nur schön (mit Blick direkt auf den See), sondern bietet so ziemlich die besten Pizzen an, die wir je gegessen haben. Und wir haben schon einige probiert 🙂

Routenüberblick

Datum: 16. August 2011
Schwierigkeitsgrad: mittelschwer
Länge: 187 km, ca. 4 h (für den Monte Grappa sollte man sich Zeit nehmen)
Eindrücke: Der Monte Grappa ist großartig. Die Landstraßen der Po-Ebene sind das eher weniger …

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Dolomiten – Via Corvara und Arabba nach Rocca https://www.in-fremden-gefilden.de/reisen/italien/dolomiten-via-corvara-und-arabba-nach-rocca/ https://www.in-fremden-gefilden.de/reisen/italien/dolomiten-via-corvara-und-arabba-nach-rocca/#respond Fri, 22 Jan 2016 10:53:25 +0000 https://www.in-fremden-gefilden.de/?p=2361 Nach einer erholsamen Nacht in unserem neuen Zelt (das deutlich geräumiger ist, als unser altes Mini-Zwei-Mann-Zelt – ein guter Kauf) gönnen wir uns erst einmal ein Frühstück mit […]

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Nach einer erholsamen Nacht in unserem neuen Zelt (das deutlich geräumiger ist, als unser altes Mini-Zwei-Mann-Zelt – ein guter Kauf) gönnen wir uns erst einmal ein Frühstück mit frischen Croissants und herrlichem Cappuccino im Campingplatzrestaurant. Zwei der vielen schönen Dinge an einem Italienurlaub sind die teilweise sehr günstigen Preise in Restaurants und die hohe Qualität des Essens. Das merkt man bereits hier in Südtirol: Die Croissants sind knusprig-frisch und die Kaffees ebenso perfekt. Und alles kostet weniger, als man bei uns an einem Stehtisch in einer Bäckerei dafür bezahlen würde. Aus diesem Grund nehmen wir nie Kochgeschirr mit auf unsere Italien-Urlaube. Kochen lohnt nicht, essen gehen ist billig und ungleich besser.

Die Dolomiten in Wolken

Nach dem Packen fahren wir für wenige Kilometer weiter Richtung Osten, um dann bei St. Lorenzen nach Süden abzubiegen. Nun geht es nach oben. Auf schmalen, aber gut ausgebauten Straßen und durch einige Tunnels schraubt sich der Weg in die Dolomiten. Leider auch zunehmend hinein in schlechtes Wetter. Bei Corvara schließlich beginnt es zu regnen – und hört für eine ganze Weile nicht mehr auf, so dass wir mangels trockener Gelegenheit keine Fotos von großen Teilen der Strecke haben.

Das Gebiet um Corvara und Arabba kenne ich ursprünglich von Skiurlauben her – ein wunderbares Skigebiet übrigens, auf alle Fälle empfehlenswert – aber auch im Sommer ist es beeindruckend schön. Steile Felsformationen, zig Pässe, dazwischengestreute Ortschaften und Wiesen – schade, dass wir heute so gut wie nichts davon zu sehen bekommen. Wenigstens kennt Marvin das Gebiet noch von unserer Tour im Jahr 2010 und kann sich ungefähr vorstellen, was sich hinter den Wolken verbirgt.

Doch trotz des widrigen Wetters macht das Fahren Spaß. Der Vorteil ist, dass sich außer uns kaum jemand auf den Straßen befindet. Somit können wir in angepasster Langsamkeit mit unseren Motorrädern über die teilweise sehr schmalen, steilen und engen Kurven hinauf bis zum höchsten Punkt der Etappe, ungefähr bei Arabba, klettern. Danach geht es – streckenweise genauso schmal, steil und eng – wieder nach unten. Wir lassen uns Zeit und konzentrieren uns aufs Fahren. Die nassen Straßen sind rutschig, da sollte man besser aufmerksam sein.

Ab Agordo werden die Straßen flacher und weniger kurvig, man kann nun deutlich flotter fahren. Auch das Wetter besinnt sich endlich eines Besseren, die Wolkendecke reißt teilweise auf und beschert uns immer wieder grandiose Ausblicke auf die Berge um uns herum. Außerdem wird es merklich wärmer – was gut ist, denn inzwischen sind wir schon ziemlich ausgekühlt. Dank des nunmehr milden Fahrtwindes trocknet unsere Kleidung jedoch rasch. Nur meine Socken sind noch nass. Das kommt davon, wenn man zu faul ist, sich die Regengamaschen aus den Koffern zu kramen…

Die Po-Ebene begrüßt uns mit Sonnenschein

Schließlich erreichen wir die die südlichen Alpenausläufer am Rande der Po-Ebene und endlich wird es auch so richtig sonnig! Bei allerbestem Wetter erreichen wir das Ziel unserer heutigen Etappe, Rocca. Dieser kleine, etwas versteckt liegende Ort am Monte Grappa dürfte vor allem Paraglidern bekannt sein, befindet sich doch direkt neben dem Campingplatz ein Landeplatz für die Gleitschirmspringer. Fasziniert gucken wir eine Weile den Paraglidern zu – und bekommen einen riesigen Schrecken, als sich einer davon in einer engen Spirale nach unten schraubt. Der stürzt ab, denken wir uns! Doch gleich danach erkennen wir, was passiert ist: Durch den See, der hier ebenfalls unmittelbar anschließt, werden an dieser Stelle bevorzugt Sicherheitsübungen in der Luft durchgeführt. Denn falls so eine Übung einmal schiefgeht, landet der Flieger wohlbehalten im Wasser. Nun, der von uns Beobachtete schafft es, seinen Schirm wieder in den Griff zu bekommen und landet kurz darauf neben uns auf der Wiese. Puh!

Mit noch immer klopfendem Herzen suchen wir uns einen Platz für unser Zelt. Der Camping Lago Arsiè ist ziemlich voll, doch wir entdecken einen schönen, großen Bereich, auf dem wir uns niederlassen. Eigentlich hätten wir misstrauisch sein sollen, weil hier überhaupt noch niemand steht – sind wir aber nicht. Und bereuen es später bitter …

Gleitschirme und Tanzmusik in Rocca

Doch zuerst machen wir uns frisch, hängen die nassen Socken auf und duschen. Und dann testen wir das Campingplatz-Restaurant – mit außerordentlich guten Ergebnissen. Marvin’s Pizza ist einfach nur noch großartig und meine Pasta mit frischen Steinpilzen ebenso. Es lebe Italien und sein gutes Essen! Nach dem genauso grandiosen Nachtisch machen wir es uns in der Nähe unseres Zeltes bei ein paar Partien Schach gemütlich und beobachten dabei die Paraglider bei ihren Absturz-Übungen. So lässt es sich leben :-).

Als dann die Dämmerung langsam hereinbricht und wir uns müde in unsere Schlafsäcke zurückziehen wollen, wird endlich klar, warum rund um uns herum kein anderer campt: Wir stehen in unmittelbarer Nähe zu der Tanzfläche des Campingplatzes. Und heute findet eine Tanzveranstaltung statt, bei der unglaublich laut Musik gespielt wird und sich verblüffend viele Tanzpaare bis spät in die Nacht auf der Tanzfläche vergnügen.

So ein Pech, ausgerechnet heute – ich will schlafen! Doch erst nachdem ich mir eine halbe Rolle Klopapier in die Ohren gestopft habe, gelingt mir das auch …

Routenüberblick

Datum: 15. August 2011
Schwierigkeitsgrad: mittelschwer
Länge: 155 km, ca. 4 h, bei trockenem Wetter schneller
Eindrücke: Eine wunderschöne Route quer durch die Dolomiten bis an die Po-Ebene.

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Italien-Hausstrecke – Über den Brenner bis ins Pustertal https://www.in-fremden-gefilden.de/reisen/italien/passhopping-ueber-den-brenner-bis-ins-pustertal/ https://www.in-fremden-gefilden.de/reisen/italien/passhopping-ueber-den-brenner-bis-ins-pustertal/#respond Thu, 06 Aug 2015 17:25:22 +0000 https://www.in-fremden-gefilden.de/?p=612 Nachdem Marvin 2010 tapfer seine MZ quer durch Südtirol durch Italien bis nach Venedig (und zurück!) gebracht hat, musste im Folgejahr natürlich auch seine neue BMW F 800 […]

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Nachdem Marvin 2010 tapfer seine MZ quer durch Südtirol durch Italien bis nach Venedig (und zurück!) gebracht hat, musste im Folgejahr natürlich auch seine neue BMW F 800 GS den Alpentest bestehen. Und weil wir im Münchner Süden wohnen, wählen wir für unseren ersten Urlaubstag im August 2011 als Etappenziel gleich das Pustertal (Südtirol).

Am Anfang war die Autobahn

Die Streckenvarianten von München bis zum Brenner sind unzählig, wir bevorzugen den Weg über Garmisch, den Zirler Berg und den Brenner, unsere Hausstrecke sozusagen.

Bis kurz vor Garmisch kann man getrost die knapp 60 km lange Autobahn nehmen, ohne viel Landschaft zu verpassen – letztere ist zwar hübsch, aber lohnt den zeitlichen Mehraufwand nur bedingt.

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Vorsicht: An Tagen mit viel (Ausflugs-)Verkehr bildet sich am Ende der Autobahn (bei Eschenlohe) gerne mal ein Stau. Hier kann man dann entweder gleich von vorneherein eine andere Strecke (oder einen anderen Tag) wählen, oder muss den Stau einfach erdulden – ein Ausweichen auf die Landstraße bringt wenig, meist steht man dort genauso lange, da Landstraße und Autobahn hier ineinander übergehen.

Sieht man bei der Anfahrt die Alpen immer näher heranrücken, während man selbst noch auf flachem Gebiet fährt, so schließen einen die Berghänge ab Eschenlohe so langsam von beiden Seiten ein. Die Straße selbst ist nicht sehr spannend, aber die Ausblicke nach rechts, links und vorne machen Laune.
Gleich hinter dem Ort Garmisch – den man direkt durchfährt – geht es dann langsam aber sicher in die Höhe. Die Straße ist übersichtlich, gut ausgebaut und nur mäßig kurvig, so dass man die immer grandioser werdende Berglandschaft entspannt genießen kann. Recht bald erreicht man Mittenwald, lässt es rechts liegen und kommt kurz darauf an den ersten Pass, den Scharnitz Pass, auch Scharnitzer Klause genannt. Hier befindet sich auch der Grenzübergang nach Österreich, doch bis auf eine kurze Strecke mit starker Geschwindigkeitsbeschränkung merkt man nicht allzu viel davon (vom Pass übrigens auch nicht). Wenn man in Österreich auch die Autobahnen nutzen möchte, so kann man kurz vor Scharnitz an einer Tankstelle die hierzu notwendige Vignette erwerben.

Wir brauchen jedoch keine, also fahren wir weiter, erreichen bald Seefeld in Tirol und schließlich, kurz nach Leithen (hier unbedingt die Geschwindigkeitsbeschränkung innerhalb geschlossener Ortschaften beachten – die Bewohner dieses kleinen, verkehrsgeplagten Dorfes reagieren verständlicherweise empfindlich auf Raser) ist er da, der Schrecken vieler Autofahrer: der Zirler Berg.

Für uns Motorradfahrer ist er jedoch keine Herausforderung, einfach zweiten oder dritten Gang einlegen und herunterrollen :-). Kurz vor dem Ende der steilen Abfahrt gibt es eine verhältnismäßig enge Kehre, an der sich auch ein Aussichtspunkt mit Gasthaus und Parkplatz befindet (ein schöner Platz für einen Kaffee zwischendurch, mit Blick über das Inntal), aber mehr ist an Schwierigkeit nicht geboten.

Die Brenner-Landstraße – eine der schönsten Alpenstrecken

Nach der Kehre geht es eigentlich nur noch geradeaus, mit Schwung erreicht man das Tal und bleibt auf der Landstraße nach Innsbruck. Weiter geht’s auf die sogenannte „alte Brennerstraße“, wobei es sich hier um nichts anderes als die Landstraße Nr. 182 über den Brennerpass nach Italien handelt. Die Autobahn ist langweilig und kostet Maut, somit ist das für uns keine Alternative. Zudem die alte Brennerstraße auch richtig viel Spaß zum Fahren macht und noch dazu als eine der schönsten Alpenstraßen gilt.

Jetzt werden die Kurvenabstände kürzer, die Straße enger und die Hänge steiler, der fahrerische Anspruch steigt. Doch allein schon der Moment, an dem man unter der riesigen Europabrücke durchfährt (oben verläuft die Autobahn) lohnt die Streckenwahl. Die Geschwindigkeit ist nahezu über die gesamte Strecke auf 60 km/h beschränkt – und man sollte sich auch daran halten, denn man weiß nie, was einen hinter der nächsten Kurve zum Bremsen zwingt. Häufig gibt es landwirtschaftlichen Verkehr, auch ist die Straßenoberfläche nicht immer optimal gepflegt, also wachsam sein und nicht hetzen! Ich habe bereits einmal einen tragischen Motorradunfall auf dieser Strecke miterlebt und möchte das keinem anderen wünschen.


Bei Matrei gibt es rechter Hand eine Imbissbude, an der man sehr gut eine kleine Pause einlegen und eine Kleinigkeit essen kann. Ausgeruht geht es dann auf zum letzten Streckenabschnitt: Hinauf auf den Brenner und wieder herunter ins Sterzinger Becken, wo das Wipptal, das Ridnauntal und das Pfitscher Tal zusammentreffen.

Südtirol – ein bisschen Italien, ein bisschen Tirol

Der Streckenverlauf wird ab Matrei wieder etwas weniger kurvig, bleibt aber landschaftlich höchst reizvoll, die Zeit bis zur Landesgrenze nach Italien, kurz vor der Ortschaft Brenner, vergeht schnell. Mitten im Ort befindet sich auch der Brennerpass, und wer gleich Lust auf Pizza und einen echt italienischen Cappuccino hat, findet am Straßenrand genügend Möglichkeiten für eine Einkehr.

Wir jedoch sparen uns unseren Pizzahunger für den Abend auf. Ab dem Brenner geht es relativ schnell wieder bergab, nach knapp 20 Kilometern durchfährt man schon Sterzing. Wir bleiben auf der Landstraße, die nun nahezu parallel zur (mautpflichtigen) Autobahn verläuft. Um zu verhindern, dass LKWs die Landstraße nutzen, um Maut zu sparen, gilt hier schon länger eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 60 km/h. Das kommt mir – als chronische Schleicherin – natürlich entgegen, und so cruisen wir gemütlich und bei strahlendem Sonnenschein weiter Richtung Süden, umgeben von wunderschönen Bergen.

Bei der Gelegenheit auch gleich ein Hinweis zum Tanken in Italien:

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Tanken in Italien

Gerade abseits der üblichen Touristenstrecken – und manchmal selbst dort – findet man häufig Automatentankstellen. Leider funktionieren diese unserer Erfahrung nach sehr oft nicht mit der Kreditkarte, sondern nehmen nur Geldscheine an. Man muss also vorher wissen, für welchen Betrag man tanken möchte. Das ist für mich, da mein Motorrad keine Tankanzeige hat, höchst unangenehm. Schließlich kann ich dadurch immer nur ungefähr abschätzen, wie voll mein Tank gerade ist. Daher solltet ihr (besonders bei kleinem Tankinhalt) jede „bemannte“ Tankstelle nutzen.

Kurz hinter der trutzig aufragenden Festung Franzensfeste biegt man links ab ins Pustertal, danach haben wir es nicht mehr weit. Nach weniger als 20 Minuten erreichen wir St. Sigmund (Bozen) und biegen kurz darauf rechts ein zum Camping Gisser. Der Platz ist sehr weitläufig, bietet viel schattige Plätze, besitzt einen Swimmingpool und in der angeschlossenen Gaststätte kann man auch gut frühstücken.

Doch für das Abendessen haben wir etwas anderes geplant. Schnell nur noch das Zelt aufgebaut und geduscht, anschließend geht es zu Fuß ein paar Meter an der Hauptstraße entlang zurück in die Richtung, aus der wir gekommen sind. Und dort liegt das heimliche Ziel unserer Etappe: die Pizzeria Petra. Hier gibt es nicht nur großartige Pizzen, sondern auch einen ausgezeichneten Nachtischteller. Gerade das halbgefrorene Haselnusseis ist einfach nur gigantisch gut! Besser kann man einen ersten Urlaubstag kaum ausklingen lassen, finde ich…

Routenüberblick

Datum: 14. August 2011
Schwierigkeitsgrad: einfach bis mittelschwer
Länge: 233 km, ca. 4 h
Eindrücke: Für mich noch immer eine der schönsten Routen nach Italien.

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