Italien 2011 - Motorradtouren - In fremden Gefilden https://www.in-fremden-gefilden.de/category/reisen/italien/italien-2011/ Anja und Marvin brausen durch die Welt Sun, 14 May 2017 06:05:48 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.1.10 Heimkehr – Von Sterzing nach München https://www.in-fremden-gefilden.de/reisen/italien/heimkehr-von-sterzing-nach-muenchen/ https://www.in-fremden-gefilden.de/reisen/italien/heimkehr-von-sterzing-nach-muenchen/#respond Thu, 18 Feb 2016 12:36:13 +0000 https://www.in-fremden-gefilden.de/?p=2501 Unser heutiger Weg hängt wohl jedem halbwegs aktiven Motorradfahrer zum Hals raus: der Heimweg. Gerade den letzten Teil dieser Strecke ist man im Normalfall schon viele Dutzend Male […]

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Unser heutiger Weg hängt wohl jedem halbwegs aktiven Motorradfahrer zum Hals raus: der Heimweg. Gerade den letzten Teil dieser Strecke ist man im Normalfall schon viele Dutzend Male gefahren. Je näher man seinem Ziel kommt, desto vertrauter ist der Straßenbelag, die Kurven grüßen einen bereits mit Vornamen und selbst die Kühe auf den Wiesen nicken kameradschaftlich.

Da ist es von Vorteil, wenn man für eine gewissen Abwechslung sorgen kann, solange man seinem Wohnort noch nicht allzu nahe ist. Wir haben Glück, von Sterzing nach München gibt es massig schöne Routen, so zum Beispiel im Westen über das Timmelsjoch, im Anschluss über den Fernpass oder das abenteuerliche Hahntenjoch.

Erneut über den Brenner

Uns macht jedoch die Hitze zu schaffen, noch immer ist keine Abkühlung zu erwarten. Daher entscheiden uns für die kürzeste Route, dem altbekannten Brenner. Auch hier kann man schließlich etwas variieren, gibt es doch noch eine schöne Strecke etwas östlich der alten Brennerstraße, die ich vor vielen Jahren einmal gefahren bin – und die ich heute gerne wieder fahren würde.

Bis hinauf zum Brennerpass bleibt aber nur die Wahl zwischen Autobahn und Landstraße und wir wählen – klar – natürlich letzteres. Vom Hotel aus sind es nur wenige Meter quer durch Sterzing und schon sind wir auf dem richtigen Weg. Entspannt düsen wir über die nur mäßig kurvige und gut ausgebaute Straße, die sanft und stetig bergauf führt. Ungefähr die Hälfte dieser Strecke befinden wir uns auch in Sichtweite zur Autobahn. Nicht so schön, aber das Tal ist hier so schmal, dass die Straßen einfach nur nebeneinander verlaufen können.

Das ändert sich jedoch sehr schnell: Kaum hat man – nach der Ortschaft Brenner – die Grenze nach Österreich überschritten, so weitet sich das Tal, die Umgebung wird (noch) idyllischer und die Landstraße geht auch mal ihren eigenen Weg. Kurz hinter Matrei sollten wir nun auch auf die Strecke am östlichen Rand des Tales abzweigen … doch trotz unseres aufmerksamen Suchens verfehlen wir die richtige Abfahrt und bleiben somit bis Innsbruck auf der alten Brennerstraße. Macht nichts, ist trotzdem schön!

Frischer Wind am Walchensee

Auch danach verzichten wir zunächst auf Experimente (diesmal freiwillig) und fahren die übliche Strecke: den Zirler Berg hinauf, vorbei an den heute zahlreich mit überhitztem Motor liegengebliebenen Autos und weiter nach Scharnitz und Mittenwald. Hier verwerfen wir spontan unseren ursprünglichen Plan, den schnellen Weg über Garmisch und die Autobahn zu nehmen. Das Fahren macht gerade so viel Spaß und der Fahrtwind kühlt so angenehm, dass wir gleich hinter Mittenwald kurzerhand abbiegen nach Krün, Richtung Wallgau und Walchensee. Diese Route ist kilometermäßig tatsächlich sogar etwas kürzer als der Weg über Garmisch, dauert aber länger, weil man nicht so schnell fahren kann. Dafür ist sie landschaftlich – wie ich finde – schöner, vor allem aber abwechslungsreicher.

Die gepflegten und sehr bayerischen Dörfer Krün und Wallgau sind für sich schon eine Augenweide, aber danach geht es erst so richtig los. Eine schmale, angenehm kurvige und sehr gute Straße führt durch Wälder und Wiesen hinauf und hinunter, bis man schließlich zum Walchensee gelangt. Dieser bei Surfern und Tauchern sehr beliebte Bergsee liegt in bezaubernder Umgebung, im Ort Walchensee oder in Urfeld (am anderen Ende des Sees) kann man prima eine Pause einlegen und eine Kleinigkeit essen. Wer hier gerne einmal Urlaub machen möchte: Den hiesigen Campingplatz kann ich nur empfehlen. Er liegt direkt am südlichen Ufer des Sees, die Ausstattung ist sehr gut und die Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung sind enorm vielfältig.

Marvin und ich machen eine kurze Pause am Ufer des Walchensees und genießen den dort so häufig wehenden Wind (ein Grund für die Beliebtheit bei Surfern), ehe wir wieder auf die Motorräder steigen und uns aufmachen zum nächsten Highlight dieser Route:

Die Kesselbergstraße

Hierzu zitiere ich einfach einmal Wikipedia:

Das Symbol zur Infobox

Die Kesselbergstraße

Die Kesselbergstraße ist eine stark befahrene und gut ausgebaute Verbindungsstraße und führt in zahlreichen Kehren zum Pass hinauf. Unterwegs gibt es mehrere gern besuchte Aussichtspunkte mit schönem Blick über den Kochelsee und Teile des Alpenvorlands. In der Vergangenheit gab es auf dieser Strecke durch illegale Rennen und überhöhte Geschwindigkeit zahlreiche Todesopfer. Als Konsequenz gilt nun am Wochenende und an Feiertagen in Richtung Walchensee eine Sperrung für Motorräder, eine durchgehende Geschwindigkeitsbegrenzung auf 60 km/h sowie ein Überholverbot auf der gesamten Passstrecke. Für Motorradfahrer ist die Straße nach wie vor ein beliebtes Ausflugsziel.


Wie in diesem Wikipedia-Artikel erwähnt, darf man an Wochenenden und Feiertagen die Kesselbergstraße als Motorradfahrer tatsächlich nur in eine Richtung befahren, nämlich von oben nach unten, also von Urfeld (am nördlichen Ufer des Walchensees) hinunter nach Kochel am See. Da heute Freitag ist – welcher offiziell noch nicht zum Wochenende zählt – kann uns das egal sein, zudem kommen wir sowieso aus der „erlaubten“ Richtung.

Doch unabhängig davon würde ich diese Straße an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen grundsätzlich meiden. An diesen Tagen ist sie – gerade bei schönem Wetter – nämlich in der Tat sehr stark befahren und es macht einfach keinen Spaß, inmitten von Autokolonnen hinunterzuschleichen, dabei immer voller Sorge, dass der Fahrer im Auto vor einem plötzlich auf die Bremse tritt, weil er einen besonders schönen Aussichtspunkt erspäht hat.

Entspanntes Fahren sieht anders aus – nämlich so wie bei uns heute: Bei nur mäßigem Verkehr können wir die zahlreichen Kehren ausgiebig genießen. Eine Warnung an dieser Stelle an unerfahrene Fahrer: Der Kesselberg sollte nicht unterschätzt werden. Die Kurven werden teilweise nach hinten hin enger und fordern daher die ganze Aufmerksamkeit des Fahrers. Also nicht leichtsinnig werden, sondern immer ein wenig Sicherheitspuffer lassen – dann kommt man auch gut unten an!

Das letzte Stück nach München

Ab Kochel wird es flach – und bleibt es auch. Wir fahren unseren üblichen Weg über Penzberg nach Wolfratshausen. Am Wolfratshausener Berg holen uns ein paar kleine Kehren kurz aus unserer Schläfrigkeit, dann geht weiter, vorbei an Icking und Schäftlarn. Der Straßenbelag kommt uns sehr bekannt vor, die Kurven grüßen uns, die Kühe nicken uns zu … und wir wissen: Es ist nicht mehr weit bis nach Hause.

Am frühen Nachmittag sind wir schließlich da und tauschen die motorisierten Zweiräder sogleich gegen die unmotorisierten: Nach dem Gepäckabladen und einer kurzen Dusche schwingen wir uns auf die Fahrräder und ab geht es in die Waldwirtschaft. Ist heute doch prächtigstes Biergartenwetter 🙂

Routenüberblick

Datum: 19. August 2011
Länge: 190 km, ca. 4h
Schwierigkeit: mittelschwer
Eindrücke: Landschaftlich wie fahrtechnisch eine sehr schöne Route

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Penser Joch – Kurzweil von Bozen nach Sterzing https://www.in-fremden-gefilden.de/reisen/italien/penser-joch-kurzweil-zwischen-bozen-und-sterzing/ https://www.in-fremden-gefilden.de/reisen/italien/penser-joch-kurzweil-zwischen-bozen-und-sterzing/#respond Sun, 07 Feb 2016 08:44:11 +0000 https://www.in-fremden-gefilden.de/?p=2438 Nach zwei faulen Tagen am Gardasee machen sich die Hummeln in unserem Hintern wieder bemerkbar. Es wird Zeit, das Zelt abzubrechen und weiterzufahren. Leider hat die extreme Hitze […]

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Nach zwei faulen Tagen am Gardasee machen sich die Hummeln in unserem Hintern wieder bemerkbar. Es wird Zeit, das Zelt abzubrechen und weiterzufahren.

Leider hat die extreme Hitze die Alpen noch immer fest im Griff, eine Abkühlung ist nicht in Sicht – und ein schattiger Platz unter Kastanienbäumen in einem Münchner Biergarten besitzt plötzlich enorme Anziehungskraft. Also streichen wir endgültig den Plan, noch einen Abstecher in die Schweiz zu machen, schnappen uns die Karte und überlegen, wie wir auf dem besten Weg wieder zurück in die Heimat kommen.

Sicher könnten wir die insgesamt knapp 400 Kilometer von Pacengo nach München auch an einem Tag fahren, aber mehrere Stunden auf der Autobahn und sämtliche schönen Pässe ignorieren? Nope – so eilig haben wir es jetzt auch wieder nicht. Zudem fällt uns ein, dass es in der Altstadt von Sterzing ein nettes Restaurant gibt – also steht unser heutiges Tagesziel fest.

Uferstraße im Schritttempo

Nach dem Abschied von unseren Freunden machen wir uns auf den Weg. Die Sonne glüht bereits wieder heftig vom Himmel und wir – selbstverständlich in voller Motorrad-Montur – glühen ebenfalls, als wir auf die östliche Uferstraße des Gardasees einbiegen. Hurra, jetzt wird der Fahrtwind uns kühlen, glauben wir, doch erneut gönnt sich der italienische Stau-Teufel einen Spaß mit uns. Irgendwie hat er es dieses Jahr auf uns abgesehen …

Wer diese Strecke kennt, der weiß, dass sich hier eine kleine Ortschaft an die nächste reiht. Und heute  – es ist Donnerstag, mitten im August – reiht sich auch ein Auto an das nächste. Natürlich genau in die Richtung, in die wir wollen, die Gegenfahrspur ist frei. Als wir nach einer Stunde noch immer nicht bis nach Bardolino gekommen, dafür aber in unseren Klamotten schon fast gar gekocht sind, geben wir auf. Wir wenden, fahren in wenigen Minuten (grmpf) nach Lazise zurück und nehmen die Landstraße über Pastrengo, Rovereto und Trento nach Bozen.

Freie Fahrt bis Bozen

Auch keine schlechte Wahl, wie wir bald merken. Zwar führt die Straße über weite Strecken parallel zur Autobahn, bewegt sich aber auch immer wieder von dieser weg und ist insgesamt sehr stressfrei und angenehm zu fahren. Durch die vor vielen Jahren eingeführte Geschwindigkeitsbegrenzung (meist 60 km/h) wird sie auch kaum von LKWs benutzt, was uns ebenfalls gefällt.

Irgendwo zwischendrin tanken wir und lassen uns an der Tankstelle auch gleich zwei dieser leckeren Sandwiches mit Schinken und Käse warm machen. Dazu einen Cappuccino und ein kaltes Getränk – passt! Sogar eine Luftdruckpumpe gibt es hier 🙂

Die Zeit bis nach Bozen vergeht wie im Flug, auch wenn unser Navi uns zwischendrin hartnäckig auf einen für den öffentlichen Verkehr gesperrten Feldweg in die Irre führen will. Wir widersetzen uns jedoch und nach einer kurzen Schmoll-Pause zeigt Günni (so heißt unser Navi) uns auch wieder eine akzeptable Route.

Mit Schwung über das Penser Joch

In Bozen verlassen wir die Strecke an der Autobahn und fahren stattdessen quer durch die Stadt, vorbei an Schloss Runkelstein (was für ein Name!) in Richtung Pens. Diesen Weg können wir jedem nur ans Herz legen: Nach einigen Tunneln am Anfang öffnet sich das Tal recht bald und man hat eine wunderbare Aussicht auf die Berge rundherum. Die Straße selbst führt – außer natürlich über das Penser Joch – eigentlich nur zu den hier angesiedelten kleinen Ortschaften, ist daher kaum befahren. Meistens begegnen wir lediglich anderen Motorradfahrern.

Der fahrerische Anspruch ist mäßig. Zwar ist die Straße stellenweise schmal, manchmal ist der Straßenbelag auch brüchig oder verschmutzt, rasen ist also nicht zu empfehlen. Die Strecke ist aber immer gut einsehbar, nie allzu steil und an keiner Stelle in irgendeiner Weise beängstigend. Ein guter Einstieg in das Pässe-Fahren auch für Anfänger.

Oben auf dem Pass selbst sammeln sich – wie üblich – die Motorradfahrer rudelweise. Wir gesellen uns dazu und genießen für eine Weile die tollen Ausblicke. Schließlich steigen wir wieder auf die Mopeds und beschwingt geht es die letzten Kilometer in sanften Serpentinen bergab. Nicht lange danach kommen wir im Tal unmittelbar bei Sterzing an. Jetzt gilt es, eine Unterkunft zu suchen.

Gemütliches Abhängen in Sterzing

Zwar besitzt Sterzing auch einen Campingplatz, aber da wir durch den verkürzten Urlaub etwas Geld gespart haben, beschließen wir, uns ein Hotel zu gönnen. Bereits beim zweiten Versuch haben wir Glück und bekommen ein Zimmer. Und nicht nur das, wir dürfen unsere Motorräder auch sicher und geschützt im privaten Hinterhof des Hotels parken – sehr nett!

Das Zimmer ist gemütlich und plötzlich kommt doch eine gewisse Erschöpfung bei uns durch. Fahren bei großer Hitze ist anstrengender, als man meint. Wir legen uns aufs Bett – nur ein bisschen ausruhen, denken wir – und sind nach wenigen Minuten fest eingeschlafen.

Der Hunger weckt uns am späten Nachmittag. Kein Problem, befinden wir uns doch direkt an der Quelle sehr guten Essens, wie wir von einem früheren Besuch wissen. Nach einer schnellen Dusche marschieren wir voller Vorfreude in die nahegelegene Sterzinger Altstadt – und füllen unsere knurrenden Mägen im Ristorante Kolping, unbedingt empfehlenswert und recht leicht zu finden: Direkt in der Altstadt befindet sich der Durchgang zum Kolpinghaus, in dessen Hof die Tische des Restaurants stehen (Innenräume gibt es natürlich auch).

Wir futtern uns quer durch die halbe Speisekarte, verzichten aber auf einen Nachtisch und gönnen uns später lieber noch eine Portion Eis beim Schlendern durch die schönen Straßen der Altstadt. Ein toller letzter Abend unseres zwar kurzen, aber trotzdem abwechslungsreichen Urlaubs!

Routenüberblick

Datum: 18. August 2011
Schwierigkeitsgrad: mittelschwer
Länge: 205 km, ca. 3 h
Eindrücke: Eine kurzweilige Strecke mit einem Pass ohne nennenswerte Schwierigkeiten, dafür mit toller Aussicht – gut für Anfänger!

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Ein Hoch auf den Monte Grappa https://www.in-fremden-gefilden.de/reisen/italien/ein-hoch-auf-den-monte-grappa/ https://www.in-fremden-gefilden.de/reisen/italien/ein-hoch-auf-den-monte-grappa/#respond Sat, 30 Jan 2016 08:16:17 +0000 https://www.in-fremden-gefilden.de/?p=2398 Nicht nur für Paraglider und Pizzaliebhaber hat das Gebiet rund um Rocca etwas zu bieten, sondern auch für uns Motorradfahrer: Es gibt hier eine sehr schöne Strecke, die […]

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Nicht nur für Paraglider und Pizzaliebhaber hat das Gebiet rund um Rocca etwas zu bieten, sondern auch für uns Motorradfahrer: Es gibt hier eine sehr schöne Strecke, die direkt über den Monte Grappa führt – und genau die wollen wir heute befahren.

Sofort nach dem Frühstück (Gebäck und Cappuccino, was auch sonst :-)) brechen wir auf. Im Gegensatz zum gestrigen Schnodderwetter verspricht es heute, ein sehr heißer Tag zu werden. Der Himmel ist strahlend blau und die Sicht entsprechend weit – ausgezeichnet!

Über den Monte Grappa

Vom Campingplatz aus fahren wir zuerst ein kleines Stück zurück in die Richtung, aus der wir gestern gekommen sind. Doch nicht weit: Schon nach wenigen Kilometern, bei Caupo, führt rechts die SP 148 auf den Monte Grappa. Diese Straße ist sehr schmal und schlängelt sich gleich zu Beginn in erfreulich engen Serpentinen den Hang hinauf. Oben angekommen geht es etwas flacher weiter, über Almwiesen und durch Wälder, mit grandiosem Ausblick auf die umliegenden Täler und die Po-Ebene. Ein Traum!

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Wir sind nicht allein

Wenn es euch einmal in dieses Gebiet verschlägt, müsst ihr diese Strecke unbedingt ausprobieren. Eine gewisse Vorsicht (und Rücksicht) beim Fahren ist jedoch angebracht. Die Straße wird auch von Wanderern, Radfahrern und Kühen benutzt – wobei erstere häufig mitten auf der Fahrbahn laufen und letztere gerne einmal ihr verdautes Mittagessen auf dem Asphalt hinterlassen. Man sollte also langsam und aufmerksam fahren und lieber ausgiebig die tolle Aussicht genießen. Von der gibt es nämlich eine Menge!

Marvin und ich tuckern langsam über die sanft gewundene Straße und begegnen nur hin und wieder anderen Menschen. Immer wieder bleiben wir stehen, gehen ein paar Schritte, bewundern die Landschaft und sind froh, dass es heute nicht regnet. Im Gegenteil: Langsam fangen wir sogar an zu schwitzen. Als es schließlich auf der anderen Seite des Berges in erneut wunderbar anspruchsvollen Serpentinen herunter bis nach Bassano del Grappa geht, ist es so richtig heiß geworden und wir können es kaum erwarten, dass es nun auf den Landstraßen der Po-Ebene bald schneller vorangehen und uns der Fahrtwind kühlen wird.

Die Po-Ebene – es wird heiß!

Tja. Leider haben wir die Rechnung ohne den italienischen Verkehr gemacht. Es ist wie verhext: Ein paar Kilometer kommen wir flott voran, dann staut es sich aus unerfindlichen Gründen und unsere Motoren (und unsere behelmten Köpfe) drohen überzukochen. Endlich löst sich der Stau – aus ebenso unerfindlichen Gründen – wieder auf, wir jubeln, weil wir glauben, nun geht es weiter, geben Gas … und befinden uns fünf Minuten später erneut im Stau. Grmpf. Vielleicht hätten wir doch die Autobahn nehmen sollen? Nein, Landstraße ist schöner, basta! Oder?

Wenigstens führt uns unser neu erworbenes Navi zuverlässig in die richtige Richtung, so dass mir ein Tobsuchtsanfall wegen der teilweise unmöglichen Beschilderung italienischer Straßen (wie im letzten Jahr) erspart bleibt. Trotzdem leide ich zunehmend unter der Hitze und ertappe mich sogar dabei, mir ein bisschen vom gestrigen Regen herbeizuwünschen.

Italien im August – warum tun wir uns das nur immer wieder an?

Zu allem Überfluss verliert der Vorderreifen meiner BMW Luft. Was er schon länger tut und normalerweise auch kein Problem ist, ich fülle einfach bei jedem Tanken etwas Luft nach und gut. Nicht so heute: Weil bewegliche Gegenstände hier wohl gerne Füße bekommen, finde ich an keiner Tankstelle eine Luftdruckpumpe. Und den Tankwart fragen geht auch nicht: Es ist gerade Mittagszeit und sämtliche Tankstellen an der Landstraße sind verwaist. Auf Autobahn-Tankstellen gibt es sicherlich keine Mittagspausen, dafür aber Luftdruckpumpen!

Endlich am Ziel: Pacengo

Doch trotz dieser Widrigkeiten bleiben wir stur und kämpfen uns tapfer auf der Landstraße weiter gen Westen. Gelohnt hat sich der Verzicht auf die Autobahn allerdings nicht, wie ich zurückblickend zugeben muss: Die Landstraßen sind nicht nur streckenweise überfüllt, sondern auch langweilig zu fahren (weil schnurgerade) und die Umgebung zumeist öde. Daher würde ich für das Durchqueren dieses Gebietes tatsächlich die Autobahn empfehlen – da kommt man wenigstens schnell voran.

Am frühen Nachmittag ist es schließlich geschafft, wir erreichen unser heutiges Ziel: Pacengo, unmittelbar südlich von Lazise. Es erwartet uns eine gute Freundin aus München, die hier ein Grundstück direkt am Gardasee besitzt. Ein wunderschönes Fleckchen Erde, mit einer kleinen Hütte und einer großen Wiese, auf der wir unser Zelt aufschlagen können.

Es sind noch weitere Freunde zu Besuch und so genießen wir den Nachmittag in fröhlicher Runde beim Baden im perfekt temperierten See. Von den anderen erfahren wir, dass für die nächsten Tage Hitzerekorde angesagt sind. Spontan ändern wir unseren ursprünglichen Plan (wir wollten eigentlich am nächsten Tag gleich weiter in die Schweiz fahren) und beschließen stattdessen, zuerst für eine Weile hier am See zu bleiben – mit mehreren Eisdielen und einer der besten Pizzerien Italiens in unmittelbarer Nähe.

Italien im August – herrlich!

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Ohne Namen – dafür mit fantastischer Pizza

Ein Tipp für Pizzaliebhaber:

Im kleinen Hafen von Pacengo gibt es die Pizzeria „Senza Nome“. Diese liegt nicht nur schön (mit Blick direkt auf den See), sondern bietet so ziemlich die besten Pizzen an, die wir je gegessen haben. Und wir haben schon einige probiert 🙂

Routenüberblick

Datum: 16. August 2011
Schwierigkeitsgrad: mittelschwer
Länge: 187 km, ca. 4 h (für den Monte Grappa sollte man sich Zeit nehmen)
Eindrücke: Der Monte Grappa ist großartig. Die Landstraßen der Po-Ebene sind das eher weniger …

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Dolomiten – Via Corvara und Arabba nach Rocca https://www.in-fremden-gefilden.de/reisen/italien/dolomiten-via-corvara-und-arabba-nach-rocca/ https://www.in-fremden-gefilden.de/reisen/italien/dolomiten-via-corvara-und-arabba-nach-rocca/#respond Fri, 22 Jan 2016 10:53:25 +0000 https://www.in-fremden-gefilden.de/?p=2361 Nach einer erholsamen Nacht in unserem neuen Zelt (das deutlich geräumiger ist, als unser altes Mini-Zwei-Mann-Zelt – ein guter Kauf) gönnen wir uns erst einmal ein Frühstück mit […]

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Nach einer erholsamen Nacht in unserem neuen Zelt (das deutlich geräumiger ist, als unser altes Mini-Zwei-Mann-Zelt – ein guter Kauf) gönnen wir uns erst einmal ein Frühstück mit frischen Croissants und herrlichem Cappuccino im Campingplatzrestaurant. Zwei der vielen schönen Dinge an einem Italienurlaub sind die teilweise sehr günstigen Preise in Restaurants und die hohe Qualität des Essens. Das merkt man bereits hier in Südtirol: Die Croissants sind knusprig-frisch und die Kaffees ebenso perfekt. Und alles kostet weniger, als man bei uns an einem Stehtisch in einer Bäckerei dafür bezahlen würde. Aus diesem Grund nehmen wir nie Kochgeschirr mit auf unsere Italien-Urlaube. Kochen lohnt nicht, essen gehen ist billig und ungleich besser.

Die Dolomiten in Wolken

Nach dem Packen fahren wir für wenige Kilometer weiter Richtung Osten, um dann bei St. Lorenzen nach Süden abzubiegen. Nun geht es nach oben. Auf schmalen, aber gut ausgebauten Straßen und durch einige Tunnels schraubt sich der Weg in die Dolomiten. Leider auch zunehmend hinein in schlechtes Wetter. Bei Corvara schließlich beginnt es zu regnen – und hört für eine ganze Weile nicht mehr auf, so dass wir mangels trockener Gelegenheit keine Fotos von großen Teilen der Strecke haben.

Das Gebiet um Corvara und Arabba kenne ich ursprünglich von Skiurlauben her – ein wunderbares Skigebiet übrigens, auf alle Fälle empfehlenswert – aber auch im Sommer ist es beeindruckend schön. Steile Felsformationen, zig Pässe, dazwischengestreute Ortschaften und Wiesen – schade, dass wir heute so gut wie nichts davon zu sehen bekommen. Wenigstens kennt Marvin das Gebiet noch von unserer Tour im Jahr 2010 und kann sich ungefähr vorstellen, was sich hinter den Wolken verbirgt.

Doch trotz des widrigen Wetters macht das Fahren Spaß. Der Vorteil ist, dass sich außer uns kaum jemand auf den Straßen befindet. Somit können wir in angepasster Langsamkeit mit unseren Motorrädern über die teilweise sehr schmalen, steilen und engen Kurven hinauf bis zum höchsten Punkt der Etappe, ungefähr bei Arabba, klettern. Danach geht es – streckenweise genauso schmal, steil und eng – wieder nach unten. Wir lassen uns Zeit und konzentrieren uns aufs Fahren. Die nassen Straßen sind rutschig, da sollte man besser aufmerksam sein.

Ab Agordo werden die Straßen flacher und weniger kurvig, man kann nun deutlich flotter fahren. Auch das Wetter besinnt sich endlich eines Besseren, die Wolkendecke reißt teilweise auf und beschert uns immer wieder grandiose Ausblicke auf die Berge um uns herum. Außerdem wird es merklich wärmer – was gut ist, denn inzwischen sind wir schon ziemlich ausgekühlt. Dank des nunmehr milden Fahrtwindes trocknet unsere Kleidung jedoch rasch. Nur meine Socken sind noch nass. Das kommt davon, wenn man zu faul ist, sich die Regengamaschen aus den Koffern zu kramen…

Die Po-Ebene begrüßt uns mit Sonnenschein

Schließlich erreichen wir die die südlichen Alpenausläufer am Rande der Po-Ebene und endlich wird es auch so richtig sonnig! Bei allerbestem Wetter erreichen wir das Ziel unserer heutigen Etappe, Rocca. Dieser kleine, etwas versteckt liegende Ort am Monte Grappa dürfte vor allem Paraglidern bekannt sein, befindet sich doch direkt neben dem Campingplatz ein Landeplatz für die Gleitschirmspringer. Fasziniert gucken wir eine Weile den Paraglidern zu – und bekommen einen riesigen Schrecken, als sich einer davon in einer engen Spirale nach unten schraubt. Der stürzt ab, denken wir uns! Doch gleich danach erkennen wir, was passiert ist: Durch den See, der hier ebenfalls unmittelbar anschließt, werden an dieser Stelle bevorzugt Sicherheitsübungen in der Luft durchgeführt. Denn falls so eine Übung einmal schiefgeht, landet der Flieger wohlbehalten im Wasser. Nun, der von uns Beobachtete schafft es, seinen Schirm wieder in den Griff zu bekommen und landet kurz darauf neben uns auf der Wiese. Puh!

Mit noch immer klopfendem Herzen suchen wir uns einen Platz für unser Zelt. Der Camping Lago Arsiè ist ziemlich voll, doch wir entdecken einen schönen, großen Bereich, auf dem wir uns niederlassen. Eigentlich hätten wir misstrauisch sein sollen, weil hier überhaupt noch niemand steht – sind wir aber nicht. Und bereuen es später bitter …

Gleitschirme und Tanzmusik in Rocca

Doch zuerst machen wir uns frisch, hängen die nassen Socken auf und duschen. Und dann testen wir das Campingplatz-Restaurant – mit außerordentlich guten Ergebnissen. Marvin’s Pizza ist einfach nur noch großartig und meine Pasta mit frischen Steinpilzen ebenso. Es lebe Italien und sein gutes Essen! Nach dem genauso grandiosen Nachtisch machen wir es uns in der Nähe unseres Zeltes bei ein paar Partien Schach gemütlich und beobachten dabei die Paraglider bei ihren Absturz-Übungen. So lässt es sich leben :-).

Als dann die Dämmerung langsam hereinbricht und wir uns müde in unsere Schlafsäcke zurückziehen wollen, wird endlich klar, warum rund um uns herum kein anderer campt: Wir stehen in unmittelbarer Nähe zu der Tanzfläche des Campingplatzes. Und heute findet eine Tanzveranstaltung statt, bei der unglaublich laut Musik gespielt wird und sich verblüffend viele Tanzpaare bis spät in die Nacht auf der Tanzfläche vergnügen.

So ein Pech, ausgerechnet heute – ich will schlafen! Doch erst nachdem ich mir eine halbe Rolle Klopapier in die Ohren gestopft habe, gelingt mir das auch …

Routenüberblick

Datum: 15. August 2011
Schwierigkeitsgrad: mittelschwer
Länge: 155 km, ca. 4 h, bei trockenem Wetter schneller
Eindrücke: Eine wunderschöne Route quer durch die Dolomiten bis an die Po-Ebene.

Der Beitrag Dolomiten – Via Corvara und Arabba nach Rocca erschien zuerst auf In fremden Gefilden.

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Italien-Hausstrecke – Über den Brenner bis ins Pustertal https://www.in-fremden-gefilden.de/reisen/italien/passhopping-ueber-den-brenner-bis-ins-pustertal/ https://www.in-fremden-gefilden.de/reisen/italien/passhopping-ueber-den-brenner-bis-ins-pustertal/#respond Thu, 06 Aug 2015 17:25:22 +0000 https://www.in-fremden-gefilden.de/?p=612 Nachdem Marvin 2010 tapfer seine MZ quer durch Südtirol durch Italien bis nach Venedig (und zurück!) gebracht hat, musste im Folgejahr natürlich auch seine neue BMW F 800 […]

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Nachdem Marvin 2010 tapfer seine MZ quer durch Südtirol durch Italien bis nach Venedig (und zurück!) gebracht hat, musste im Folgejahr natürlich auch seine neue BMW F 800 GS den Alpentest bestehen. Und weil wir im Münchner Süden wohnen, wählen wir für unseren ersten Urlaubstag im August 2011 als Etappenziel gleich das Pustertal (Südtirol).

Am Anfang war die Autobahn

Die Streckenvarianten von München bis zum Brenner sind unzählig, wir bevorzugen den Weg über Garmisch, den Zirler Berg und den Brenner, unsere Hausstrecke sozusagen.

Bis kurz vor Garmisch kann man getrost die knapp 60 km lange Autobahn nehmen, ohne viel Landschaft zu verpassen – letztere ist zwar hübsch, aber lohnt den zeitlichen Mehraufwand nur bedingt.

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Vorsicht: An Tagen mit viel (Ausflugs-)Verkehr bildet sich am Ende der Autobahn (bei Eschenlohe) gerne mal ein Stau. Hier kann man dann entweder gleich von vorneherein eine andere Strecke (oder einen anderen Tag) wählen, oder muss den Stau einfach erdulden – ein Ausweichen auf die Landstraße bringt wenig, meist steht man dort genauso lange, da Landstraße und Autobahn hier ineinander übergehen.

Sieht man bei der Anfahrt die Alpen immer näher heranrücken, während man selbst noch auf flachem Gebiet fährt, so schließen einen die Berghänge ab Eschenlohe so langsam von beiden Seiten ein. Die Straße selbst ist nicht sehr spannend, aber die Ausblicke nach rechts, links und vorne machen Laune.
Gleich hinter dem Ort Garmisch – den man direkt durchfährt – geht es dann langsam aber sicher in die Höhe. Die Straße ist übersichtlich, gut ausgebaut und nur mäßig kurvig, so dass man die immer grandioser werdende Berglandschaft entspannt genießen kann. Recht bald erreicht man Mittenwald, lässt es rechts liegen und kommt kurz darauf an den ersten Pass, den Scharnitz Pass, auch Scharnitzer Klause genannt. Hier befindet sich auch der Grenzübergang nach Österreich, doch bis auf eine kurze Strecke mit starker Geschwindigkeitsbeschränkung merkt man nicht allzu viel davon (vom Pass übrigens auch nicht). Wenn man in Österreich auch die Autobahnen nutzen möchte, so kann man kurz vor Scharnitz an einer Tankstelle die hierzu notwendige Vignette erwerben.

Wir brauchen jedoch keine, also fahren wir weiter, erreichen bald Seefeld in Tirol und schließlich, kurz nach Leithen (hier unbedingt die Geschwindigkeitsbeschränkung innerhalb geschlossener Ortschaften beachten – die Bewohner dieses kleinen, verkehrsgeplagten Dorfes reagieren verständlicherweise empfindlich auf Raser) ist er da, der Schrecken vieler Autofahrer: der Zirler Berg.

Für uns Motorradfahrer ist er jedoch keine Herausforderung, einfach zweiten oder dritten Gang einlegen und herunterrollen :-). Kurz vor dem Ende der steilen Abfahrt gibt es eine verhältnismäßig enge Kehre, an der sich auch ein Aussichtspunkt mit Gasthaus und Parkplatz befindet (ein schöner Platz für einen Kaffee zwischendurch, mit Blick über das Inntal), aber mehr ist an Schwierigkeit nicht geboten.

Die Brenner-Landstraße – eine der schönsten Alpenstrecken

Nach der Kehre geht es eigentlich nur noch geradeaus, mit Schwung erreicht man das Tal und bleibt auf der Landstraße nach Innsbruck. Weiter geht’s auf die sogenannte „alte Brennerstraße“, wobei es sich hier um nichts anderes als die Landstraße Nr. 182 über den Brennerpass nach Italien handelt. Die Autobahn ist langweilig und kostet Maut, somit ist das für uns keine Alternative. Zudem die alte Brennerstraße auch richtig viel Spaß zum Fahren macht und noch dazu als eine der schönsten Alpenstraßen gilt.

Jetzt werden die Kurvenabstände kürzer, die Straße enger und die Hänge steiler, der fahrerische Anspruch steigt. Doch allein schon der Moment, an dem man unter der riesigen Europabrücke durchfährt (oben verläuft die Autobahn) lohnt die Streckenwahl. Die Geschwindigkeit ist nahezu über die gesamte Strecke auf 60 km/h beschränkt – und man sollte sich auch daran halten, denn man weiß nie, was einen hinter der nächsten Kurve zum Bremsen zwingt. Häufig gibt es landwirtschaftlichen Verkehr, auch ist die Straßenoberfläche nicht immer optimal gepflegt, also wachsam sein und nicht hetzen! Ich habe bereits einmal einen tragischen Motorradunfall auf dieser Strecke miterlebt und möchte das keinem anderen wünschen.


Bei Matrei gibt es rechter Hand eine Imbissbude, an der man sehr gut eine kleine Pause einlegen und eine Kleinigkeit essen kann. Ausgeruht geht es dann auf zum letzten Streckenabschnitt: Hinauf auf den Brenner und wieder herunter ins Sterzinger Becken, wo das Wipptal, das Ridnauntal und das Pfitscher Tal zusammentreffen.

Südtirol – ein bisschen Italien, ein bisschen Tirol

Der Streckenverlauf wird ab Matrei wieder etwas weniger kurvig, bleibt aber landschaftlich höchst reizvoll, die Zeit bis zur Landesgrenze nach Italien, kurz vor der Ortschaft Brenner, vergeht schnell. Mitten im Ort befindet sich auch der Brennerpass, und wer gleich Lust auf Pizza und einen echt italienischen Cappuccino hat, findet am Straßenrand genügend Möglichkeiten für eine Einkehr.

Wir jedoch sparen uns unseren Pizzahunger für den Abend auf. Ab dem Brenner geht es relativ schnell wieder bergab, nach knapp 20 Kilometern durchfährt man schon Sterzing. Wir bleiben auf der Landstraße, die nun nahezu parallel zur (mautpflichtigen) Autobahn verläuft. Um zu verhindern, dass LKWs die Landstraße nutzen, um Maut zu sparen, gilt hier schon länger eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 60 km/h. Das kommt mir – als chronische Schleicherin – natürlich entgegen, und so cruisen wir gemütlich und bei strahlendem Sonnenschein weiter Richtung Süden, umgeben von wunderschönen Bergen.

Bei der Gelegenheit auch gleich ein Hinweis zum Tanken in Italien:

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Tanken in Italien

Gerade abseits der üblichen Touristenstrecken – und manchmal selbst dort – findet man häufig Automatentankstellen. Leider funktionieren diese unserer Erfahrung nach sehr oft nicht mit der Kreditkarte, sondern nehmen nur Geldscheine an. Man muss also vorher wissen, für welchen Betrag man tanken möchte. Das ist für mich, da mein Motorrad keine Tankanzeige hat, höchst unangenehm. Schließlich kann ich dadurch immer nur ungefähr abschätzen, wie voll mein Tank gerade ist. Daher solltet ihr (besonders bei kleinem Tankinhalt) jede „bemannte“ Tankstelle nutzen.

Kurz hinter der trutzig aufragenden Festung Franzensfeste biegt man links ab ins Pustertal, danach haben wir es nicht mehr weit. Nach weniger als 20 Minuten erreichen wir St. Sigmund (Bozen) und biegen kurz darauf rechts ein zum Camping Gisser. Der Platz ist sehr weitläufig, bietet viel schattige Plätze, besitzt einen Swimmingpool und in der angeschlossenen Gaststätte kann man auch gut frühstücken.

Doch für das Abendessen haben wir etwas anderes geplant. Schnell nur noch das Zelt aufgebaut und geduscht, anschließend geht es zu Fuß ein paar Meter an der Hauptstraße entlang zurück in die Richtung, aus der wir gekommen sind. Und dort liegt das heimliche Ziel unserer Etappe: die Pizzeria Petra. Hier gibt es nicht nur großartige Pizzen, sondern auch einen ausgezeichneten Nachtischteller. Gerade das halbgefrorene Haselnusseis ist einfach nur gigantisch gut! Besser kann man einen ersten Urlaubstag kaum ausklingen lassen, finde ich…

Routenüberblick

Datum: 14. August 2011
Schwierigkeitsgrad: einfach bis mittelschwer
Länge: 233 km, ca. 4 h
Eindrücke: Für mich noch immer eine der schönsten Routen nach Italien.

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