Kroatien 2018 - Motorradtouren - In fremden Gefilden https://www.in-fremden-gefilden.de/category/reisen/kroatien/kroatien-2018/ Anja und Marvin brausen durch die Welt Fri, 20 Mar 2020 09:06:15 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.1.10 Heimreise – und ein Fazit https://www.in-fremden-gefilden.de/reisen/kroatien/kroatien-2018/heimreise-und-ein-fazit/ https://www.in-fremden-gefilden.de/reisen/kroatien/kroatien-2018/heimreise-und-ein-fazit/#comments Fri, 06 Mar 2020 10:46:22 +0000 https://www.in-fremden-gefilden.de/?p=6188 Die gelöste Stimmung unseres schönen Abschiedsabends in Rovinj klingt noch nach, als wir am nächsten Tag am Frühstückstisch sitzen und unsere Heimreise besprechen. Heute steht uns der eher […]

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Die gelöste Stimmung unseres schönen Abschiedsabends in Rovinj klingt noch nach, als wir am nächsten Tag am Frühstückstisch sitzen und unsere Heimreise besprechen. Heute steht uns der eher öde Teil bevor, die Poebene, und wegen unserer früheren Erfahrungen mit den dortigen Landstraßen (langweilig und viele Staus) nehmen wir uns vor, in Italien auf die Autobahn zu wechseln.

Doch zuerst müssen wir Kroatien verlassen und den winzig-kleinen Zipfel Land durchqueren, der gleichzeitig das einzige Küstenstück Sloveniens darstellt. Da wir uns hierfür keine konkrete Route überlegt haben, überlassen wir alles Günni, stellen ihn auf „Mautstraßen vermeiden“ (um nicht bereits in Kroatien und Slovenien auf die ebenfalls kostenpflichtigen Autobahnen geleitet zu werden) und düsen gleich nach dem Frühstück los.

Die knapp 100 km bis zur italienischen Landesgrenze entpuppen sich als erfreulich interessant. Eine abwechslungsreiche, hügelige Landschaft mit netten kleinen Örtchen, Wäldern und Wiesen, schmalen, kurvigen Straßen, auf denen man höchstens ein paar Radfahrern begegnet, und hin und wieder sogar richtig tollen Aussichtspunkten. Das hatten wir so gar nicht erwartet, freut uns aber sehr.

Der grimmige Grenzer

Günni führt uns in gewohnt (und heute auch gewünscht) umständlicher Manier über eine einsame Grenzstation mitten im waldigen Hügelland. Als wir auf die Schranke zutuckern, rechnen wir fest damit, dass diese sich gleich hebt und wir einfach durchgewunken werden – weniger bedrohlich als wir kann man doch eigentlich kaum wirken – doch die Schranke bewegt sich um keinen Millimeter. Irritiert bleiben wir stehen und schauen uns um.

Scheinbar haben wir die Rechnung ohne die Langeweile und/oder das Pflichtbewusstsein des Grenzers gemacht. Mit unbewegtem, grimmigen Gesicht kommt er aus seinem Häuschen, schlendert betont langsam auf uns zu und nimmt gnädig unsere Papiere entgegen. Wir müssen beide unsere Sonnenbrillen abnehmen, die pixeligen Passbilder werden akribisch betrachtet und mit uns verglichen (fast schon beleidigend, dass er eine Ähnlichkeit festzustellen scheint). Ich befürchte schon, auch noch den Helm abnehmen zu müssen, als er schließlich doch Erbarmen zeigt, uns die Pässe zurückgibt, enervierend gemütlich zu seinem Häuschen zurückschlendert – und endlich die Schranke hochfährt.

Zähneknirschend sehen sehen wir zu, dass wir weiterkommen und fragen uns zum wiederholten Mal, was genau zwischen Kroatien und Slovenien eigentlich los ist. Schon seltsam. Und albern, wie ich finde.

Den nächsten Grenzübertritt von Slovenien nach Italien hingegen kriegen wir kaum mit. Irgendwann sind die Straßenschilder italienisch, ein zusätzliches Schild weist auf ein paar Unterschiede bei den Höchstgeschwindigkeiten hin – und das war’s. Dieser unbemerkte Grenzübertritt ist allerdings auch daran schuld, dass wir vergessen, Günni auf „Autobahnen erlaubt“ umzuschalten. Als wir endlich daran denken, ist der Weg zur nächsten Autobahn so weit, dass wir schließlich doch auf der Landstraße bleiben.

Gemütlich und mit ein paar kleinen Pausen durchqueren wir halbwegs abwechslungsreich die Poebene, die befürchteten Staus bleiben glücklicherweise aus. Bei Vittorio Veneto erreichen wir schließlich den Rand der Alpen, die Straßen werden wieder etwas anspruchsvoller und kurviger. Hier holt uns auch der eigentlich schon für den frühen Nachmittag angekündige Wetterumschwung ein und wir werden kräftig nassgeregnet. Glücklicherweise nur kurz und wir können bei Trockenheit auf unseren heutigen Übernachtungsplatz, dem Campeggio Sarathei, einfahren. Der relativ große Platz liegt direkt am Lago di Santa Croce. Ein See, der mir bisher unbekannt war, aber offensichtlich ein Paradies für Surfer ist. Nahezu alle anderen Camper um uns herum haben mindestens ein Surfbrett vor ihrem Zelt oder Wohnmobil liegen. Zahlreiche, ebenfalls um manche Wohnburgen herumliegende leere Flaschen lassen mich Übles ahnen – doch ich täusche mich (gottseidank). Zumindest der heutige Abend ist fest im Griff irgendeines Fußballspieles. So ziemlich alle Campingplatzbewohner treffen sich in der Pizzeria des Platzes, in der ein großer Fernseher das Spiel überträgt. Ich kann mich allerdings beim besten Willen nicht mehr erinnern, um welches es ging – mein Fußballinteresse ist so riesig, dass ich so etwas vergesse, sobald ich dem Fernseher den Rücken zudrehe.

Auch wir gucken eine Weile zu, beschließen jedoch nach dem Essen (die Pizza schmeckt ausgezeichnet), lieber noch einen Spaziergang am Seeufer zu unternehmen und die Surfer zu beobachten. Das ist deutlich spannender für mich.

Wechselhaftes Wetter

Irgendwann in der Nacht fängt der Regen wieder an – und bleibt. In einer kurzen Regenpause am nächsten Morgen packen wir rasch zusammen und fahren los. Die Hoffnung, dass das Wetter sich jenseits des Alpenhauptkammes zum Guten ändert, erfüllt sich leider nicht. Im Gegenteil, jetzt regnet es nicht nur mehr oder weniger durchgehend, sondern ist noch dazu sehr kalt. Also lassen wir unseren optionalen Zwischenstopp in Sterzing ausfallen und fahren durch bis nach München. Immerhin wissen wir jetzt, dass unsere vor dem Urlaub neu gekauften Sena-Interkoms auch stundenlangen Starkregen problemlos wegstecken und trotzdem super funktionieren!

Rückblick und Fazit

Wenn ich die vergangene Reise gedanklich Revue passieren lasse, so kommen mir viele einzigartige und wunderschöne Momente in den Sinn. Die Touristenmagnete Postojna und Plitvice, das pittoreske Dubrovnik oder das malerische Rovinj zum Beispiel. Aber dazwischen gab es auch anstrengende Phasen (durch fehlende Abwechslung und stressige Fahrbedingungen – diese unsägliche Bora) oder sogar große Enttäuschungen, wie die ärgerliche Aufdringlichkeit der Geschäftsleute in Trogir.

In Kroatien liegt Bezauberung und Reizlosigkeit nahe beinander. Was im Einzelfall überwiegt, hängt sicherlich ganz stark von den Interessen des jeweiligen Besuchers ab. Wer gerne badet, taucht, wandert, Partys feiert, klettert oder segelt – der ist an der gesamten Küste bestens aufgehoben und wird sie lieben. Auch sind uns nahezu durchgängig nur sehr nette Menschen begegnet, die Kroaten sind ausgesprochen gastfreundlich. Und das Eis an der Tankstelle schmeckt super ;-).

Wer jedoch, wie wir, am liebsten den ganzen Tag Motorrad fährt und die restlichen Aktivitäten für andere Urlaube aufhebt, für den bieten große Teile des Landes leider nicht allzu viel. Die Küstenstraße ist zwar wunderschön, die Grandiosität der ewig gleichbleibenden Kulisse nützt sich aber auch schnell ab. Zudem herrscht auf der Straße viel Verkehr (es gibt so gut wie keine Alternativen – außer der mautpflichtigen Autobahn) und die Bora bzw. etwaige Nässe können das Fahren gefährlich werden lassen, weshalb die Strecke weniger entspannt befahrbar ist, als die Straßenführung einen hoffen ließe. Grelle Sonne und Hitze nerven häufig noch zusätzlich.

Durchwegs Positives können wir über unser Zelt berichten. Bei Sturm, Hitze, Regengüssen und auch in kalten Lagen – immer bot es uns ein gemütliches und kuscheliges mobiles Zuhause. Gerade bei widrigem Wetter ist es ein riesiger Vorteil, wenn man sich mit Tisch und Stühlen in das Innere verziehen kann, ohne dass es gleich allzu eng wird dadurch. Ich denke, unsere nächste Schottlandreise wird um einiges bequemer.

Ach ja, und zugenommen haben wir tatsächlich doch ein bisschen (je zwei Kilo) – was aber angesichts der Schlemmereien, die die kroatische Küche zu bieten hat, kein Wunder ist.  Und da wir nun wissen, wie es geht, waren die Urlaubskilos auch nach kurzer Zeit wieder verschwunden 😉

Routenüberblick

Datum: 27. und 28. Juni 2018
Schwierigkeitsgrad: einfach bis mittelschwer
Länge: 1. Etappe knapp 280 km (ca. 5 h), 2. Etappe 380 km (ca. 7 h, davon über die Hälfte bei Regen…)
Eindrücke: Nass. Sehr nass. Und Istrien ist hübsch 🙂

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Rovinj – Ein wundervoller letzter Abend https://www.in-fremden-gefilden.de/reisen/kroatien/kroatien-2018/rovinj-ein-wundervoller-letzter-abend/ https://www.in-fremden-gefilden.de/reisen/kroatien/kroatien-2018/rovinj-ein-wundervoller-letzter-abend/#respond Tue, 30 Jul 2019 15:20:54 +0000 https://www.in-fremden-gefilden.de/?p=6118 Von Mošćenička Draga ist es nicht weit bis Rovinj – nur knapp 70 km -, aber wir wollen die Stadt heute noch ausgiebig erkunden und brechen daher recht […]

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Von Mošćenička Draga ist es nicht weit bis Rovinj – nur knapp 70 km -, aber wir wollen die Stadt heute noch ausgiebig erkunden und brechen daher recht früh auf.

Quer durch Istrien geht es schnell und unspektakulär. Endlich ist es wieder etwas waldiger und somit auch weniger grell-sonnig, unsere Laune hebt sich. Als wir schließlich gegen 11 Uhr vormittags den von uns ausgewählten Campingplatz Porton Biondi erreichen, ist die schlechte Stimmung der letzten Tage endgültig hinweggefegt. Der terrassig angelegte Platz ist schön, liegt in Fußgängerreichweite von Rovinj entfernt und bietet einen wunderbaren Blick direkt auf die Altstadt. Es gibt einen Bäcker und gleich zwei (!) Kaffeeautomaten. Was will man mehr!

Erste Erkundung

Zufrieden richten wir unser Lager auf einer angenehm schattigen Parzelle ein. Diese ist zwar klein, aber die Motorräder können in einer kleinen Ausbuchtung einen Absatz tiefer abgestellt werden, so dass der Platz für unser Zelt reicht (wir hätten uns natürlich auch gleich eine größere Parzelle aussuchen können, aber diese hier hat uns einfach gefallen).

Nach einer kurzen Ruhepause machen wir uns auf den Weg in Richtung Altstadt. Schnell stellen wir fest: Rovinj ist wirklich, wirklich schön! Gleich zu Beginn stolpern wir über das Restaurant, das Marvin für den heutigen (letzten) Abend in Kroatien ausgesucht hat. Es heißt Tutto Bene und soll eine außerordentlich gute Küche bieten. Das Lokal öffnet erst um 18 Uhr, aber es wuseln bereits ein paar Leute herum. Weil wir schon hier sind, nutzen wir die Gelegenheit und reservieren gleich für diese Zeit einen Tisch für Zwei.

Bis zum Abend ist es noch ein Weilchen. Wir haben also keinen Stress und erkunden ausgiebig und mit zunehmender Begeisterung die engen Gassen und die vielfältig-hübschen Häuser der Altstadt. Wir gucken uns den Hafen an, besichtigen die Kirche oben auf dem Hügel, gönnen uns einen Kaffee in einem versteckten, aber wunderschönen (und überraschend billigen) Cafe direkt unter der Kirche, kurz: Wir lassen es uns einfach gut gehen. Und das gelingt einem in Rovinj recht leicht.

Die angenehmste Art, die Zeit zu vertreiben

Zwar gibt es auch hier sehr viele Läden mit einem reichthaltigen, auf Touristen abgestimmten Angebot, aber – anders als eben in Trogir, meinem derzeit liebsten Negativ-Beispiel – sind die Verkäufer nicht aufdringlich. Man hat auch das Gefühl, dass es hier noch viele Einheimische gibt, die ebenfalls an diesem Ort leben und einkaufen – was die Stadt noch angenehmer macht. Das gefällt uns.

Die Zeit bis 18 Uhr vergeht schnell. Als wir schließlich zurück zum Tutto Bene kommen (unsere Mägen knurren schon vernehmlich), sind wir mit einem Schlag sehr froh, einen Platz reserviert zu haben. Auf jedem der Tische steht inzwischen ein „Reserviert“-Schildchen und binnen weniger Minuten ist das Lokal brechend voll.

Während der nächsten zwei Stunden erleben wir mehr als einmal, dass Besucher weggeschickt werden müssen, weil es keinen Platz mehr gibt. Marvin und ich amüsieren uns dabei im Stillen über die entrüsteten Gesichter einiger besonders elegant gekleideter und protzig mit Schmuck behangener Leute, die es überhaupt nicht verstehen können, dass man sie trotz all ihres zur Schau gestellten Reichtums jetzt hier nicht essen lässt. So manch giftiger Blick trifft dabei auch uns, wie wir – salopp und eindeutig un-reich gekleidet – an unserem schönen Tisch direkt vor dem Lokal sitzen und unser Menü genießen.

Alles super im Tutto Bene

Und da gibt es so einiges zu genießen! Wir sind ja schon in vielen Restaurants gewesen, aber so ein erstklassiges Essen wie im Tutto Bene haben wir bisher nur sehr selten serviert bekommen. Entzückt futtern wir uns durch Vor-, Hauptspeise und Nachtisch und werden dabei zwanglos und höchst nett von einem deutschsprechenden Kellner bedient, der zum Schluss sogar noch zu einem längeren Schwätzchen an unserem Tisch verweilt (und sich als Geschäftsführer des Lokals herausstellt, der einige Jahre in Deutschland gelebt und gearbeitet hat und – oh Wunder – deutsche Touristen sogar leiden kann; Letzteres krieg ja nicht mal ich immer hin…).

Ein rundherum gelungener Abschluss unseres Urlaubes also – und die am besten angelegten 100 Euro seit langem  (was im übrigen ziemlich wenig Geld für die ausgezeichnete Qualität des uns servierten Essens ist).

Pappsatt und glücklich wandern wir zurück zum Campingplatz. Und weil das scheinbar noch nicht kitschig genug ist, hüllt uns die untergehende Sonne dabei auch noch in ein wunderbar warmes Licht und zaubert gleichzeitig einen Regenbogen in den Himmel neben uns. Das volle Programm – und alles extra nur für uns.

Echt lieb von dir, Rovinj 🙂

Routenüberblick

Datum: 26. Juni 2018
Schwierigkeitsgrad: einfach
Länge: knapp 70 km, ca. 1 h
Eindrücke: Endlich wieder Wälder!

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Über Seline nach Mošćenička Draga – Verwehte Pläne https://www.in-fremden-gefilden.de/reisen/kroatien/kroatien-2018/ueber-seline-nach-moscenicka-draga-verwehte-plaene/ https://www.in-fremden-gefilden.de/reisen/kroatien/kroatien-2018/ueber-seline-nach-moscenicka-draga-verwehte-plaene/#respond Tue, 30 Jul 2019 14:49:22 +0000 https://www.in-fremden-gefilden.de/?p=6071 Das nächste „größere“ Ziel auf unserem Weg zurück nach Norden ist die Insel Krk. Für eine Tagesetappe ist uns die Entfernung (immerhin doch über 400 km Küstenstraße) jedoch […]

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Das nächste „größere“ Ziel auf unserem Weg zurück nach Norden ist die Insel Krk. Für eine Tagesetappe ist uns die Entfernung (immerhin doch über 400 km Küstenstraße) jedoch zu weit, also musste noch ein Übernachtungsplatz irgendwo in der Mitte her. Die Insel Pag liegt hierfür ziemlich perfekt. Weil sich dort aber auch diverse berühmt-berüchtigte Partystrände befinden (um die wir üblicherweise einen großen Bogen machen), haben wir uns bei der Routenplanung zwei Campingplätze am westlichen Rand der Insel ausgesucht, die weniger partylastig zu sein scheinen.

Nach einem schnellen Frühstück brechen wir auf. Einen kleinen Teil der heutigen Strecke – genauer gesagt den bis Trogir – kennen wir ja bereits. Anders als auf dem Hinweg ist der Verkehr heute jedoch deutlich weniger dicht (logisch, schließlich ist Sonntag), was ich gut finde – denn so kann ich mich ganz auf das Verabscheuen der immer noch herrschenden Bora konzentrieren. Jede Fahrsekunde bin ich angespannt, weil ich nie weiß, wann mich von der Seite so ein dämlicher Windstoss erwischt! Und egal, wie sehr ich mich innerlich darauf vorzubereiten versuche – ich erschrecke trotzdem. Jedes. Einzelne. Mal.

Planänderung No. 1

Bei Trogir geht es wieder etwas ins Landesinnere – und für eine ganze Weile fahren wir ohne direkten Sichtkontakt zum Meer. Dadurch bekommen wir zwar glücklicherweise die Bora nicht mehr so stark zu spüren, allerdings ist die Strecke jetzt tendenziell eher eintönig zu fahren, denn es fehlt an landschaftlicher Abwechslung (jaja, ich weiß – man kann es mir heute nicht recht machen).

In Kombination mit der Hitze macht sich zunehmend eine gewisse Lustlosigkeit in uns breit. Beim nächsten Tank- und Eis-Stopp beschließen wir daher spontan, die heutige Strecke etwas zu verkürzen, indem wir Pag auslassen. Allein die Vorstellung dieses Felsens im Meer bei gleißendem Sonnenlicht lässt bei uns sowieso nur den Schweiß in Strömen fließen. Und morgen, bei der Weiterfahrt, können wir auf die sonst notwendige Fähre verzichten, was zusätzlich Zeit spart. Doch, das klingt nach einer guten Idee. Also suchen und finden wir via Google einen kleinen Campingplatz am Festland (bei Seline), der recht gute Bewertungen hat. Flugs neue Zielkoordinaten in Günni eingegeben und weiter geht’s.

Auf den nächsten 100 km bleibt die Strecke weiterhin gleichförmig. Erst kurz vor dem Ziel kommt der prägnante Velebit-Gebirgszug in Sicht und wertet damit die Aussicht deutlich auf. Auch gibt es nun hin und wieder ein paar Kurven und ein bisschen mehr Vielfalt beim Bewuchs, so dass wir nicht völlig einschlafen. Trotzdem, fahrtechnisch gibt dieser Teil von Kroatien nicht allzu viel her, wie uns inzwischen immer klarer wird. Oder wir haben einfach nur die falschen Strecken ausgesucht …

Bereits am frühen Nachmittag erreichen wir Seline. Auf dem Campingplatz Pisak werden wir genauso freundlich empfangen, wie es die Bewertungen versprochen haben. Der kleine Platz ist überraschend voll, aber die (perfekt Deutsch sprechende) Besitzerin findet noch ein hübsches Plätzchen für uns, indem sie uns kurzerhand zwischen zwei Dauercamper stellt, die „heute sowieso nicht mehr kommen“.

Für den Rest des Tages ist Faulenzen angesagt. Gegen Spätnachmittag wandern wir noch in das (auf uns recht verschlafen wirkende) Städtchen zu dem laut Google sehr guten Restaurant der „Pansion Kiko“. Nun ja, so ganz nachvollziehen können wir die teilweise geradezu schwärmerischen Bewertungen nicht. Das Essen ist OK, aber nicht überragend. Dafür sind die Preise für kroatische Verhältnisse arg hoch. Egal, wir werden satt und es schmeckt ganz in Ordnung, was soll’s. Passt irgendwie zu unserer heutigen Tageslaune 🙂

Es geht weiter bei widrigen Winden

Am nächsten Morgen geht wieder direkt an der Küste weiter – und die Bora trifft uns erneut mit voller Wucht. Flaut die nicht vielleicht endlich mal ab? Mir kommt es sogar eher so vor, als ob ihre Stärke noch zugenommen hätte – vielleicht aber auch nur meine Genervtheit darüber. Ich hatte mich am Abend vorher mit YouTube-Videos weitergebildet und weiß daher, dass die Brücke nach Krk bei starker Bora hin und wieder gesperrt wird, weil sonst gerne Fahrzeuge auf ihr umgeweht werden. Der Anblick des sich vom Land wegbewegenden (!) Wassers verursacht bei mir daher prompt Bauchschmerzen. So dürfen sich Wellen einfach nicht verhalten, das ist die falsche Richtung!

Beim nächsten Stopp gelingt es mir, Marvin davon zu überzeugen, dass ich nicht über diese Brücke fahren will. Wir suchen nach (Fähr-)Alternativen, können aber nicht so recht was finden. Zudem beeinflusst nach wie vor die Lustlosigkeit unsere Stimmung. Wir geben es nur zögerlich zu, aber die ganze Küstenstrecke hier gefällt uns nicht allzu sehr. Die Landschaft ist zwar toll, bietet aber über Stunden hinweg nur wenig Abwechslung. Die Hitze und das grelle Licht machen das Fahren anstrengend, die Böen machen es gefährlich. Nicht ganz das, was wir uns unter „Fahrvergnügen“ vorstellen.

Innerlich zieht es uns immer stärker zurück nach Norden. Beziehungsweise in etwas kühlere und weniger karg-felsige Gebiete. Wir schauen auf die Karte. Wenn wir auf dem Festland bleiben, so müssen wir direkt an der Hafenstadt Rijeka vorbei (wenn wir über Krk gefahren wären, hätten wir das übersprungen). Vage Bilder von viel Verkehr, Dreck und Hektik blitzen im Zusammenhang mit Rijeka vor meinem geistigen Auge auf, Erinnerungen aus einem bereits lange zurückliegenden Kroatien-Urlaub. Das wird nicht schön – es sei denn, wir erledigen das gleich heute. Denn es ist der 25. Juni – in Kroatien Staatsfeiertag – was die ganze Angelegenheit möglicherweise deutlich entspannter werden lässt, so ohne Berufsverkehr.

Planänderung No. 2

Gesagt, getan. Wir suchen noch schnell nach einem halbwegs passenden Campingplatz an der Südküste Istriens und düsen dann weiter.

Tatsächlich geht unser Plan auf. Die Durchfahrung von Rijeka gelingt uns stressfrei (und ist sogar recht abwechslungsreich, die Stadt besitzt durchaus einen gewissen, wenn auch leicht heruntergekommenen Charme). Und schon am frühen Nachmittag tuckern wir auf das Gelände vom Camping Draga in Mošćenička Draga.

Erneut irritieren uns die Google-Bewertungen, die diesen Platz geradezu enthusiastisch loben. Nun gut, die Anlage ist tatsächlich einigermaßen hübsch und sauber (und es gibt einen Münz-Kaffee-Automaten, das darf man nicht unterschätzen). Aber insgesamt haben wir in diesem Urlaub schon einige Plätze besucht, die wir deutlich schöner fanden, die aber um einiges kritischer beurteilt worden sind (Dubrovnik zum Beispiel). Es ist wohl immer alles eine Frage der persönlichen Prioritäten. Ich jedenfalls nehme mir vor, in Zukunft auch den Wortlaut der Bewertungen etwas genauer zu studieren. Was andere schön finden, muss mir ja nicht unbedingt wichtig sein – und umgekehrt. (Und ja, dass es auch Fake-Bewertungen gibt, ist mir bekannt – aber ich bilde mir ein, die meisten davon zu erkennen).

Nachdem wir das Lager aufgeschlagen und geduscht haben, zockeln wir hinunter zum Hafen. Hier stellen wir schnell fest, dass wir offenbar nicht zur typischen Urlauber-Gruppe dieser Gegend gehören. Weder sind wir Segler oder Surfer, noch stehen wir auf das Baden am Kiesstrand (mit Seeigeln) oder mögen Besäufnisse mit Sliwowitz und Disco-Musik-Beschallung. Lediglich die Freude an üppigem Essen scheinen wir mit den übrigen Gästen gemein zu haben. Die Restaurantdichte ist entsprechend hoch und nach dem Studium einiger der ausgehängten Speisekarten (das Preisniveau liegt hier durchgehend deutlich über dem im Süden) entscheiden wir uns für eine Pizzeria. Beim Bestellen müssen wir beide über die Beschreibung der Beläge schmunzeln, steht da doch – neben den sonst so üblichen Dingen wie Mozarella, Tomatensauce, etc. – „eine Olive“ dabei. Dabei kann es sich doch nur um einen Übersetzungsfehler handeln, oder? Als die Pizzen kommen, merken wir jedoch, dass es ernst gemeint ist. Auf jeder befindet sich tatsächlich genau eine Olive …

Zum Nachtisch wollen wir beide Palatschinken. Marvin ist neugierig, was mit „Sexy Palatschinken“ gemeint ist und bestellt ihn. Nun ja – was dann kam, seht ihr auf dem Foto. Nicht besonders originell – aber geschmeckt hat er 🙂

Routenüberblick

Datum: 24. und 25. Juni 2018
Schwierigkeitsgrad: mittel – die Straßen selbst sind einfach, fast schon langweilig, aber die Bora macht Probleme
Länge: je Etappe knapp 200 km, ca. 3,5 h
Eindrücke: Wir haben an den Tagen schlechte Laune – unser Eindruck zählt also nicht 🙂

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Geburtstag in Omiš – Eis und Pizza in der Piratenstadt https://www.in-fremden-gefilden.de/reisen/kroatien/kroatien-2018/geburtstag-in-omis-eis-und-pizza-in-der-piratenstadt/ https://www.in-fremden-gefilden.de/reisen/kroatien/kroatien-2018/geburtstag-in-omis-eis-und-pizza-in-der-piratenstadt/#respond Tue, 11 Jun 2019 07:26:37 +0000 https://www.in-fremden-gefilden.de/?p=6000 In der Nacht dreht das Unwetter noch richtig auf. Es regnet wie verrückt, hinzu kommen Sturmböen, die uns das Fürchten lehren. Doch das Zelt hält brav dicht und […]

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In der Nacht dreht das Unwetter noch richtig auf. Es regnet wie verrückt, hinzu kommen Sturmböen, die uns das Fürchten lehren. Doch das Zelt hält brav dicht und auch die im Werbevideo des Zeltherstellers versprochene Windfestigkeit scheint korrekt zu sein, denn die Zeltwand ruckelt zwar immer wieder mal kräftig… aber mehr auch nicht. Irgendwann wird es draußen ruhiger und wir können endlich einschlafen.

Am nächsten Morgen strahlt die Sonne wieder vom Himmel, als wäre nichts gewesen. Heruntergerissene Äste sowie die auf dem Erdboden deutlich sichtbaren Spuren des in der Nacht geflossenen Wassers sprechen jedoch eine andere Sprache.

Ich bin allerdings ganz schön erleichtert, dass es wieder halbwegs trocken ist. Die Erfahrungen mit dem feuchten Asphalt bei unserem Spaziergang gestern haben mir doch ein wenig Angst gemacht. So aber dürfte die Haftung der Küstenstraße beim Fahren kein Problem werden.

Doch die Rutschigkeit bei Nässe ist nicht die einzige Widrigkeit, die Kroatien für Motorradfahrer zu bieten hat. Bei unserem Frühstück vor dem Zelt merken wir nämlich recht schnell, dass es heute nicht nur deutlich kälter ist als gestern, sondern auch immer wieder unversehens eisige und sehr kräftige Windstöße von den Bergen her zum Meer fegen. Die Bora ist da, der berüchtigte kroatische Fallwind! Für die nächsten Tage wird er uns (insbesondere mir) das Fahren ziemlich vermiesen.

Nervtötende Fallwinde

Unser heutiges Ziel ist Omiš, das wir ja schon bei der Herfahrt durchfahren haben. Mangels Alternativen nehmen wir dieselbe Strecke zurück und erwarten hierbei keine großen Überraschungen. Die gibt es auch nicht (selbst an den beiden zu überquerenden Grenzen staut sich der Verkehr genauso wie vor zwei Tagen), aber die Bora nervt mich tierisch!

Ich werde beim Fahren immer zaghafter, denn man kann nie mit Sicherheit vorhersagen, wann einen die nächste Böe von der Seite erwischt. Und hier rede ich nicht von einem lauen Lüftchen, sondern von richtig kräftigen Stößen, die einen durchaus schon mal um ein gutes Stück versetzen können. Da uns die Gegend hier ja nicht allzu vertraut ist, wissen wir natürlich auch nicht, wo die Gefahr besonders hoch ist. Hin und wieder sind am Straßenrand Schilder aufgestellt, die vor der erhöhten Wind-Gefahr warnen (und mir bei der Herfahrt gar nicht aufgefallen sind). Auf diesen Abschnitten fahre ich dann noch angespannter – und erschrecke trotzdem jedesmal aufs Neue, wenn ich wieder durchgerüttelt werde. Höchst unangenehm, ich kann so etwas überhaupt nicht leiden!

Ich bin daher extrem erleichtert, als wir am frühen Nachmittag endlich in Omiš ankommen und auf dem Camping Galeb unser Zelt aufstellen können. Der Platz hatte gemischte Bewertungen (insbesondere aufgrund des Lärmpegels – scheinbar kommen hier recht gerne Jugendgruppen unter), wir haben uns aber wegen der Nähe zur Innenstadt trotzdem dafür entschieden. Er ist tatsächlich recht voll, scheint aber ansonsten ganz in Ordnung zu sein. Jedenfalls ist es momentan nicht übermäßig laut.

Ermüdungserscheinungen

Wir halten uns hier auch nicht lange auf, sondern machen uns gleich nach dem Duschen auf den Weg zur Stadtmitte. Für sein abendliches Geburtstagsessen hat Marvin nämlich ein Restaurant ausgesucht, das genau in der anderen Richtung liegt – und wir wollen uns den Ort selbst natürlich auch noch ansehen.

Nun, Omiš ist sehr hübsch. Das ehemalige Piratennest lebt nahezu ausschließlich vom Tourismus und bietet mit seiner Lage – direkt an der Mündung der Cetina und mit malerischen Felswänden drumherum – viele attraktive Freizeitmöglichkeiten. Trotzdem stellen wir eine gewisse Sightseeing-Ermüdung bei uns fest. Noch mehr toll erhaltene, mittelalterlich wirkende Häuser, noch mehr schöne Ausblicke auf das Meer auf der einen und auf Felsen auf der anderen Seite? Alles schon so oft gesehen in den letzten Tagen…

Ich weiß, das klingt undankbar und vielleicht sogar arrogant – aber es ändert nichts daran, dass wir nicht mehr ganz so beeindruckt sind wie am Anfang. Zwar steigen wir noch hoch bis zum Eingang der direkt über dem Ort gelegenen Festung Mirabella, die 20 kn Eintritt wollen wir dann aber doch nicht mehr bezahlen. Wir genießen lieber kurz nur den Ausblick vor dem Eingang – und marschieren wieder nach unten.

Eine kleine Eisdiele inmitten der Altstadt, die wir kurz darauf entdecken, ist da schon ein anderes Kaliber. Die von der sehr sympathischen Betreiberin frisch zubereiteten Eiscreme-Rolls sind wirklich etwas ganz besonderes (und noch dazu spottbillig – wir fragen uns, wie sie mit unter drei Euro pro Eis überhaupt auf ihre Kosten kommt, bei dem Aufwand, den sie bei der Herstellung betreibt …).

Mit dem Eis in den Händen erkunden wir noch ein bisschen die Uferpromenade, anschließend schlendern wir zurück zum Campingplatz. Ich spiele mit dem Gedanken, vielleicht eine Runde zu schwimmen – aber als ich die Zehen ins Wasser tunke, verwerfe ich diese Idee gleich wieder. Das Meer ist eiskalt – was viele der anderen Besucher jedoch nicht vom Sonnen- und Wasserbaden abzuhalten scheint. Mich aber schon, bekennendes Weichei, das ich bin!

Ein wunderschöner Platz für das Geburtstagsessen

Wir gammeln noch ein bisschen herum, dann endlich wird es Zeit, uns auf dem Weg zur Shooko-Beach-Bar zu machen. Marvin hatte dieses Restaurant wegen seiner guten Bewertungen ausgesucht – und siehe da, die vielen positiven Meldungen sind tatsächlich vollkommen berechtigt. Wir müssen zwar ein gutes Stück dorthin laufen (knapp drei Kilometer), aber der Weg lohnt sich.

Das Restaurant befindet sich auf einem gemauerten Steg, der recht weit ins Meer hineinragt. Entsprechend gut ist der Blick rundherum. Der um diese Uhrzeit nur noch angenehm leichte Meereswind ist ebenfalls erfrischend. Das Essen wiederum ist eine Wucht. Ich fühle mich wegen der Essens-Exzesse der letzten Tage ein bisschen überfüllt und wähle nur einen Salat (der fantastisch schmeckt), aber Marvin schöpft aus dem Vollen – und ist mit seiner Riesenpizza überglücklich!

Als sie serviert wird, zweifle ich zuerst daran, ob er sie überhaupt schaffen wird. Durch unsere Diät ist er schließlich diesbezüglich etwas aus der Form. Aber was man einmal gut konnte, verlernt man wohl nicht so schnell. Allerdings ist Marvin auf unserem Heimweg zurück zum Zelt um einiges langsamer als sonst … und auch deutlich stiller 🙂

Ganz im Gegensatz zum Campingplatz, wie wir kurz darauf feststellen. Ein Teil der negativen Bewertungen scheinen doch zutreffend zu sein, denn eine (slowenische?) Großfamilie feiert ausgerechnet an den Grillplätzen in der Nähe unseres Zeltes (es gibt einige davon auf dem Platz) lautstark ihren Urlaub. Wir lassen uns unsere gute Laune jedoch nicht verderben – und irgendwann scheinen alle endlich satt zu sein (gefühlt gegen Mitternacht) und der Geräuschpegel sinkt auf ein erträgliches Maß ab.

Routenüberblick

Datum: 23. Juni 2018
Schwierigkeitsgrad: heute extrem unangenehm durch die Bora, entsprechend auch schwierig zu fahren
Länge: 202 km, 3,5 h (Achtung, auch hier „Autobahnen meiden“ ins Navi eingeben!)
Eindrücke: Von der Landschaft habe ich vor lauter Bora nichts mitbekommen … aber wir kannten sie ja noch von der Herfahrt.

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Dubrovnik und Lokrum – Game of Thrones hautnah https://www.in-fremden-gefilden.de/reisen/kroatien/kroatien-2018/dubrovnik-und-lokrum-game-of-thrones-hautnah/ https://www.in-fremden-gefilden.de/reisen/kroatien/kroatien-2018/dubrovnik-und-lokrum-game-of-thrones-hautnah/#respond Thu, 16 May 2019 13:27:31 +0000 https://www.in-fremden-gefilden.de/?p=5869 Heute ist es soweit: Endlich werden wir einige der Originalschauplätze aus einer unserer Lieblingsserien zu Gesicht bekommen! Hätte man mir vor einigen Jahren gesagt, dass ich mich einmal […]

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Heute ist es soweit: Endlich werden wir einige der Originalschauplätze aus einer unserer Lieblingsserien zu Gesicht bekommen! Hätte man mir vor einigen Jahren gesagt, dass ich mich einmal darauf freuen würde, so hätte ich nur verächtlich gelacht.  Normalerweise sind SchauspielerInnen für mich auch nur Menschen wie du und ich, also auch nicht bewundernswerter als z.B. eine Programmiererin oder ein Bäcker.

Einer ungewöhnlich herausragenden Leistung zolle ich allerdings in jeder Sparte Respekt. Und die Verfilmung der Fantasie-Buchserie von George R.R. Martin gehört für mich zum Besten, was das Fernsehen je produziert hat! Ich liebe die Bücher, habe sie bereits zwei Mal verschlungen und bin gerade zum dritten Mal dabei. Häufig sind Verfilmungen ja leider schlechter als ihr literarisches Vorbild, nicht jedoch hier. Mit unglaublicher Liebe zum Detail und fantastisch gecasteten Schauspielern … Moment, was mache ich denn hier? Ich will ja eigentlich über unseren Tag in Dubrovnik berichten und keine Werbung für Game of Thrones machen. Also zurück zum Thema:

Früh aufstehen lohnt sich

Wie auf unseren Reisen üblich, wachen wir kurz nach Morgengrauen auf. Heute soll es im Laufe des Tages einen Wetterumschwung geben, daher halten wir uns auch nicht lange auf dem Campingplatz auf, sondern schieben uns nach dem Anziehen nur schnell einen Schokoriegel zwischen die Zähne und marschieren zur nahe gelegenen Bushaltestelle. Der nächste Bus lässt nicht lange auf sich warten. Die Fahrkarten kauft man direkt beim Fahrer, pro Person kostet eine Fahrt 15 Kuna (etwas über 2 Euro). Auf einem Schild an der Haltestelle steht, man solle das Fahrgeld abgezählt bereithalten, weil der Fahrer nicht wechseln würde. Ich schaue auf den Riesenschein in meiner Hand und gerate kurz in Panik. Der Fahrer nimmt ihn jedoch kommentarlos entgegen und drückt uns die Karten samt Wechselgeld in die Hand (wenn mehr los ist, mag das vielleicht anders aussehen – bestätigen kann ich es aber nicht, denn auf der Rückfahrt waren wir vorgewarnt und hatten das Geld passend).

Nach knapp 15 Minuten Fahrzeit erreicht unser Bus auch schon die Endhaltestelle, direkt an den Mauern der Altstadt. Noch ist es angenehm kühl und die Innenstadt verhältnismäßig leer, also kramen wir unseren selbst gebastelten Reiseführer aus dem Rucksack. Marvin hat darin vor unserer Reise die einzelnen Drehorte samt dazugehöriger Bilder aus der Serie zusammengefasst und deren Lage auf einem kleinen Plan markiert. Um keinen Urheberrechts-Ärger zu bekommen, kann ich diese Bilder hier natürlich nicht veröffentlichen, unsere eigenen Fotos, die wir an den jeweiligen Plätzen geschossen haben, hingegen schon. Fans der Serie werden die Orte sowieso erkennen – und allen anderen wird der Vergleich herzlich egal sein.

Auf den Spuren der Serie

Unser erstes Ziel, Fort Lovrijenac, liegt auf einem hohen Felsen westlich der Altstadt. Von der Bushaltestelle aus können wir die Festung schon sehen, einen Weg dorthin zu finden erweist sich jedoch als gar nicht so leicht. Wir irren ein wenig in den verwinkelten, engen Gassen der Stadt herum, ehe wir endlich ein Hinweisschild entdecken. Einige Treppen später stehen wir dann auch schon vor dem Eingang. Die Tore sind gerade geöffnet worden, wir sind so ziemlich die ersten Besucher heute. Pro Person zahlen wir 50 kn Eintritt (etwas über 7 Euro) – irgendwie schon happig, aber was soll’s. Schön ist es hier allemal und wir erkunden so ziemlich jeden Winkel der Burg (was nicht allzu lange dauert, denn so viele Winkel gibt es nicht… egal, einen wahren Fan kann auch das nicht irritieren).

Schnell finden wir den Platz, an dem Joffreys Namenstag gefilmt wurde, und entdecken auch noch ein, zwei andere Stellen aus der Serie. Es wird deutlich, warum die Filmemacher diesen Ort gewählt haben. Das Gemäuer ist ausgezeichnet erhalten und über die Jahrhunderte anscheinend kaum verändert worden, das Mittelalter atmet aus jeder Fuge. Und der Blick von hier oben ist einfach atemberaubend schön! Auf dem Meer hinter der Altstadt entdecken wir auch gleich Lokrum, die Insel, die wir heute auch noch besuchen wollen. Scheint ja nicht allzu weit entfernt zu sein (nur 630 m laut Wikipedia). Gut so, nach unserem Erlebnis in Bonifacio bin ich ein wenig geschädigt, was längere Bootsausflüge betrifft.

Als wir kurz darauf die Burg wieder verlassen und zum kleinen Hafen westlich der Stadtmauer absteigen (wo unter anderem Myrcellas Abfahrt nach Dorne gefilmt wurde), melden sich sowohl meine Blase als auch mein Magen. Wir beschließen, uns bald mal nach einem nicht allzu teuren Frühstücksrestaurant umzublicken (haben aber wenig Hoffnung, zumindest was das „nicht allzu teuer“ betrifft … denn es ist offensichtlich, dass wir in DEM Touristenziel Kroatiens unterwegs sind).

Unten, im winzigen Hafenrund, entdecken wir schnell bekannte Motive. Marvin wandelt kurz in Kleinfingers Fußstapfen, die obligatorischen Fotos werden gemacht und dann geht es zur Hauptattraktion, der weltberühmten Altstadt von Dubrovnik.

Morgenstund hat Eigelb im Mund

Gleich am Eingangstor (dem Pile Gate) entdecken wir auch schon den nächsten Drehort, sehen gleichzeitig aber auch zahlreiche Reisegruppen, deren Führer ähnliche Bildersammlungen wie wir in den Händen halten und auf die verschiedenen Drehorte deuten.

Wir waren durch unsere Recherchen ja schon vorgewarnt. Durch den Erfolg der Serie hat sich hier eine richtige GoT-Fan-Industrie entwickelt. Erneut sind wir froh, schon so früh gestartet zu sein, denn um diese Uhrzeit sammeln sich die Gruppen erst. Wir huschen schnell an ihnen vorbei und können so die fantastisch erhaltenen Gebäude und Straßen noch ohne Menschenmassen bewundern. Kroatien ist ja grundsätzlich schon gesegnet mit sehr vielen alten Gemäuern – aber die Altstadt von Dubrovnik ist doch etwas ganz Besonderes! Kein Wunder, dass die Touristen zu Tausenden hierher strömen.

Ehe uns diese Strömung einholt, schauen wir, dass wir zum nächsten Zielpunkt weiterkommen: Der Treppe, auf der Cerseis „Walk of Shame“ startet. Abermals sind wir verblüfft, wie stark der Platz den Bildern aus dem Film ähnelt. Viel brauchte in der Nachbearbeitung wirklich nicht verändert zu werden.

Auf dem Weg zurück zur Mitte der Altstadt entdecken wir ein Lokal, das recht gemütlich aussieht. Wir studieren kurz die Speisekarte und sind angenehm überrascht: Eggs Benedict mit je einem heißen und einem kalten Getränk nach Wahl für 80 kn (etwas über 10 Euro)? Das ist nicht so teuer, wie wir erwartet haben. Und in der Tat, die Eier sind wirklich reichhaltig und wohlschmeckend. Ich wähle die Variante mit Schinken, Marvin entscheidet sich für Lachs – und beide sind wir sehr zufrieden. Auch die dazu gereichten Getränke sind keine Alibi-Miniportionen, sondern ganz normaler Kaffee und frischer, leckerer Saft. Zudem ist das Personal aufmerksam und gut gelaunt – insgesamt also absolut empfehlenswert (und kein Vergleich zu unseren eher schlechten Erfahrungen in Trogir)!

Inselbesuch

Als wir mit unserem verspäteten Frühstück fertig sind, hat sich der Touristen-Füllstand der Altstadt merklich erhöht. Auch die Sonne brennt inzwischen deutlich wärmer – es wird Zeit, sich aufs Meer zu begeben! Als wir wenige Minuten später den Hafen erreichen, ist das erste Schiff des Tages Richtung Lokrum gerade im Begriff abzulegen. Doch scheinbar ist heute unser Glückstag, denn der Kartenverkäufer sieht uns kommen und gibt dem Kapitän ein kurzes Handzeichen. Dieser drosselt sofort die Maschinen und wartet, bis wir schnell die Karten gekauft und an Bord gehüpft sind. Super nett!

Nach nur wenigen Minuten Fahrt erreichen wir Lokrum. Auf dem ehemaligen (über tausend Jahre alten) Benediktiner-Klostergelände ließ Erzherzog Maximilian von Habsburg Ende des 19. Jahrhunderts einen Park mit vielen exotischen Pflanzen errichten. Vieles davon ist bis heute erhalten bzw. wurde über die Jahrzehnte noch weiter ausgebaut. Die Umgebung ist wirklich wunderschön und nimmt uns sofort gefangen. Ich lasse hier einfach einmal unsere Bilder sprechen:

Nach ungefähr einer Stunde Wanderung erreichen wir das Museum in der Inselmitte. Es kostet keinen extra Eintritt und führt uns in einem Kellergewölbe mit verschiedenen Multimedia-Angeboten (u.a. stimmungsvollen Video- und Audioproduktionen) sowie anderen Gimmicks (wie einem extra-wackeligen Untergrund) durch die durchaus interessante Geschichte der Insel.

Ein unerwarteter Höhepunkt

Ein Stockwerk höher entdecken wir eine Zusatz-Ausstellung zu Game of Thrones. Auch hier auf der Insel wurden mehrere Szenen gedreht (z.B. die Gartenparty in Qarth) und an den Wänden der Ausstellung hängen einige Monitore, auf denen kurze Videos dazu gezeigt werden. Das absolute Highlight entdecken wir jedoch, als wir völlig ahnungslos um die nächste Ecke schlendern: Vor uns steht er, DER EISERNE THRON! Mir bleibt vor Überraschung die Luft weg. Damit haben wir ja überhaupt nicht gerechnet! Schnell blicken wir uns um. Keine anderen Besucher zu sehen. Mit klopfenden Herzen setzen wir uns abwechseln auf diese tolle Requisite und fotografieren uns hektisch, immer voller Angst, gleich von einem Museumswärter verscheucht zu werden. Erst viel später merken wir, dass es erlaubt ist, sich darauf zu setzen und ein Erinnerungsfoto zu schießen. Grmpf. So ein Mist. Hätten wir das früher gewusst, so hätte ich mir mehr Zeit gelassen und die Bilder von Marvin wären nicht so unscharf geworden.

Egal, so oder so ist es ein tolles Gefühl, den Hintern an derselben Stelle platziert zu haben, an der vorher so viele meiner Serienhelden gesessen sind :-).

Danach kann uns nichts mehr so richtig begeistern. Wir schauen uns zwar noch ein bisschen um, aber langsam ist die Luft raus und eine leichte Erschöpfung macht sich breit. Es sind halt doch extrem viele verschiedene Eindrücke, die es zu verarbeiten gilt. Ursprünglich hatten wir überlegt, vielleicht in einem der Restaurants auf der Insel zu Abend zu essen, aber noch sind wir satt von den Eggs Benedict. Auch legen immer mehr vollgepackte Boote an und wir vermuten, dass die Idylle hier auf der Insel recht bald einer Touristeninvasion weichen wird. Also schlendern wir zurück zum Hafen und nehmen das nächste Schiff zum Festland.

Flucht vor den Massen

Das Meer ist bereits deutlich unruhiger – erste Anzeichen des drohenden Wetterumschwungs – aber noch brennt die Sonne heiß vom wolkenlosen Himmel. Auf dem Boot selbst geht ein erfrischender Wind, doch nur wenige Minuten, nachdem wir wieder in der Altstadt sind, sind wir völlig durchgeschwitzt.

Unsere nächste (und so ziemlich letzte) Drehorte-Station wäre die Altstadtmauer selbst. Insbesondere das Haus der Unsterblichen hätte ich gerne angeschaut. Leider kann man die Mauer jedoch nur insgesamt (nicht nur einzelne Strecken davon) besichtigen – und ist dann auch gezwungen, sie wie eine Einbahnstraße komplett zu begehen. Die Vorstellung, bei dieser Hitze ein, zwei Stunden im Gänsemarsch oben auf der Mauer völlig ohne Schatten entlangzulaufen, ist nicht sehr verlockend – also beschließen wir, es sein zu lassen.

Wir decken uns mit ein paar Eiskugeln ein (die wir in Rekordzeit essen müssen, weil sie sofort anfangen, sich zu verflüssigen), stapfen noch ein wenig durch die inzwischen völlig übervölkerten Gassen der Altstadt und fliehen schließlich zur Bushaltestelle.

Auch der Bus ist gerammelt voll, wir passen nur noch mit Mühe und Not hinein. Meine Platzangst macht sich wieder bemerkbar. Ich versuche krampfhaft, durch die Fensterscheiben des Busses nach draußen zu gucken, und die vielen Leute, zwischen denen wir eingepfercht sind, zu ignorieren. Das gelingt mir nur mäßig, aber zum Glück ist die Fahrt nicht lang und auf den letzten Stationen leert sich der Bus auch ein bisschen, so dass es nicht mehr so schlimm für mich ist.

Wetterumschwung, aber richtig

Als wir aussteigen können, herrscht draußen plötzlich eine völlig andere Stimmung. War es eben noch grell-sonnig und heiß, so ziehen jetzt in blitzartiger Geschwindigkeit bedrohlich dunkle Wolken auf und es kühlt deutlich ab. Wir schaffen es gerade noch trocken zu unserem Zelt, ehe der Regen losgeht. Und was für einer! Immerhin können wir unser Zelt jetzt auch auf Wasserdichtigkeit testen – es ist dicht, und wir sind begeistert! Hier drin ist es sogar bei einem Wolkenbruch trocken und gemütlich. Gegen die hartnäckige Vogelkacke auf dem Zeltdach hilft jedoch auch der starke Regen nicht; die müssen wir am nächsten Tag trotzdem noch abkratzen… aber man kann eben nicht alles haben.

Den Rest des Tages verbringen wir mit Faulenzen. In einer Regenpause marschieren wir zum Supermarkt, um uns mit Knabbereien einzudecken. Dabei erleben wir das erste Mal die berüchtigte Schlüpfrigkeit der kroatischen Straßenbeläge am eigenen Leib: Wenn man auf den doch leicht abschüssigen und durch den Regen nassen Straßen einen gewissen Reibungspunkt mit der Schuhsohle überschreitet, so rutscht der Fuß weg, als würde man auf Seife gleiten. Zweimal haut es mich fast hin – erschreckend! Und ganz schön respekteinflössend. Wir testen auf dem Weg ein wenig herum, ob es nicht irgendeinen Trick gibt, finden aber keinen – außer eben absoluter Vorsichtigkeit.

Naja, hoffentlich ist es morgen bei unserer Weiterreise wieder trocken! Sonst komme ich wahrscheinlich überhaupt nicht vom Fleck …

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Bei einem Gespräch mit unserem (ebenfalls motorradfahrenden) Nachbarn, kurz vor unserer Abreise aus München, wurden wir eindringlichst vor den Gefahren der kroatischen Küstenstraße gewarnt. Glitschig sei sie, mit schlechtem Belag, und man müsse höllisch aufpassen, um nicht zu stürzen. Gefolgt von einer Beschreibung seines eigenen, glücklicherweise glimpflich ausgegangenen Sturzes vor zwanzig Jahren.

Solche Berichte tun meinen empfindlichen Nerven nicht gut – insbesondere da es nicht der einzige ist, den ich mit ähnlichem Tenor gehört oder gelesen habe. Jetzt – rückblickend – muss ich feststellen, dass sie tatsächlich nicht (allzu) übertrieben sind. Der Straßenbelag ist zwar in den letzten Jahren nahezu über die gesamte Länge der Küstenstraße erneuert worden, aber auch dieser neue Belag hat die fatale Eigenschaft, bei Nässe unberechenbar zu sein. Bis zu einem gewissen Punkt hat er Grip, doch belastet man ihn auch nur ein bisschen darüber hinaus, wird er urplötzlich wie Seife und man hat keine Chance mehr, das Wegrutschen zu verhindern. Warum reden die kroatischen Straßenbauer eigentlich nicht einmal mit den Ingenieuren, die den Belag der immer nassen und trotzdem rutschfesten Wege in der Postojna-Grotte entwickelt haben? Dann könnte man bei jedem Wetter auf der Küstenstraße Gas geben. So aber ist respektvolles Fahren mit Hirn angebracht. Etwas, was man eigentlich immer tun sollte – aber hier besonders!

Hinzukommt die Bora. Tja, die Bora… doch darüber zu einem späteren Zeitpunkt mehr. Heute spielt sie noch keine Rolle und regnerisch ist es auch nicht. Vielmehr kündigt sich ein weiterer heißer und trockener Tag an, als wir frühmorgens aus dem Zelt linsen. Prima!

Split von seiner schlechten Seite

Um der schlimmsten Hitze zu entgehen, packen wir bereits um 6 Uhr morgens unser Zelt zusammen. Noch schnell ein paar Schokocroissants vom Campingbäcker (sehr lecker!), dann aber los. Trotz der frühen Uhrzeit herrscht bereits Stau in Trogir. Das scheint rund um die Altstadtinsel tatsächlich eine Art Dauerzustand zu sein. Hier sind die Straßen aber auch besonders eng.

Als wir kurz darauf die Schnellstraße erreichen, geht es wieder flott voran. Zumindest bis zur Berufsverkehr-Apokalypse rund um Split. In die fahren wir nämlich mitten hinein, grmpf. Nun gut, das gibt uns wenigstens die Gelegenheit, das Stadtpanorama von Split ausgiebigst zu genießen … nur um festzustellen, dass wir selten ein hässlicheres gesehen haben. Die Innenstadt bzw. Altstadt von Split soll ja wirklich sehenswert und sehr schön sein – aber von unserem Stand- (und ab und zu sogar Fahr-)punkt aus kann man das nur schwer glauben.

Schon klar, fair ist das nicht. Welche Stadt sieht von der Umgehungsstraße aus schon gut aus? Man möge uns also unser negatives Urteil verzeihen. Außerdem sind wir vom Verkehr genervt und hoffen, dass es nun nicht die ganze Strecke lang so bleibt.

Raue Küste und sanfte Kurven

Kurz darauf wird unsere Hoffnung erfüllt. Quasi als einzige biegen wir von der Stadtautobahn Richtung Süden ab – und haben fortan die Straße nahezu für uns alleine. Schnell ändert sich auch das Umgebungsbild. Zuerst ist alles noch recht industriell und die Häuser sind tendenziell eher heruntergekommen, doch bald werden die Gebäude gepflegter und hübscher. Genau wie die Landschaft, die uns mit teils wunderschönen Ausblicken auf steile Felsen, flache Buchten und malerische Kiesstrände mit davor ankernden Jachten unterhält. In Richtung Landesinnere wiederum dominiert nun das dinarische Küstengebirge das Bild.

Recht schnell erreichen wir Omiš, eine ehemalige Piratenstadt. Da wir hier auf dem Rückweg eine Nacht verbringen wollen, schauen wir uns neugierig um. Doch, ja – hier es sehr hübsch! Haben wir gut ausgewählt.

Entspannt cruisen wir weiter. Die Küstenstraße schlängelt sich sanft an den Hängen entlang, nähert sich mal mehr, mal weniger dem Meer. Hin und wieder durchqueren wir kleinere Siedlungen (die sich so gut wie immer in Buchten befinden). In einer davon legen wir nach einiger Zeit einen Tankstopp ein. Inzwischen ist es sehr heiß geworden, wir kaufen uns ein Eis und ruhen uns im Schatten etwas aus. Auch hier gibt es die Sorte „King“, die wir bereits aus Slovienien kennen. Sieht aus wie Magnum, schmeckt allerdings deutlich besser! Schade, dass es das nicht in Deutschland gibt. Aber dann hätte Magnum wohl keine Chance mehr…

Toiletten für die Kunden gibt es allerdings auch hier nicht, weshalb wir einen weiteren Stopp außerhalb des Dorfes in einer Parkbucht mit ausreichend Gebüsch einlegen müssen. Nervig ist das! Ich pinkel nicht freiwillig und schon gar nicht gerne in die freie Natur, weiß mir aber auch nicht anders zu helfen.

Abgesehen von dieser Unbill bleibt es auf dem Rest der Strecke weitestgehend ereignislos. Auch die Landschaft bleibt – abgesehen von einem etwas flacheren Teil am Flußdelta der Neretva – nahezu gleich.

Eine harte Grenze

Erst etwa 70 Kilometer vor Dubrovnik kommt wieder etwas Spannung auf. Ein kurzer Teil der Küste (knapp zehn Kilometer) gehören hier nämlich zu Bosnien und Herzegowina. Als ich das bei der Planung auf der Landkarte gesehen habe, bin ich davon ausgegangen, dass wir vom Grenzübertritt wahrscheinlich nichts merken werden. Bei Liechtenstein zum Beispiel bekommt man es ja auch kaum mit.

Umso erstaunter sind wir, als wir uns plötzlich in einer langen Schlange vor martialisch wirkenden Grenzbauten wiederfinden. Deutlicher kann man es kaum zum Ausdruck bringen, dass sich Kroatien wohl auch mit diesen Nachbarn nicht allzu gut versteht. Über eine halbe Stunde kochen wir in der Hitze, bis wir endlich durchgelassen werden. Dasselbe zehn Kilometer später, als wir wieder nach Kroatien einreisen. Grmpf. Scheinbar lebe ich schon zu lange mit offenen Grenzen, als dass ich so ein Getue nicht tendenziell albern finden könnte. Aber ich kenne die genauen Hintergründe nicht, kann mir also auch kein gerechtes Urteil bilden. Ich kann nur hoffen, dass sich mit den Jahren die alten Wunden zwischen diesen Völkern endlich schließen werden und ein entspannteres Miteinander möglich wird.

Wir sind am Ziel

Derart in Gedanken versunken vergehen die letzten Kilometer bis zum Ziel sehr schnell. Ehe wir uns versehen, fahren wir über die Franjo-Tuđman-Brücke. Seit nunmehr 16 Jahren überspannt sie die schmale Bucht direkt vor Dubrovnik, verkürzt dadurch den Weg um einige Kilometer – und bietet einen wirklich grandiosen Ausblick auf die Stadt!

Gleich nach der Brücke führt Günni uns scharf nach rechts zu unserem Campingplatz, der sich direkt am nord-östlichen Rand von Dubrovnik befindet (mit Blick auf die soeben überquerte Brücke). Wir hatten im Vorfeld lange überlegt, ob wir tatsächlich dort übernachten sollen, denn die Google-Bewertungen sind eher mau. Wegen der Nähe zur Altstadt haben wir uns dann letztendlich doch dafür entschieden. Die Strecke schaffen wir zur Not auch noch zu Fuß, was bei den weiter außen gelegenen Plätzen nicht so einfach möglich gewesen wäre.

Jetzt, im Nachhinein betrachtet, war das auch die richtige Entscheidung. Wir können nichts Schlechtes über den Platz sagen, im Gegenteil: Das Personal ist ausgesprochen freundlich und überschüttet uns beim Empfang gleich mit allen möglichen nützlichen Infos rund um Dubrovnik. Die Sanitäranlagen sind in genügender Zahl vorhanden, sauber und modern. Und der Stellplatz, den wir uns selbst aussuchen können, ist ebenfalls prima. Allerdings machen wir den Fehler, unser Zelt unter Bäume zu stellen. Was uns am nächsten Abend ausgiebiges Abkratzen von Vogelkacke beschert … aber dafür kann der Campingplatz ja nichts. Wie das in der Hochsaison aussehen mag, wenn der Platz komplett belegt ist, kann ich nicht sagen. Jetzt jedenfalls ist es schön hier und wir genießen unseren Aufenthalt.

Bis wir alles aufgebaut, uns geduscht und eingerichtet haben, ist der Tag schon fast vorbei. Unsere Mägen knurren und wir machen uns auf den Weg zum nahegelegenen Restaurant. Auch hier ist das Personal total nett, die Essensauswahl gut und ausgesprochen lecker. Ich mache allerdings einen Fehler bei meinem Nachtisch und schiele so lange neidisch und mit vielsagenden Seufzern auf Marvins Lavacake, bis er aufgibt und nach der Hälfte einen Tausch vorschlägt. Na gut, wenn er darauf besteht … 🙂

Routenüberblick

Datum: 21. Juni 2018
Schwierigkeitsgrad: je nach Wetter mittel bis schwierig (sehr rutschig bei Nässe!, ggf. böiger Wind)
Länge: 237 km, 4 h (Achtung, „Autobahnen meiden“ ins Navi eingeben, sonst wird man nicht über die Küstenstraße geführt!)
Eindrücke: abwechslungsreich, mit toller Aussicht

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Von Plitvice nach Trogir – Über den Krka-Ursprung zum Kiesstrand https://www.in-fremden-gefilden.de/reisen/kroatien/kroatien-2018/von-plitvice-nach-trogir-ueber-den-krka-ursprung-zum-kiesstrand/ https://www.in-fremden-gefilden.de/reisen/kroatien/kroatien-2018/von-plitvice-nach-trogir-ueber-den-krka-ursprung-zum-kiesstrand/#respond Sun, 03 Mar 2019 13:35:19 +0000 https://www.in-fremden-gefilden.de/?p=5717 So schön unsere Reise bisher auch war, inzwischen sehnen wir uns schon langsam nach dem, was man mit Kroatien normalerweise verbindet: eine ewig lange Meeresküste. Doch genau deswegen […]

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So schön unsere Reise bisher auch war, inzwischen sehnen wir uns schon langsam nach dem, was man mit Kroatien normalerweise verbindet: eine ewig lange Meeresküste. Doch genau deswegen bleiben wir zuerst einmal weiterhin im Hinterland. Wir wollen es nämlich vermeiden, allzu viele Strecken doppelt fahren zu müssen. Spätestens nach Makarska bleibt einem jedoch nicht mehr viel anderes übrig, denn ab dort besteht Kroatien im Grunde nur noch aus der Küstenstraße und einer Autobahn. Also sorgen wir zumindest vorher noch für ein wenig Abwechslung und wählen für heute die Route über Knin. Dort entspringt die Krka und wir hoffen auf eine schöne Landschaft.

Süden, wir kommen

Bis Knin bleiben wir auf der D1, die sehr gut ausgebaut und flott zu fahren ist. Anfangs ist sie auch entsprechend frequentiert  – also genau das, was wir nicht so mögen. Doch sobald sie nach Osten abbiegt, also nicht mehr Richtung Küste verläuft, ändert sich das und das Fahren wird entspannter.

Zumindest theoretisch, denn inzwischen suchen wir zunehmend unruhig nach einer Tankstelle. Als die Straße noch so voll war, haben wir darauf verzichtet, auf eine der dortigen Tankstellen zu fahren (die waren irgendwie alle auf der falschen Straßenseite), aber jetzt, wo das Benzin nun wirklich langsam knapp wird, kommt keine mehr! Endlich entdecken wir am Straßenrand ein Hinweisschild (Tankstellensymbol und die Entfernung), doch auch nach den darauf angegebenen 1,5 km finden wir lediglich eine Abzweigung vor, jedoch keine irgendwie gearteten Gebäude. Weil wir nicht ohne Sprit in das Gebirge fahren wollen, biegen wir auf gut Glück ab. Und tatsächlich: Nach weiteren 3 km finden wir eine einsame, aber geöffnete Tankstelle. Auf die Entfernungsangaben braucht man sich also nicht zu verlassen. Die Schilder selbst stimmen aber.

Über die Hochebene zum Ursprung der Krka

Wir tanken voll und fahren zurück auf die Hauptstraße. Die führt uns schnurgerade durch eine wunderschön anzusehende Hochebene Richtung Osten. Die Aussicht entschädigt für die fahrerische Langeweile. Immer wieder mal von der Seite kommende und häufig unvorhersehbare Windböen sorgen für zusätzliche Spannung. Vermutlich wegen des Windes gilt hier auch weitestgehend eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 50 km/h, aber niemand hält sich daran. Nicht mal wir, auch wenn wir nicht ganz so rasen wie die Einheimischen.

Bei Otrić biegt die Straße nach Süden ab und wird ein wenig kurviger, die Umgebung noch etwas hügeliger. Aber recht bald wird es wieder flach. Spektakuläre Schluchten und hohe Gipfel darf man also nicht erwarten (trotz der Nähe zum höchsten Berg Kroatiens). Seinen eigenen Reiz hat es aber trotzdem.

Knin selbst ist ein lebhaftes Dörfchen mit einer von unten hübsch anzusehenden Festung, die wir aber nicht besuchen. Inzwischen ist es nämlich sehr heiß geworden und wir machen lieber eine kleine Pause im Schatten. Die laminierten Speisekarten der Pizzeria, die wir hierfür auswählen, sind eklig klebrig (was mich mehr stört als Marvin – ich finde so etwas unnötig, die Seiten könnte man doch wirklich auch mal abwischen) und die Pizza ist eher unterstes Mittelmaß. Aber für einen kleinen Zwischensnack reicht es. Die Bedienung ist immerhin freundlich und die Cola schön kühl.

Wir bleiben nicht lange sitzen. Ich habe Hummeln im Hintern, möchte endlich ins Meer hüpfen und freue mich auf die als so toll angepriesene Altstadt von Trogir, die wir heute Abend erkunden wollen. Also schauen wir, dass wir weiterkommen. Die nächsten Kilometer führen uns auf nur mäßig kurviger Straße durch etwas heruntergekommene und ein bisschen ausgestorben wirkende kleine Ansiedlungen. Der Straßenbelag ist in Ordnung, aber fahr- und aussichtstechnisch gibt die Gegend nicht allzu viel her. Es ist heiß und staubig und je näher wir unserem Ziel kommen, umso ungeduldiger werde ich. Wo ist es denn nun, das Meer?

Die Landschaft macht es spannend. Nach jeder Kurve erwarte ich, dass es nun endlich soweit ist und ich die Wasserfläche vor mir glitzern sehe – und dann ist es doch wieder nur ein weiteres Stück langweiliger Straße. Ich bin kurz davor, Marvin zu fragen, ob wir uns nicht verfahren haben – laut meinem Tacho müssten wir nämlich eigentlich jeden Augenblick da sein und noch immer sieht man nichts – als wir über einen letzten Hügelkamm fahren und sich vor uns das Mittelmeer ausbreitet. Viele kleine Inseln sind malerisch darin verstreut, direkt unter uns befindet sich ein etwas größeres Exemplar und an das Ufer geschmiegt liegt Trogir. Was für ein schöner Anblick!

Vor lauter Freude fahren wir beinahe auf einen LKW auf, der vor uns im Schneckentempo den Berg hinunterschleicht. Gleich darauf wissen wir auch, warum der so langsam ist: Der Fahrbahnbelag ist durch die Hitze extrem weich – und glitschig wie Schmierseife. Überall am Straßenrand stehen Warnschilder, es gibt eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 40 km/h und diesmal halten sich auch alle daran.

Egal, die letzten paar Kilometer schaffen wir auch noch. Gemächlich rollen wir den Hang (der hier sogar einige Kehren vorzuweisen hat) herunter und stehen wenige Minuten später im trogirschen Verkehrskollaps. Der Campingplatz, den wir ausgesucht haben, befindet sich auf einer Insel hinter der Altstadt. Eigentlich nicht weit entfernt, aber da wir nur im Schritttempo vorankommen, brauchen wir eine ganze Weile dorthin. Wenigstens führt der Weg uns direkt an der Altstadt vorbei und wir können bereits einen ersten Blick auf die vielgerühmten Mauern werfen. Sieht tatsächlich schön aus – ich freue mich auf unseren Ausflug nachher!

Aber zuerst gilt es, das Lager zu errichten. Als wir am Camping Rožac ankommen, wird uns recht schnell klar, dass hier ein anderer Wind weht als auf den bisherigen Plätzen. Selbst aussuchen ist nicht, man bekommt einen Platz zugewiesen. Leider ist die Platzzuweiserin gerade in der Mittagspause. Ersatz gibt es nicht, also nochmal warten. Eilig darf man es hier nicht haben. So um 14 Uhr herum erbarmt man sich schließlich unser und wir können uns einen von mehreren vorgeschlagenen Plätzen auswählen. Danach noch ein paar Anmeldeformalitäten (das geht nämlich auch nicht vorher, die Rezeptionistin braucht eine Standplatznummer, ehe sie uns aufnehmen kann), aber dann ist es endlich soweit und wir können uns breitmachen. Inzwischen geht der Zeltaufbau ziemlich flott, wir brauchen kaum noch länger als mit unserem alten, deutlich kleineren Zelt. Und hier, in der Mittelmeerhitze, bringt das Baumwollzelt seine Vorzüge so richtig zur Geltung: Es bleibt angenehm kühl in seinem Inneren.

Trotzdem kommen wir beim Aufbau ganz schön ins Schwitzen, aber wozu gibt es denn hier einen Strand. Wir schmeißen uns in die Badeklamotten und marschieren zum Meer. Das Wasser ist erfrischend kühl und herrlich klar. So klar, dass ich nach wenigen Sekunden zahlreiche Seeigel am Grund entdecke – und sofort wieder draußen bin! Wenn ich etwas gar nicht leiden kann, dann einen Seeigelstachel in meiner Fußsohle – und Badeschuhe haben wir natürlich nicht dabei (Reisevorbereitung? Wozu?). Jetzt weiß ich auch, warum hier am campingplatz-eigenen Strand immer wieder streckenweise Sand aufgebracht worden ist. Auf Sand können sich Seeigel nämlich nicht festsetzen. Auf den kiesigen Stellen dazwischen sind es dafür aber besonders viele und irgendwie habe ich keine Lust, beim Schwimmen ständig nach unten schauen zu müssen.

Ich weigere mich daher, wieder ins Wasser zu kommen, und alleine macht es Marvin auch nicht lange Spaß. Recht bald duschen wir uns also das Salz von der Haut und machen uns fertig für unseren Ausflug. Die Campingplatzausstattung ist übrigens sehr schön, alles modern und extrem sauber. Wenn ich das richtig beobachte, so wohnt der Putztrupp (der aus mehreren Frauen besteht) in einem Wohnwagen direkt neben dem Sanitärgebäude.

Vom Campingplatz aus ist es zu Fuß nicht allzu weit zur Altstadt. Kleine Hinweisschilder führen einen als Fußgänger über einen ziemlich steilen Hügel quer durch ein Wohngebiet, die Hauptstraße wiederum führt unten um diesen Hügel herum. Zuerst wundern wir uns darüber, aber am Abend wählen wir zurück den Weg entlang dieser Hauptstraße und verstehen: Es gibt nämlich so gut wie keine Bürgersteige an den Straßen, weshalb das Wandern in den ruhigen Nebenstraßen um einiges sicherer ist.

Bei der momentan herrschenden Hitze ist der steile Weg aber auch recht anstrengend, weshalb wir froh sind, als nach ca. 20 Minuten der Hafen vor uns auftaucht und die frische Meerluft uns abkühlt.

Tja, die Altstadt. Was soll ich sagen. Sie ist tatsächlich wunderschön! Sehr gut erhalten, mit einem fantastischen mittelalterlichen Flair. Aber … dieser Flair wird bereits vor dem Durchschreiten der Stadtmauer zunichte gemacht durch die zahlreichen TouristenfängerInnen, die einen in das Restaurant, den Laden, die Eisdiele etc. locken wollen. Mehr oder weniger (meist mehr) aufdringlich wird man von allen Seiten angequatscht. Und wenn man dann tatsächlich einen Laden betritt, geht es drinnen mit doppelter Intensität weiter.

Ich hatte eigentlich vorgehabt, mir ein Sommerkleid zu kaufen, verliere aber schnell die Lust dazu. Ebenso macht es uns schon nach kurzer Zeit keinen Spaß mehr, durch die Gassen zu wandern, wenn einen alle paar Sekunden jemand versucht, von seinem ach so tollen Angebot zu überzeugen. Wir suchen uns ein Restaurant (nämlich das mit den am wenigsten aufdringlichen Kellnern) und setzen uns in den dazugehörigen Hof. Der wiederum ist wirklich schön und hier hat man auch seine Ruhe.

Etwas versöhnt freue ich mich auf die Fischplatte, die ich bestellt habe – nur um gleich die nächste Enttäuschung zu erleben. Selten habe ich einen dermaßen fad und lieblos zubereiteten Fisch gegessen. Das einzig Schmackhafte auf dem Teller ist das Gemüse.

Wir verzichten daher hier auf einen Nachtisch und wählen dafür lieber die riesige Eisdiele direkt im Altstadtkern. Die Portionen, die wir bekommen, sind ebenso riesig – schmecken tun sie allerdings eher durchschnittlich. Ernüchtert, aber immerhin satt, machen wir uns auf den Weg zurück zum Campingplatz.

Unser Trogir-Fazit: Hübsch anzuschauen, aber für einen Besuch braucht man deutlich mehr Nerven, als wir sie vorzuweisen haben. Wenn einen die aufdringlichen Verkäufer nicht stören, ist eine Besichtigung aber durchaus lohnenswert.

Routenüberblick

Datum: 20. Juni 2018
Schwierigkeitsgrad: mittel – teilweise böiger Wind, Straßen aber gut in Schuss
Länge:  222 km,  ca. 3,5 h reine Fahrzeit
Eindrücke: schöne Landschaft, fahrtechnisch aber streckenweise recht öde

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Die Plitvicer Seen – Malerischer Wasserpark mit Froschgebrüll https://www.in-fremden-gefilden.de/reisen/kroatien/kroatien-2018/die-plitvicer-seen-malerischer-wasserpark-mit-froschgebruell/ https://www.in-fremden-gefilden.de/reisen/kroatien/kroatien-2018/die-plitvicer-seen-malerischer-wasserpark-mit-froschgebruell/#respond Fri, 21 Dec 2018 08:37:38 +0000 https://www.in-fremden-gefilden.de/?p=5493 Irgendwann im vorigen Jahrhundert, auf dem Weg zum Familienurlaub nach Griechenland, war ich schon einmal in Plitvice. Ich weiß allerdings kaum noch etwas davon, denn zum einen wollte […]

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Irgendwann im vorigen Jahrhundert, auf dem Weg zum Familienurlaub nach Griechenland, war ich schon einmal in Plitvice. Ich weiß allerdings kaum noch etwas davon, denn zum einen wollte ich damals eigentlich nicht mehr mit meinen Eltern in den Urlaub fahren (und war entsprechend schlecht gelaunt), zum anderen hatte ich noch keinen richtigen Blick für Naturschönheiten entwickelt (Teenager eben). Heute ist das anders – und ich freue mich auf den Besuch, als wäre es mein erster.

Wie kommen wir zum Park?

Gestern haben wir an der Rezeption des Campingplatzes erfahren, dass es einen (für Campinggäste kostenlosen) Zubringerbus zum Nationalpark gibt. Allerdings fährt der nur zweimal am Tag, nämlich um 9 Uhr morgens zum Park hin und um 17 Uhr wieder zum Campingplatz zurück.

Das passt uns von den Zeiten her überhaupt nicht. Taxis wiederum sind unverhältnismäßig teuer (ca. 15 bis 20 Euro pro Tour, wie uns die Frau an der Rezeption warnend mitteilt), also überlegen wir uns eine andere Taktik. Da der Park nicht allzu weit entfernt ist, wagen wir es ausnahmsweise einmal, ohne volle Motorradkluft zu fahren. Gleich nach dem Frühstück brechen wir auf und düsen in Jeans die wenigen Kilometer über die gut ausgebaute Landstraße zum oberen Eingang. Daran, wie unwohl ich mich dabei fühle, merke ich, wie sehr ich es gewöhnt bin, in voller Schutzkleidung zu fahren. Gut so! Aber man kann auch mal eine Ausnahme machen.

Als wir am Park ankommen, ist noch recht wenig los. Das war nämlich Punkt zwei unserer Idee: Wenn wir möglichst früh vor dem Campingplatzbus losfahren, so können wir vielleicht den größten Besucherschwung vermeiden. Bisher scheint das zu funktionieren.

Es gibt ein großes Parkplatzareal auf der dem Eingang gegenüberliegenden Straßenseite. Dort erleben wir gleich eine schöne Überraschung: Einer der Parkplatzwächter kommt aus seiner Kabine und deutet uns, dass wir mit den Motorrädern an der geschlossenen Schranke vorbeischlängeln sollen. Auf unsere Nachfrage hin erklärt er, dass Motorräder kostenlos parken dürfen. Wie nett!

Wir suchen uns einen Platz unweit des Ausganges und ziehen uns um: Stiefel und Motorradjacken werden in die Koffer gestopft, dafür Sandalen und dünnere Jacken herausgezogen. Nur die Helme haben auf den Motorrädern keinen Platz, doch Marvin hängt seinen einfach an seinen Rucksack und bei mir passt er sogar in den Rucksack hinein. Während wir uns derart vorbereiten, füllt sich der Parkplatz merklich. Auch einige weitere Motorradfahrer gesellen sich zu uns, die ebenfalls an der Schranke vorbei gewunken worden sind. Scheint also zu stimmen, das mit dem „Nichts-Bezahlen“.

Ein fehlgeschlagener Fluchtversuch

Die vielen hinzukommenden Menschen machen uns allerdings etwas nervös und wir beeilen uns, zum Parkeingang zu kommen – wo wir entsetzt auf die dort bereits versammelte Besuchermenge starren. Sogar die obligatorische Mega-Reisegruppe aus Asien ist schon dabei, sich für den Aufbruch um ihren Reiseführer zu scharen. Wir schaffen es gerade noch, an allen vorbei zu huschen und die Eintrittskarten zu ergattern, ehe sich eine Schlange an der Kasse bildet. Allerdings dauert es im Park nicht lange, bis man uns eingeholt hat und wir von Menschen umringt sind. Mist! Von wegen „den größten Besucherschwung vermeiden“.

Doch soviel gleich vorneweg: Das macht nichts! Es gibt zwar nur ein paar wenige Routen, die durch das Gelände führen, streckenweise bewegt man sich richtiggehend im Gänsemarsch und entsprechend langsam über die teils recht schmalen Holzstege, die an Wasserfällen, Felswänden und Seeufern vorbeiführen – aber all das stört den Zauber, mit dem einen diese fantastische Landschaft gefangen nimmt, kaum.

Die anderen Besucher staunen auch nur über so viel Schönheit auf so einem kleinen Fleck Erde – und man fühlt sich ihnen dadurch spontan irgendwie verbunden. Manchmal ist es auch ziemlich unterhaltsam, bei den Verrenkungen für Selfies vor den Wasserfällen zuzusehen. Das gibt dem Besuch noch eine zusätzliche (lustige) Dimension. Je weiter man nach oben kommt, umso mehr verteilen sich die Besucher – und umso häufiger ist man auch mal für einen längeren Streckenabschnitt für sich allein. Von dem großen Andrang sollte man sich also nicht gleich abschrecken lassen.

Doch das alles wissen wir zu Beginn der Tour noch nicht und blicken entsprechend missmutig auf die Menschenmassen, die wie die Wellen einer Flut nach uns auf das Gelände strömen.

Von unten nach oben

Unmittelbar hinter der Kasse findet man ein großes Schild, auf dem verschiedene Routen für die Besichtigung des Parks vorgeschlagen werden (man kann sich die Routen aber auch schon vorab auf der Homepage des Nationalparks ansehen). Wir haben den ganzen Tag Zeit und entscheiden uns daher für die etwas längere Route C. Die ist mit 4 – 6 Stunden angesetzt, acht Kilometer gilt es zu wandern.

Zwischendrin gibt es eine (im Preis inbegriffene) Bootsfahrt auf einem der Seen und einen Teil des Rückweges können wir mit einem (ebenfalls kostenlosen) Panoramazug zurücklegen, heißt es im Programm. Prima, dann machen wir das doch.

Unsere Route führt uns vom untersten Punkt des Nationalparks nach oben bis zum höchsten. Das Wasser kommt uns also sozusagen entgegen. Manche der terrassenartig angeordneten Seen sind recht groß und strahlen eine Ruhe aus, die einen unwillkürlich verstummen lässt, während man daran vorbeiwandert.

Andere wiederum sind eher kleine Becken, die an drei Seiten von steilen Felsen und daran hängenden Wasserpflanzen umgeben sind, durch die dutzende schmale Wasserfälle und -fällchen rinnen, in denen malerisch das Sonnenlicht glitzert. An der vierten Seite steht man selbst, bestaunt das schöne Bild und wundert sich gleichzeitig darüber, wie laut sich Frösche gebärden können, wenn sie nur zahlreich genug sind. Im Ernst, sehen tue ich zwar keinen dieser grünen Rabauken, aber ihr Gequake ist streckenweise so laut, dass man sich nur schreiend unterhalten kann.

Nach ungefähr 1,5 Stunden Wanderung (was in etwa der Hälfte der Strecke entspricht) erreichen wir einen riesigen Rastplatz, auf dem sich ein paar Imbiss-Stände, eine Toilette, viele Sitzgelegenheiten sowie der Bootsanlegesteg befinden. Nebst ungefähr 3.000 weiteren Menschen … nun gut, ganz so viele sind es wohl nicht, aber die Größe der Menge überrascht uns dann doch. Inzwischen haben wir uns zwar daran gewöhnt, dass hier massig Menschen herum laufen, aber so viele? Es ist gerade mal kurz nach zehn!

Nach halber Strecke geht’s auf das Boot

Marvin und ich nutzen die Gelegenheit und gehen aufs Klo, eine längere Pause wollen wir aber nicht machen und Hunger haben wir auch noch keinen. Also ab zum Bootssteg und schnell vorbei an einer amerikanischen Teenagergruppe, deren Mitglieder sich lautstark mit männlichem Imponiergehabe und weiblichem Gekichere gegenseitig aufstacheln. Hoffentlich landen wir nicht zusammen mit denen auf einem Boot …

„Hoffentlich landen wir überhaupt auf einem Boot!“, denke ich unmittelbar danach, als ich auf einem Holzschild lese, dass die Boote nur alle 30 Minuten fahren. Ich überschlage schnell die Anzahl der Köpfe, die von dem soeben angekommenen Schiff steigen, übertrage das auf die Menge der Leute, die noch vor uns in der Schlange steht und schätze, dass wir ungefähr 3 bis 4 Fahrten später endlich selbst einsteigen können. Das wäre also in knapp 2 bis 2,5 Stunden … das darf doch nicht wahr sein!

Doch meine aufkeimende Entrüstung verpufft, als ich nur wenige Minute später ein weiteres Boot ankommen sehe. Und noch ein paar Minuten danach ein drittes. Die Zahlen auf dem Schild kann man also getrost ignorieren, die Dinger fahren sehr viel häufiger! Knapp eine Viertelstunde später werden wir auch schon an Bord gewunken, als eine der letzten für diese Fahrt. Die laute Teenie-Gruppe wird also erst auf das nächste Schiff losgelassen. „Gottseidank“, denke ich egoistisch und habe kurz ein schlechtes Gewissen deswegen. Aber nur kurz.

Die Fahrt über den See dauert nicht lang, ist aber eine willkommene Ruhepause für die doch schon ein bisschen angestrengten Beine. Die Umgebung ist sehr schön, allerdings sieht dieser See eher normal aus – so ganz ohne Wasserfälle, Hängepflanzen und Froschkonzert. Auf der Fahrt ans andere Ufer kommen uns gleich mehrere der anderen Boote entgegen, alle voll besetzt. Das sind anscheinend die Besucher, die die Tour vom südlichen Eingang aus machen – also die Terrassen von oben nach unten bewandern.

Ich könnte nicht sagen, welche Richtung die empfehlenswertere ist – oder ob es hier überhaupt große Unterschiede gibt. Unsere Route ist auf alle Fälle sehr schön und wir sind zufrieden mit unserer Wahl. Auch die zweite Hälfte des Weges ist wundervoll – allerdings nun deutlich weniger bevölkert. Viele wählen anscheinend die gleiche Richtung und von vorneherein eine kürzere Strecke, machen länger Pause oder sind einfach langsamer als wir.

Als wir nach knapp 3 Stunden Wanderung dann schließlich am oberen Ende ankommen, sind wir angenehm erschöpft und unsere Gehirne quellen fast über von so vielen Eindrücken. Auch sind wir inzwischen ganz schön hungrig, doch die einzige Imbissbude hier oben hat soeben Mittagspause. Grmpf.

Also marschieren wir mit knurrenden Mägen weiter zum „Busbahnhof“. Bei dem angekündigten Panoramazug handelt es sich um einen geländegängigen Minibus mit zwei Anhängern. Getreu meinem Motto „Traue keinem Fahrzeug, das du nicht selbst lenkst!“ beäuge ich das Teil und entscheide schließlich, dass der Bus selbst der sicherste Platz zu sein scheint (falls die Anhänger von den steilen Straßen stürzen sollten, können wir uns durch Abkoppeln derselben vielleicht noch retten). Unter Missachtung von Marvins Protesten bestehe ich darauf, dort einzusteigen, auch wenn wegen der Fahrerkabine die Sicht nach vorne ein wenig versperrt ist. Zum Ausgleich überlasse ich Marvin den Fensterplatz. Während der dann folgenden Fahrt bin ich sowieso heilfroh, nicht direkt am Fenster zu sitzen. Die Straße ist sehr schmal und kurvig und führt ziemlich weit oben am Hang entlang. Die Aussicht ist von meinem Platz aus schon angsterregend genug – da muss ich nicht auch noch direkt in den Abgrund blicken können.

Ich bin ziemlich erleichtert (lasse es mir aber nicht anmerken), als wir endlich wieder aussteigen dürfen. Ganz bis zum Eingang zurück fährt der Bus nicht, ein Stückchen muss man noch laufen. Aber zuerst gönnen wir uns einen kleinen Snack – der allerdings eher mittelmäßig schmeckt. Mein Strudel ist offensichtlich Fabrikware. Was soll’s, der Hunger drückt es rein. Und immerhin ist es nicht allzu überteuert.

Der letzte Kilometer bietet noch einmal ein fantastisches Panorama. Diesmal von weit oben, weshalb wir ein gutes Stück des von uns zurückgelegten Weges nun in der Draufsicht bewundern können. Dieses Fleckchen Erde ist wirklich außergewöhnlich und ich kann den Besuch des Nationalparks jedem nur ans Herz legen.

Trotzdem sind wir nicht unglücklich, als wir schließlich wieder am Eingang ankommen. Wir kaufen noch schnell unseren obligatorischen Kühlschrankmagneten, dann schlurfen wir müde zu den Mopeds, ziehen uns um und fahren zurück zum Zelt. Den Rest des Nachmittages verbringen wir mit Faulenzen und Vorfreude auf morgen, denn da geht es endlich an die berühmte kroatische Meeresküste!

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Von Postoijna nach Plitvice – Durch das wilde Hinterland https://www.in-fremden-gefilden.de/reisen/kroatien/kroatien-2018/von-postoijna-nach-plitvice-durch-das-wilde-hinterland/ https://www.in-fremden-gefilden.de/reisen/kroatien/kroatien-2018/von-postoijna-nach-plitvice-durch-das-wilde-hinterland/#respond Tue, 09 Oct 2018 17:07:41 +0000 https://www.in-fremden-gefilden.de/?p=5482 An diesem Morgen verzichten wir auf das reichhaltige Frühstücksbuffet im Campingplatzrestaurant – mit allzu vollem Magen fährt es sich nicht so gut – sondern begnügen uns asketisch mit […]

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An diesem Morgen verzichten wir auf das reichhaltige Frühstücksbuffet im Campingplatzrestaurant – mit allzu vollem Magen fährt es sich nicht so gut – sondern begnügen uns asketisch mit Schokocroissants, Keksen und Tütenkaffee vor dem Zelt.

Gleich im Anschluss tuckern wir los. Heute wollen wir endlich die kroatische Grenze überfahren und bis in die Nähe von Plitvice kommen. Wir wissen nicht, wie die Strecke sein wird, erwarten allerdings auch nichts. Knapp fünf Stunden Landstraße, die zuerst durch slowenisches, anschließend durch kroatisches Hinterland führt … was soll da schon groß sein.

Landschaft mit Nachdenkfaktor

Die ersten Kilometer sind tatsächlich nicht allzu spektakulär. Schön zu fahren, guter Straßenbelag, angenehme Umgebung – aber nicht viel anders, als wir den etwas flacheren Teil Sloveniens vorgestern schon wahrgenommen haben. Entspannt düsen wir vor uns hin und unterhalten uns via Interkom über Gott und die Welt.

Nach einer Weile jedoch verändert sich die Landschaft, langsam, fast schon unmerklich. Sie wird noch ein bisschen weiter, die Dörfer seltener und die Straßen kleiner und enger. Alles bekommt etwas Wildes, Unnahbares, beinahe schon Düsteres. Unsere Gespräche verstummen, als uns bewusst wird, dass wir schon seit geraumer Zeit keinem anderen Fahrzeug mehr begegnet sind. Dafür finden sich am Straßenrand immer häufiger verfallene Häuser, an deren Wänden sich eigenartige Löcher befinden. Zuerst rätseln wir, was das sein könnte, doch dann kommen wir drauf: Einschusslöcher.

Mit einem Mal wird uns klar, dass wir uns anscheinend mitten in einem der ehemaligen Kampfgebiete des noch gar nicht so lange zurückliegenden Balkankrieges befinden. Marvin ist dafür zwar noch etwas zu jung, aber ich kann mich noch gut an die schrecklichen Bilder und Nachrichten von damals erinnern. Hier, direkt an oder auf dieser Straße, haben vor nicht allzu vielen Jahren Menschen gekämpft und gelitten, sind gestorben oder haben selbst getötet.

Es ist schwer zu beschreiben, was einem bei so einer Erkenntnis durch den Kopf geht. Ich empfinde diese verwaiste Landschaft voller sichtbarer Spuren von einstigem Verlust und vergangener Gewalt als extrem bedrückend. Gleichzeitig führt mir diese Umgebung aber auch vor Augen, was für ein behütetes und sorgloses Leben wir eigentlich führen, wie privilegiert wir doch sind. Und wie wichtig eine friedvolle, hilfsbereite und aufgeschlossene Gesellschaft für dieses Leben ist und nicht aufs Spiel gesetzt werden sollte.

Als vor uns endlich wieder eine bewohnt wirkende Ansiedlung auftaucht, atmen wir erleichtert auf – und legen auch gleich einen Zwischenstopp bei kühler Cola ein. Bloss weg mit solch schwermütigen Gedanken! Trotzdem hängen mir diese Eindrücke noch eine ganze Weile nach und ich betrachte die Umgebung fortan mit etwas anderen Augen.

Eine echte Grenze

Bald nach der Pause erreichen wir die slovenisch-kroatische Grenze, wo wir gänzlich unerwartet eine richtige Passkontrolle über uns ergehen lassen müssen. Erst nach ausgiebiger Musterung sowohl unserer Papiere als auch von uns selbst – mit angemessen strenger Miene – lassen die Zollbeamten uns passieren. Marvin und ich machen uns zwar hinterher ein bisschen darüber lustig, aber der ernste Hintergrund ist uns durchaus bewusst. Von vertrauensvoller Nachbarschaft zwischen Slovenien und Kroatien zeugt das nämlich nicht gerade.

Wir schauen, dass wir von der Grenze wegkommen und nehmen uns vor, zuhause einmal etwas mehr über den Balkankrieg nachzulesen. Kroatien ist eines der beliebtesten Urlaubsländer der Deutschen und schließlich dieses Jahr auch unser Hauptziel – trotzdem wissen wir über dessen Vergangenheit beschämend wenig.

Nach einer kurzen Weile kehrt unsere gute wieder Laune zurück. Die Sonne scheint freundlich und die Umgebung wirkt zunehmend belebter. Leider trifft das „zunehmend belebter“ auch auf die Straßen zu, weshalb wir uns immer häufiger zwischen eh schon schnellen Lastwagen vor uns und noch schnelleren, drängelnden PKWs hinter uns wiederfinden. Hektischer als uns eigentlich lieb ist düsen wir so unserem heutigen Ziel entgegen: Camping Korana, knapp 9 km vor dem Nationalpark Plitvice. Es gibt wohl noch einen weiteren Campingplatz näher am Park, doch der dortige Besitzer scheint – wenn man den Google-Rezensionen glauben kann – leicht psychopatische Züge zu haben, weshalb wir uns doch lieber für Korana entschieden haben.

Lager im Grünen

Der Campingplatz ist riesig und mit allem Schnickschnack ausgestattet – genau wie wir es mögen. Die Einfahrt wird von einem leicht einschüchternden Terminal überspannt, aber die Dame am Schalter begrüßt uns professionell herzlich, nimmt uns unsere Personalausweise ab, drückt uns eine Nummerntafel für das Zelt sowie einiges an Infomaterial in die Hand und winkt uns durch. Das war’s, mehr Check-In-Formalitäten gibt es nicht. Den Platz dürfen wir frei wählen und für welchen wir uns letztendlich entscheiden, interessiert die Dame nicht. Anscheinend ist noch nie ein Camper verloren gegangen 🙂

Gleich beim ersten Durchfahren stellen wir fest, dass  Zeltbewohner hier eindeutig im Vorteil sind. Der Campingplatz erinnert nämlich ein wenig an einen bewaldeten Golfplatz, mit vielen grasigen Mulden, in die größere Camper oder Gespanne nicht einfahren können (jedenfalls nicht, wenn sie auch wieder herauskommen wollen). Diesen Gefährten bleiben die Ränder der durch das Gelände führenden Straßen vorbehalten, wir Zelter können jedoch aus dem Vollen schöpfen und uns hinstellen, wo wir wollen.

Zumindest theoretisch. Denn da wir vom Strom abhängig sind und dieses Jahr ein etwas knapp bemessenes Kabel dabei haben (5 Meter haben nach mehr geklungen, als sie effektiv sind), schränkt es unsere Auswahl doch wieder etwas ein. Der tendenziell matschige Untergrund in den Mulden macht uns zudem misstrauisch. Das kenne ich noch aus Norwegen, bei Regen steht das dann alles unter Wasser!

Nach ein wenig Suchen finden wir aber doch einen idealen Platz auf einem kleinen Hügel mit Stromanschluss in erreichbarer Nähe. Sofort machen wir uns dort breit, stellen das Zelt auf, zerren noch eine Holzbank aus der Nähe davor, erklären sie für die Zeit unseres Aufenthaltes zu unserem Privateigentum und vollenden die Wagenburg, indem wir die Motorräder strategisch günstig um uns herum verteilen. So ist es schön, finden wir!

Vorsicht, Hitzkopf!

Nachdem wir unser Lager errichtet haben, brauche ich erst einmal eine Dusche. Die Sanitärgebäude sind sehr sauber und modern ausgestattet. Auf den Dächern befinden sich Solarkollektoren – und wie heiß das Wasser dadurch werden kann, muss ich schmerzhaft erfahren, als ich beim Duschen aus Versehen mit dem Ellbogen gegen den Heißwasserhebel komme und mir fast den Kopf verbrühe, ehe ich in Sicherheit springen kann. Holla, so heiß habe ich es noch nie auf einem Campingplatz erlebt. Ich habe ja keine Ahnung von Sicherheitsbestimmungen bei Sanitären, aber hier ist echt eine Warnung angebracht. Meine Kopfhaut ist noch eine Stunde später krebsrot … und ja, ich weiß – das Wort „hirnverbrannt“ kommt mir in dem Zusammenhang auch in den Sinn. Haha, wie lustig.

Als ich endlich aus der Dusche zurück bin, ist es schon später Nachmittag. Viel gibt es heute nicht mehr zu tun, also packen wir unsere Rucksäcke und marschieren zum Essen. Bedingt durch die Weitläufigkeit des Geländes sind wir dafür schon einige Minuten unterwegs. Der Campingplatz bietet dann aber auch gleich mehrere Möglichkeiten zur Einkehr, nämlich eine Art Sport-Bar mit Snacks, einen Burger-Grill sowie ein riesiges normales Restaurant. Wir entscheiden uns für das normale Restaurant. Es ist offensichtlich, dass hier alles auf Massenbetrieb ausgelegt ist, allerdings ist es momentan – dank der noch herrschenden Vorsaison – noch nicht allzu überlaufen. Die Essensqualität ist zwar nicht überragend, etwas teurer als üblich ist es ebenfalls, aber beides hält sich noch im Rahmen. Passt also. Wir schlagen uns den Bauch voll und freuen uns auf morgen. Da geht es nämlich in den Park!

Routenüberblick

Datum: 18. Juni 2018
Schwierigkeitsgrad: mittel – zeitweilig schlechter Straßenbelag
Länge: 220 km, ca. 4,5 h Fahrzeit (Kleckerstrecke)
Eindrücke: die zerstörten Häuser machen nachdenklich

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Die Höhlen von Postojna – Eine Wanderung unter den Berg https://www.in-fremden-gefilden.de/reisen/die-hoehlen-von-postojna-eine-wanderung-unter-den-berg/ https://www.in-fremden-gefilden.de/reisen/die-hoehlen-von-postojna-eine-wanderung-unter-den-berg/#respond Sat, 06 Oct 2018 09:35:56 +0000 https://www.in-fremden-gefilden.de/?p=5463 Heute geht es tief unter die Erde – denn mit einem Besuch der weltberühmten Grotte in Postojna steht neben den Plitvicer Seen und Dubrovnik eines der drei Hauptziele […]

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Heute geht es tief unter die Erde – denn mit einem Besuch der weltberühmten Grotte in Postojna steht neben den Plitvicer Seen und Dubrovnik eines der drei Hauptziele unseres diesjährigen Urlaubs auf dem Tagesplan. Ganze 24 Kilometer ist das Höhlensystem groß und stellt damit die zweitgrößte für Touristen geöffnete Tropfsteinhöhle der Welt dar.

Allerdings sollte man anmerken, dass lediglich 5 Kilometer für Besucher zugänglich sind (und davon wiederum 3,5 km mit einem Zug zurückgelegt werden). Trotz der scheinbar „wenigen“ 1,5 Kilometer, die man letztendlich noch zu Fuß zurücklegt, dauert eine komplette Tour immer noch um die 90 Minuten. Es gibt also entweder viel zu sehen oder man kommt lediglich im Schneckentempo voran. Wir bereiten uns optimistisch auf die erstere Option vor.

In jedem Fall gönnen wir uns erst einmal ein ausgiebiges Frühstück, um uns auf die Anstrengungen das Tages vorzubereiten. Das gibt es hier spottbillig und inklusive Omelette recht üppig portioniert. Lecker!

Wanderung durch slowenische Wälder

Wie gestern beschrieben, liegt unser Campingplatz nicht gerade am Puls der Stadt. Ganz im Gegenteil: Einsam und von riesigen Bäumen umzingelt befinden wir ins kilometertief im Wald. Was einerseits für eine angenehme und ruhige Atmosphäre sorgt, wird uns jetzt zum Verhängnis – wollen wir doch in der Grotte nicht die ganze Zeit die Motorradhelme mit uns herumschleppen.

Nun gut, dann wird das heute einfach ein sportlicher Tag – ungefähr 5km müssen wir zu Fuß bis zum Eingang der Grotte zurücklegen. Glücklicherweise gibt es einen schönen Wanderweg, der abseits vom Stress der Hauptstraße zurück in die Stadt führt. Genau abpassen, wann wir loslaufen, müssen wir nicht – schließlich starten die Besichtigungen im Sommer zu jeder vollen Stunde.

Der Wanderweg erweist sich zunächst als waldig, dann als hügelig und schließlich sogar als ein wenig belebt, als wir kurz vor der Stadt einige Kleingärten und einen Hundeparcours passieren. An der Hauptstraße angekommen, konsultieren wir unsere Karte und biegen vor der eigentlichen Stadt rechts ab, um eine Abkürzung zu nehmen.

Gerade Anja behagt diese Entscheidung überhaupt nicht – hätten wir doch einfach der offensichtlicheren Hauptstraße folgen können. Jetzt laufen wir an scheinbar verlassenen Armeekasernen vorbei, und die Straße macht Biegungen, die wir so gar nicht erwartet hatten. Ein kurzer Plausch mit ein paar Anwohnern schafft aber Gewissheit: Ja, das hier ist noch der richtige Weg zur Grotte.

Ironischerweise hätten wir das 100 Meter weiter vorne auch selbst bemerkt. Die Straße führt steil abwärts an einem Hang zurück zur Hauptstraße, von dem man den wie ein Ferienpark anmutenden Eingang zur Höhle schon sehen kann.

Der Eingang – Über Tickets und Sourvenirs

Als wir endlich ankommen, sind wir plötzlich gar nicht mehr so alleine. Egal ob asiatische Busgruppen, Schulklassen oder einfache Besucher wie wir – schon von weitem sieht man die sich tummelnden Menschenmassen. Die befüllen eine bogenförmige Promenade, die bei den Ticketschaltern anfängt, in zahlreiche Restaurants und Souvenirshops übergeht und schließlich beim Eingang in die Höhle endet.

Aber eins nach dem anderen: Anja tänzelt geschickt am Tumult vorbei und findet tatsächlich einen Ticketschalter, den keine große Warteschlange blockiert. Wenig später können wir bereits die Tickets kaufen – für den heftigen Preis von je 28 Euro. Aber gut, das hatten wir im Vorfeld bereits recherchiert und entschieden, dass uns eines der größten Naturwunder Europas das Geld wert ist.

Wie wir jedoch jetzt erst herausfinden, sind die Tickets nicht etwa für eine beliebige Tour des Tages gültig, sondern auf eine bestimmte Uhrzeit festgelegt. Die Dame am Schalter fragt uns vor dem Kauf aber noch einmal, welche Tour wir denn gerne antreten würden. Da es etwa 10:30 Uhr ist, entscheiden wir uns für die 11:00 Uhr Tour.

Genug Zeit, um noch einmal in einem der vielen Restaurants/Hotels auf Klo zu gehen. Da wir aber tendenziell lieber zu früh als zu spät kommen, stehen wir gleich darauf auch schon am Eingang und drehen mit den Daumen. Immerhin sind wir hier nicht die einzigen. Die Warteschlangen sind in Nationalitäten unterteilt und wir kommen schnell ins Gespräch mit einigen der anderen Deutschen.

Kurz vor 11:00 Uhr öffnen sich dann die Pforten. Zumindest die ersten. Die Gruppen gehen ein paar Schritte voran in einen bisher abgesperrten Bereich, stehen dann aber auch erst einmal wieder dumm herum. Vor uns tut sich in der Felswand eine riesige Spalte auf, in der eine massive Tür verbaut ist. Das muss der Eingang sein!

Hinter uns rührt sich aber auch etwas und einige der Menschen verschwinden in einem Seitengang mit Blitzlichtgewitter. „Okay, sind vielleicht VIPs, die eine eigene Tour abseits der Touristen gebucht haben“, denke ich mir. Als dann immer mehr Menschen dort hin verschwinden, macht sich zunehmend Nervosität breit. Erst als wir als letztes noch übrig sind und uns ein Crewmitglied endlich anspricht, wird klar, dass der eigentlich Haupteingang nicht das große Tor vor uns, sondern eben dieser kleine Seitengang ist.

Das Blitzlichtgewitter entpuppt sich schließlich als eine Horde Fotografen, die jede einzelne Person knipst, die an ihnen vorbei will – um die entwickelten Bilder am Ende der Tour zu verkaufen.

Mit dem Zug durch die Unterwelt

Nachdem wir nun den „richtigen“ Eingang doch noch gefunden haben, befinden wir uns alsbald in einer Art kleinem Bahnhof, wo wir einen Zug besteigen, der von Aufbau her dem eines Jahrmarktes ähnelt. Als er losfährt, merken wir sofort, warum man uns geraten hat, hier eine Jacke mitzubringen. Der Fahrtwind macht die ohnehin schon kühle Höhle nicht gerade wärmer. Ehe wir uns versehen, herrschen um uns herum nur noch 10 Grad Celsius.

Dafür gibt es aber auch etwas für die Augen: Wir rauschen vorbei an orange beleuchteten Felsformationen, Stalagmiten und -titen, die sich mal in großen Kammern an der Seite, mal direkt vor unserer Nase befinden. Ich war schon in so mancher Höhle, aber Postojna hat einen ganz eigenen Flair: Der Stein hat eine weißlich-beige Färbung, die immer wieder ins rötliche abgleitet, die Strukturen sind in der ganzen Höhle durch Jahrtausende tropfenden Wassers organisch geformt und die hohe Luftfeuchtigkeit kann man trotz kühler Temperatur förmlich schmecken.

Das Symbol zur Infobox

Ein Fahrt wie im Minenwagen

Auch staunen wir über die scheinbar recht laschen Sicherheitsbestimmungen, da wir derart knapp an Wänden und Decken vorbeifahren, dass wir wohl einen Finger verlieren würden, wenn wir unsere Arme nicht eng am Körper behielten. Darauf macht auch der kurze, amüsant gestaltete Infofilm vor der Fahrt noch einmal aufmerksam.

Wer die Höhle also mit kleinen Kindern besucht, sollte allzu übermütiges Fingerzeigen besser vor vorneherein unterbinden.

Nach ca. 10 Minuten der Fahrt halten wir schließlich in einer der größten Kammern an: Endstation. Der Raum ist so groß, dass sich vor uns ein kleiner Tropfsteinberg auftut, den wir nun über spezielle Fußgängerwege besteigen. Anfangs sind wir ein wenig desorientiert, finden aber glücklicherweise schnell unseren (deutschen) Tourguide, der schon damit angefangen hat, mit Taschenlampe und Lautsprecher ein wenig über die Geschichte und Entstehung der Höhle zu erzählen.

Dabei verrät er uns auch etwas, über das ich mich schon vorher gewundert habe: Obwohl wir recht steile Wege erklimmen, rutschen unsere Schuhe auf dem nassen Betongrund nie ab. Das liegt daran, dass hier ein spezielles Quarzgemisch zum Einsatz kommt, das auch unter nassen Bedingungen wie trockenes Gummi an der Sohle klebt. Das Ganze wirkt ein wenig surreal, da mir meine Erfahrung sagt, dass wir auf derart steilem und nassem Beton eigentlich ausrutschen müssten – es aber nie tun. Von der Idee könnte sich manch eine Straße mal eine Scheibe abschneiden.

Unerwartet in der Finsternis

Die Führung ist ziemlich amüsant und führt uns im Laufe der nächsten Stunde durch die verworrenen Gänge der Grotte. Dabei gibt es aber eigentlich zu jeder Zeit nur einen Weg vorwärts, sodass man sich nicht verirren kann. An bestimmten Stellen hält unser Guide immer mal wieder inne und plaudert über das eine oder andere historische Detail – etwa, dass die einzige Eisenbrücke, die wir in der ganzen Grotte besteigen, noch ein Relikt aus  dem 1. Weltkrieg ist und einst von den Russen erbaut wurde.

Bei unserer Reise durch den Berg sind wir übrigens keineswegs allein: Soweit das Auge reicht (bzw. soweit es die Kammern und Gänge erlauben) tummeln sich Menschenmassen. Die befinden sich aber entweder weit vor unserer Gruppe oder weit dahinter. Von daher fühlen wir uns nie bedrängt und auch Anja bleibt trotz leichter Neigung zur Klaustrophobie völlig entspannt.

Diese Entspannung wird am tiefsten Punkt der Höhle allerdings auch hart auf die Probe gestellt: Urplötzlich fällt der Strom aus – und mit ihm alle Lichter. 5 km tief im Berg stehen wir komplett im Dunkeln. Man könnte meinen, es wäre ein schlechter Witz: Von all den Horrorklischees, die einem beim Besuch einer Höhle passieren können, ist das wohl das Abgedroschenste.

So abgedroschen sogar, dass mir das Szenario ironischerweise schon vorher durch den Kopf geschossen ist und ich mir Gedanken darüber gemacht habe, wie ich in so einer Situation reagieren würde. Dank der mentalen Vorbereitung reagiere ich instinktiv und zücke mein Smartphone, um uns mit der eingebauten Taschenlampe den Weg zu erleuchten. Wenig später kommen andere auf die gleiche Idee und die Menge beruhigt sich wieder. So weit, so gut. Ich will schon vorschlagen, dass wir erst einmal unseren Tourguide weiter vorne suchen sollten (der vermutlich am besten weiß, was nun zu tun ist und die Höhle auswendig kennt) als glücklicherweise das Licht von selbst wieder anspringt.

Eine wirklich skurrile Erfahrung. Wir sind uns bis heute nicht ganz sicher, ob sich weiter vorne einer der Tourguides einen Scherz erlaubt hat, jemand aus Versehen auf einen Schalter gekommen ist oder ob die Elektrik dringenden überholungsbedürftig ist.

Der Rest der Tour verläuft (gottseidank) ohne weitere Vorfälle und wir kommen nach ettlichen Minuten des Wanderns am Ende des Rundkurses an. Dort finden wir einen Souvenirshop (in Form eines modernen Glashauses) in einer großen Kammer samt einigen Toiletten.

Wenige Meter weiter voraus befinden wir uns dann wieder an einem Bahnhof, wo wir den Zug zurück zum Ausgang der Höhle nehmen. Die Gleise verlaufen zu großen Teilen parallel zu denen, die uns in die Höhle hinein getragen haben – mit einem kleinen Unterschied: Die Endstation der Zugfahrt befindet sich in der größten Kammer der ganzen besichtigten Höhle inklusive unterirdischem See mit rauschendem Wasser. Wahnsinn! Interessanterweise ist es auch diese Kammer, die sich direkt hinter der riesigen Felsöffnung verbirgt, die wir anfangs als Haupteingang interpretiert hatten. Wir möchten fast länger bleiben, aber wir müssen ja heute auch noch den gleichen Weg zurückwandern, daher reißen wir uns vom Naturspektakel los und stehen bald wieder im Tageslicht.

Ausspannung mit Eis

„Mein Gott ist das grell!“ – So oder ähnlich fluche ich über unsere unsere Rückkehr in die Welt der Lebenden. Hier herrscht gleißendes Licht und schwüle Hitze – zumindest im Vergleich zur Grotte. Plötzlich ist uns das kühle Klima von vorhin gar nicht mehr so unrecht.

Dafür gibt es nur eine Lösung: ein Eis! Schon bei unserer Ankunft haben wir eine nette Eisdiele erblickt, zu der wir jetzt schnurstracks pilgern, um uns wieder etwas abzukühlen und uns für die harte Wanderung zurück zum Campingplatz zu stählen. Wer am Tag 10+ Kilometer zu Fuß unterwegs ist, muss sich hier nicht zurückhalten.

Wir schnappen uns noch 1 – 2 Souvenirs für Familie und Freunde und begeben uns auf den Heimweg. Der gestaltet sich im Grunde identisch zum Hinweg und findet daher hier keine besondere Erwähnung. Sicherlich hatten wir aber Glück mit dem Wetter, da wir kurz nach der Ankunft am Campingplatz dunkle Wolken und den ein oder anderen Regentropfen auf der Backe spüren.

Zum Abend gönnen wir uns heute einen zweiten Besuch im Campingplatzrestaurant, bestellen aber heute nicht noch einmal die absurde Fleischokalypse von gestern, sondern begnügen uns mit je einem Schnitzel.

Aber: Dass ich heute den gleichen, fantastischen Nuss-Palatschinken nehme, den Anja gestern (und auch heute wieder) hatte, steht außer Frage. Hach ja, wen interessieren schon Kalorien im Angesicht derart harter Urlaubsarbeit.

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