Tipps und Tricks - Motorradtouren - In fremden Gefilden https://www.in-fremden-gefilden.de/category/tipps-und-tricks/ Anja und Marvin brausen durch die Welt Sun, 22 Mar 2020 08:22:38 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.1.9 Motorradurlaub und Kalorien – Warum nimmt man nicht zu? https://www.in-fremden-gefilden.de/tipps-und-tricks/motorradurlaub-und-kalorien-warum-nimmt-man-nicht-zu/ https://www.in-fremden-gefilden.de/tipps-und-tricks/motorradurlaub-und-kalorien-warum-nimmt-man-nicht-zu/#comments Mon, 19 Jun 2017 07:42:57 +0000 https://www.in-fremden-gefilden.de/?p=4268 Ich liebe Frittiertes! Alles schmeckt besser, wenn es in heißem Fett knusprig gebacken wird (naja, fast alles …). Meine zweite Leidenschaft sind Sahne, Nüsse und Schokolade – am […]

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Ich liebe Frittiertes! Alles schmeckt besser, wenn es in heißem Fett knusprig gebacken wird (naja, fast alles …). Meine zweite Leidenschaft sind Sahne, Nüsse und Schokolade – am besten in Kombination. Marvin wiederum ist ein echter Pizzaholic – und einem Riesen-Eisbecher oder einer leckeren Sahnetorte kann auch er nur schwer widerstehen.

Im normalen Alltag essen wir jedoch selten bis garnichts von alledem. Zu viele Kalorien. Wir liegen beide sowieso schon über dem Normalgewicht, müssen das also nicht auch noch verschlimmern. Während unserer Motorradtouren hingegen lassen wir diesbezüglich alle Hemmungen fallen und gönnen uns am Abend, wonach uns der Sinn steht. Trotzdem haben wir nach den Urlauben noch nie mehr gewogen als vorher, in manchen Fällen sogar weniger.

Wir nennen das zwar „das ewige Mysterium des Motorradurlaubes“ – aber ein echtes Mysterium ist es eigentlich nicht. Es gibt nämlich gute Gründe, warum man während des Motorradurlaubes trotz Schlemmens nicht zwangsläufig zunimmt.

Grund 1: Motorradfahren verbraucht Kalorien

Jeder, der schon einmal eine längere Motorradtour unternommen hat, weiß, dass das anstrengend ist. Nicht so offensichtlich intensiv und schweißtreibend wie z.B. Joggen, Krafttraining oder ein Aerobic-Kurs, aber trotzdem spürbar.

Kein Wunder, denn während des Fahrens bewegt man sich eigentlich permanent: Man manövriert das Motorrad mit der Hüfte nach links oder rechts, drückt den Oberkörper und behelmten Kopf gegen den Windwiderstand nach vorne, gleicht die Vibrationen des Lenkers aus, und so weiter. Man ist also deutlich aktiver als auf dem Bürostuhl oder der Wohnzimmercouch. Nahezu sämtliche Muskeln des Körpers werden hierbei ständig leicht bis mittelschwer beansprucht, und das meist über mehrere Stunden hinweg.

Ich habe einmal versucht herauszufinden, wie sich das im Kalorienverbrauch niederschlägt, und bin bei fitrechner.de fündig geworden. Für das Motorradfahren wird hier ein Verbrauch zwischen 136 bis 250 kcal/h angegeben. Um nun den tatsächlichen Mehrverbrauch ausrechnen zu können, muss hiervon der Grundumsatz abgezogen werden – also das, was man beim Faulenzen sowieso schon verbraucht.

Ich zeige das mal anhand meiner Daten:

Mein Grundumsatz (der ist abhängig von Alter, Gewicht, Geschlecht, etc.) liegt bei knapp 1630 kcal/Tag, macht also ca. 70 kcal/h.

Für das Motorradfahren berechnet fitrechner.de für mich nun einen Verbrauch von 170 kcal/h – somit 100 kcal mehr, als ich im Ruhemodus verbrenne.

Bei durchschnittlich 4 Stunden Fahrzeit/Tag sind das 400 kcal extra. Dafür, dass das quasi nebenbei passiert, ist das schon ganz schön ordentlich, finde ich.

Grund 2: Man ist allgemein körperlich viel aktiver

Zu dem erhöhten Kalorienverbrauch durch das Motorradfahren selbst kommen bei unserer Art des Urlaubes noch viele andere körperliche Aktivitäten hinzu:

Das Auf- und Abbauen des Zeltes, das Herumschieben der Motorräder, das Hin- und Hertragen des Gepäcks, ja sogar das Aufstehen und Herauskriechen aus dem Zelt oder der Weg zur Toilette – all das ist deutlich anstrengender als unsere übliche Tagesroutine zuhause und verbraucht weitere Kalorien.

Grund 3: Man isst viel seltener

Zuhause esse ich drei etwas größere Mahlzeiten – Frühstück, eine kleine Mittagsmahlzeit und die Hauptmahlzeit am Spätnachmittag/Abend – sowie ein bis zwei Zwischenmahlzeiten in Form von kleinen Snacks (z.B. ein Stück Obst, eine kleine Handvoll Nüsse oder ein Smoothie). Die Gesamt-Kalorienmenge passe ich so an, dass ich hierdurch gut mein Gewicht halten kann – was bedeutet, dass unser Abendessen meist ein leichtes, gesundes Mahl ist, keine Kalorienbombe.

Wenn wir mit dem Motorrad unterwegs sind, sieht das jedoch anders aus:

Wir frühstücken meist sehr zurückhaltend (wir beide kriegen in der Früh nicht viel runter), danach schwingen wir uns auf das Motorrad und konzentrieren uns erst einmal auf die jeweilige Tagesetappe.

Gegen Mittag fängt der Magen normalerweise an, auf sich aufmerksam zu machen, und wir suchen uns eine Möglichkeit, den schlimmsten Hunger zu vertreiben. Da wir uns den Bauch nicht allzu voll schlagen wollen – das macht müde und unkonzentriert beim Fahren – geschieht das meist in Form eines Sandwiches oder eines anderen kleinen Snacks, je nachdem, was wir eben bekommen. Für den Notfall tut es dann auch mal ein Müsliriegel aus dem Rucksack.

Wir essen also während des Tages deutlich weniger als zuhause.

Erst am Abend, wenn wir am Ziel angekommen sind und unser Lager aufgeschlagen haben, ist Zeit für eine richtige Mahlzeit. Die dann – weil unsere Mägen bis dahin immer schon ganz gewaltig knurren – auch entsprechend üppig ausfällt.

Kein Mysterium

Rechnet man das nun alles zusammen – den doch deutlich erhöhten Kalorienverbrauch durch das Motorradfahren und die übrigen körperlichen Aktivitäten, sowie die niedrigere Kalorienaufnahme während des Tages – so wird offensichtlich, warum wir uns am Abend folgenlos fettiges Essen und üppige Nachtische erlauben können. Und warum wir dabei manchmal sogar noch abnehmen. Es fühlt sich nur so an, als würden wir eine Menge essen. Auf den Tag verteilt tun wir das gar nicht bzw. verbrauchen etwaige Mehrkalorien durch körperliche Betätigung.

Es handelt sich dabei also nicht wirklich um ein Mysterium – aber dafür um einen sehr angenehmen Nebeneffekt des Motorradurlaubes, wie ich finde 🙂

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Lesergeschichten – Erlebnisse unserer Motorrad-Kolleg(inn)en https://www.in-fremden-gefilden.de/tipps-und-tricks/dies-und-das/lesergeschichten-erlebnisse-unserer-motorrad-kolleginnen/ https://www.in-fremden-gefilden.de/tipps-und-tricks/dies-und-das/lesergeschichten-erlebnisse-unserer-motorrad-kolleginnen/#comments Fri, 19 May 2017 07:58:40 +0000 https://www.in-fremden-gefilden.de/?p=4224 Und noch ein Motorraddiebstahl in Edinburgh Am 1. Mai 2017 erreicht uns eine Nachricht von Sascha aus Remscheid: Auch ihm wurde das Motorrad in Schottland gestohlen, und zwar […]

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Und noch ein Motorraddiebstahl in Edinburgh

Am 1. Mai 2017 erreicht uns eine Nachricht von Sascha aus Remscheid: Auch ihm wurde das Motorrad in Schottland gestohlen, und zwar auf genau demselben Campingplatz.

Bei einem Telefonat erzählt er die ganze (traurige) Geschichte, die uns verdammt bekannt vorkommt: Er checkt auf dem Mortonhall Caravan & Campingpark in Edinburgh ein, macht sich fertig für die Nacht, schläft ein – und am nächsten Morgen ist das Motorrad nicht mehr da!

Sascha ist mit den Nerven fix und fertig. Die herbeigerufene Polizei und „unser“ Paul vom Campingplatz sehen sich die Videos des kurz zuvor neu installierten Überwachungssystems an und finden tatsächlich Aufnahmen davon, wie der Täter das Motorrad vom Platz schiebt. Nur nützt das niemandem, denn irgendwelche Hinweise auf die Identität des Diebes sind nicht zu erkennen (trägt dieser doch tatsächlich kein Schild mit seinem Namen um den Hals).

Sascha bricht seine Tour ab und fliegt nachhause, surft im Netz über das Thema, findet unseren Bericht und nimmt Kontakt zu uns auf. Konkret helfen können wir ihm leider nicht. Aber es ist schon ein Trost für ihn als er erfährt, dass mein Motorrad wiedergefunden wurde. Und dass die Polizei uns erklärt hat, die Diebe würden die gestohlenen Motorräder im Normalfall nicht zu Geld machen, sondern nur zum eigenen Vergnügen damit in der Gegend rumfahren und sie wegwerfen, sobald der Tank leer ist. Somit besteht wenigstens eine kleine Chance, dass Saschas Maschine auch wieder auftaucht.

Wir leiden mit ihm mit und drücken fest die Daumen, dass seine BMW wiedergefunden wird und den Weg zurück in die heimische Garage findet!

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Ein Aufruf an die Verantwortlichen des Campingplatzes in Edinburgh:

Liebe Leute, wenn ihr beim Einchecken mitbekommt, dass eure Gäste mit dem Motorrad da sind (und das bekommt ihr mit!), dann weist sie doch bitte explizit darauf hin, dass hier eine hohe Diebstahlsgefahr besteht. Irgendwo im Eck am Tresen der Rezeption abgelegte Din-A-6-Hinweisblätter reichen einfach nicht aus.

Wir wissen ja jetzt – im Nachhinein -, dass ihr auch Sicherungsketten für Motorräder gegen einen Pfand zur Verfügung stellt. Kauft doch bitte ein paar mehr davon und bietet sie beim Einchecken standardmäßig euren Motorradgästen an! Dann würden die Diebe, die euren Campingplatz ja ganz offensichtlich regelmäßig für ihre Touren nutzen, ziemlich schnell merken, dass dieser Selbstbedienungsladen von nun an geschlossen hat.

Update September 2017:

Erneut hat Sascha mit uns Kontakt aufgenommen und uns den Fortgang seiner Motorrad-Diebstahls-Geschichte erzählt:

Da sein Schottland-Urlaub ja nun versaut war, hat er sich nach reiflichem Überlegen ein neues Motorrad gekauft und ist mit dem nach Norwegen gefahren. Mitten in dieser Reise bekommt er einen Anruf aus Schottland: Sein altes Motorrad wurde wiedergefunden! In der Nähe von Glasgow, in üblem Zustand (alle vier Blinker kaputt, Lenkradschloss aufgeknackt, Tankschloss geknackt, diverse andere Schäden, kurzgeschlossen und sogar etwas angekokelt), aber dennoch kein Totalschaden.

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Zornige Tränen

Wenn ich von diesen Schäden höre, werde ich wütend. Das geht weit über „sich mal ein anderes Motorrad ausleihen“ hinaus. Was sind das für Arschlöcher, die aus reiner Zerstörungswut das liebevoll gepflegte Eigentum anderer demolieren? Welche „Entschuldigungen“ haben diese Typen vor sich selbst, wie rechtfertigen sie das? Würde mich echt mal interessieren, Verständnis dafür habe ich nämlich keines.

Mir schnürt es noch immer den Hals zu, wenn ich an den Morgen in Edinburgh zurückdenke, an dem mein Motorrad verschwunden war. Hier geht es nicht „nur“ um Geld, um den finanziellen Schaden. Hier geht es um viel mehr. Auch für das Jahr 2018 planen wir noch keine erneute Reise nach Schottland – das schaffe ich noch nicht, habe noch allzu viel Bauchweh bei dem Gedanken.  Da ist etwas zerstört worden, das keine Werkstatt der Welt mehr richten kann …

Der ADAC transportiert das Motorrad zurück nach Deutschland. Da Sascha jedoch keine Kasko-Versicherung hat, musste er das Bike auf eigene Kosten reparieren – was er auch tut.

Gleichzeitig entschließt er sich dazu, trotzdem sein neues Modell zu behalten, und sucht nach einem Interessenten für die alte BMW. Und siehe da, er findet jemanden, der das gute alte Stück zu schätzen weiß: Ein Sammler aus Portugal (der nächste Weg ;-)) will genau dieses Modell haben und kauft sie. Seit ein paar Tagen kann sie nun ihren wohlverdienten Motorradabend in wunderbar warmer Umgebung verbringen.

Ein kleines Happy End. Immerhin.


 

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Anleitung: Kette wechseln bei der BMW F 800 GS – so klappt’s https://www.in-fremden-gefilden.de/tipps-und-tricks/rund-ums-motorrad/anleitung-kette-wechseln-bei-der-bmw-f-800-gs-so-klappts/ https://www.in-fremden-gefilden.de/tipps-und-tricks/rund-ums-motorrad/anleitung-kette-wechseln-bei-der-bmw-f-800-gs-so-klappts/#comments Sun, 07 May 2017 15:02:25 +0000 https://www.in-fremden-gefilden.de/?p=4110 Je nach Pflege und Verschleiß kann eine Motorradkette bis zu 40.000 km lang halten. Aber irgendwann wirft das Bindeglied zwischen Motor und Hinterrad das Handtuch. Typische Zeichen für […]

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Je nach Pflege und Verschleiß kann eine Motorradkette bis zu 40.000 km lang halten. Aber irgendwann wirft das Bindeglied zwischen Motor und Hinterrad das Handtuch. Typische Zeichen für einen anstehenden Kettenwechsel sind abgeriebene Kettenritzel (Haifischzähne), unruhiger Kettenlauf (Ausschlagen) oder eine starke Längung (die Kette lässt sich über eine halbe Zahnhöhe vom Hinterradritzel ziehen). Ein neuer Kettensatz schafft all diese Probleme aus der Welt.

Leider ist die Standardkette bei der BMW F 800 GS endlos vernietet und kann laut Handbuch nicht ohne den Ausbau der ganzen Hinterradschwinge entfernt werden. Sollte man sich also lieber die Kopfschmerzen ersparen und gleich zur Werkstatt gehen? Keine Sorge – denn mit ein paar Werkzeugen und etwas Geschick klappt der Kettenwechsel auch ohne große Umbauten am Motorrad problemlos.

Hinweis: Diese Anleitung ist unter Hinzunahme von Fachliteratur und nach besten Wissen und Gewissen erstellt worden, für eventuelle Schäden am Motorrad muss aber jeder selbst haften.

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Die sah doch noch gut aus!

Obwohl meine sechs Jahre alte Kette bereits einige Abenteuer mitgemacht hat, war sie trotz Rost mechanisch gesehen noch in einem relativ guten Zustand. Aber im Zuge einer generellen Frühjahrsrestaurierung meiner BMW, bei der ich die Kette ohnehin hätte abnehmen müssen, habe ich mir hier vorzeitig einen neuen Kettensatz gegönnt und mir die Schrubberei gespart. Die Arbeitsschritte bleiben natürlich auch bei einer völlig verschlissenen Kette gleich.

Kettenwechsel – das brauchen Sie

Das Wichtigste beim Kettenwechsel ist natürlich eine neue Kette – und zwar samt neuem Vorderritzel und Kettenrad. Man tauscht grundsätzlich immer alles zusammen aus, da sich sonst Beschädigungen/Verformungen auf die neuen Teile übertragen und die Haltbarkeit negativ beeinflussen. Glücklicherweise verkaufen viele Händler Komplett-Kettensätze, sodass man nicht alles einzeln kaufen muss.

Im Falle der BMW F 800 GS benötigt man eine 525er Kette mit 116 Rollen. Das vordere Ritzel muss 16 Zähne haben, das Kettenrad hinten dagegen 42 Zähne. Wichtig: Man sollte unbedingt darauf achten, keine Billigkette mit Federclipschloss zu kaufen. Die punktet zwar mit einfacher Montage, hat aber aufgrund mangelnder Sicherheit am Motorrad nichts zu suchen. Wer sich über all das nicht den Kopf zerbrechen will, kann etwa bei Louis das Motorradmodell auswählen und einfach den dazu passenden Kettensatz bestellen.

Bei einer standardmäßigen Nietschlosskette kommt man außerdem um ein Kettennietwerkzeug nicht herum. Das braucht man sowohl zum Trennen der Kette als auch zum erneuten Vernieten. Günstige Varianten fangen bei etwa 50 Euro an, hochwertigere Modelle findet man ab 100 Euro. Wofür man sich hier entscheidet, sei jedem selbst überlassen. Persönlich hatte ich mit dem Craft-Meyer Kettentrenn- und Vernietwerkzeug aber keine Probleme.

Zu guter Letzt empfiehlt BMW noch, dass die M10 bzw. M8-Schrauben und Muttern zur Halterung des Kettenrads und Vorderritzels erneuert werden sollten. Mit etwas Loctite kann man hier für zusätzliche Sicherheit sorgen.

Schritt 1: Die alte Kette abnehmen

Wie oben bereits erwähnt, heißt es seitens BMW, dass man die ganze Hinterradschwinge ausbauen muss, wenn man die Kette (intakt) abnehmen will. Diese Mühe machen wir uns hier nicht. Da wir die Kette nicht mehr brauchen, kann man sie genauso gut auftrennen. Alle folgenden Schritte macht man idealerweise auf dem Hauptständer.

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Tipp: Niete vorher abflexen

Wer dem Nietwerkzeug die Arbeit erleichtern will und eine Flex bzw. einen Dremel zur Hand hat, kann den Kopf der Niete vorher abschleifen. Das verringert die Kraft, die man zum Durchdrücken braucht, erheblich und schont den Nietdorn.

Als Erstes entfernt man die vordere Ritzelabdeckung sowie den Kettenschutz (bzw. löst zwei der drei Schrauben und biegt ihn etwas aus dem Weg). Anschließend dreht man die Kette so, dass sich die Niete der Wahl locker in der Mitte zwischen Kettenrad und Ritzel befindet. Nun setzt man das Nietwerkzeug entsprechend der Gebrauchsanweisung zum Entfernen einer Niete an.

In meinem Fall platziert man das hufeisenartige Stück hinter dem Kettenglied und hängt das Dornstück auf der anderen Seite ein, sodass sich die Kette nun „im“ Nietwerkzeug befindet. Danach dreht man den Dorn mit der Hand auf die Position der Niete und stellt unbedingt sicher, dass er sich mittig befindet (!) und das Kettenglied auf der anderen Seite sicher vom Nietwerkzeug gehalten wird. Ist alles bereit, nimmt man zwei Schraubschlüssel zur Hand und dreht die Niete mit Kraft aus. Hier lieber zu oft als zu selten kontrollieren, dass dabei nichts verrutscht.

Geht alles gut, sollte man schon bald merken, wie man die Niete durch das Kettenglied drückt, bis sie auf der anderen Seite herausfällt. Entfernt man das Nietwerkzeug nun wieder, sollte die Kette von ganz alleine auseinander fallen und sich ohne Probleme abziehen lassen.

Schritt 2: Hinterrad ausbauen

Ist die Kette erst einmal entfernt, lässt sich das Hinterrad ohne große Schwierigkeiten abnehmen. Zunächst muss man hierfür die ABS-Sensor-Halterung auf der linken Seite des Hinterrads lösen und den Sensor zur Seite in Sicherheit biegen.

Anschließend kann man die Achsmutter auf der rechten Seite lösen und abnehmen. Wer will, kann hier auch gleich die Abstandshalterung des Hinterrads lockern und die Schraube etwas in die Schwinge drehen. Das sollte man später ohnehin machen, um die neue Kette ohne Spannung anbringen zu können.

Wenn nicht schon geschehen, platziert man nun am besten eine Art Stütze unter dem Hinterrad, um das Austreiben der Achse zu vereinfachen. Dazu nimmt man einen Gummihammer und schlägt die Stange mit Gefühl nach links aus. Auf der anderen Seite kann man die Achse nun packen und per Hand herausziehen. Hier kann es sein, dass das Rad immer mal wieder hakt, aber mit etwas Wackeln sollte das kein Problem sein. Hat man die Achse schließlich in der Hand, lässt sich das Rad frei aus der Scheibenbremse herausziehen.

Tipp: Die gefettete Achse am besten geschützt abstellen, damit die Schmierung zum Wiedereinbau erhalten bleibt. Wer will, kann natürlich auch gleich neu fetten.

Schritt 3: Ritzel und Kettenrad wechseln

Kettenrad

Legt man das Hinterrad nun mit der Seite der Scheibenbremse auf einen Tisch, kommt man von oben gut an das Kettenrad heran. Hier gilt es, sechs Muttern zu entfernen, die jeweils auf der anderen Seite gekontert werden müssen. Sind alle abgenommen, lässt sich das Kettenrad (mit etwas Wackeln) nach oben abheben.

Hinweis: Zieht man das Kettenrad ab, kann es passieren, dass man dabei den ganzen Kettenblattträger mit abzieht. Doch keine Sorge: Der ist ohne Schrauben auf sogenannte Ruckdämpfer aus Gummi gedrückt. Hier kann man gleich überprüfen, ob die Ruckdämpfer beschädigt sind (abgeriebenes/gebrochenes Gummi im Lager).

Wer will, kann jetzt – wie ich – die Gelegenheit nutzen und mögliche Teerverschmutzungen vom Hinterrad und der Schwinge entfernen. So gut wird man so schnell wohl nicht mehr an alle Fugen und Schrauben herankommen.

Anschließend fettet man die Anlageflächen des Kettenblattträgers ein wenig und bringt das neue Kettenrad mit der Aufschrift nach außen an. Es wird empfohlen, die M10 bzw. M8-Schrauben zusätzlich mit Loctite zu sichern.

Kettenritzel

Die Schraube am vorderen Kettenritzel kann etwas fest sitzen, sodass man sie eventuell mit etwas Nachdruck dazu überreden muss, herauszukommen (sie war bei mir auch ab Werk mit Loctite gesichert). Wenn man die Schraube samt zwei Scheiben (Federscheibe & Unterlegscheibe) abgenommen hat, kann man das Ritzel einfach abziehen und alles reinigen. Wie auch beim Kettenrad, fettet man nun die Scheiben der Schraube ein wenig und bringt das neue Kettenritzel mit der Aufschrift nach außen an. Auch hier wird zum Sichern wieder Loctite empfohlen.

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Das Hinterrad wieder anbringen

Zum Einbau des Hinterrads stellt man den Sockel wieder unter die Schwinge und rollt das Rad in den Bremsblock ein. Das kann ein ganz schönes Gefummel werden, da sich das Rad auf einmal zu breit anfühlt, um wirklich in die Schwinge zu passen.

Hier kann es helfen, den Kettenblattträger beherzt in die Ruckdämpfer zu schieben, die Radachse also quasi zusammenzudrücken, bevor man das Rad einschiebt. Zweifellos ist man hier mit vier Händen besser dran als mit zwei. Anschließend einfach die Schritte aus Punkt 2 in umgekehrter Reihenfolge wiederholen. Dabei auch nicht vergessen, den ABS-Sensor wieder anzubringen.

Schritt 4: Neue Kette aufspannen und vernieten

Kettenritzel und Kettenrad sind ausgetauscht und das Hinterrad ist wieder eingebaut. So weit, so gut. Jetzt fehlt nur noch die neue Kette. Wer, wie ich, eine offene Kette mit Nietschloss gekauft hat, geht folgendermaßen vor:

Als Erstes stellt man sicher, dass das Hinterrad so weit wie möglich nach vorne geschoben ist. Danach zieht man die Kette vom Kettenrad auf das Kettenritzel auf und dreht dabei ein wenig am Reifen, um sich vorzuarbeiten. Schließlich sollte die Kette mit beiden Enden lose nach unten hängen. Nun nimmt man das Extra-Nietglied aus dem Kettensatz und fettet es großzügig ein. Man setzt zwei O- oder X-Ringe in die Nieten ein, verbindet die lose Kette mit dem Nietglied und positioniert auch auf der anderen Seite zwei O- oder X-Ringe. Das ganze sollte dann wie im Bild aussehen.

Dann geht es mit dem Nietwerkezug wieder ans Eingemachte. Zunächst muss man die „Kettenlasche“ mit dem Nietwerkzeug auf das angebrachte Kettenglied pressen. Dazu liegt beim Nietwerkzeug für gewöhnlich eine spezielle Platte bei. Die Vorgehensweise ist größtenteils identisch zum Trennen der alten Kette: Hufeisen hinter die Kette halten, Dorn vorne einhängen und mit zwei Schraubenschlüsseln eindrehen. Im Falle meines Nietwerkzeugs musste ich hierfür den Dorn vorher noch umdrehen, da eine andere Spitze verwendet wird. Am Ende sollte sich die Kettenlasche in Punkto Abstand möglichst perfekt in die anderen Kettenglieder einfügen.

Nun geht es ans Vernieten. Hierzu befolgt man am besten genau die Anweisungen des jeweiligen Nietwerkzeugs. Bei mir musste ich dazu lediglich die Andrückplatte aus dem Werkzeug entfernen und den Dorn von Markierung A auf Markierung B versetzen, und dann den üblichen Vorgang zum Andrücken wiederholen. Hier gilt es, darauf zu achten, dass man die (Hohl-)Niete mit dem Dorn auch wirklich in der Mitte trifft und dass das Kettenglied sicher vom Werkzeug gehalten wird. Erst dann sollte man mit dem Ausweiten der Niete beginnen.

Wichtig: Im oberen Bild ist zu Anschauungszwecken nur die linke Niete geweitet. Die Rechte muss natürlich ebenfalls noch geweitet werden!

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Die ideale Vernietung

Im Falle von DID-Ketten gilt es, den Durchmesser der Niete mit dem Dorn vorsichtig um ca. 0,2 Millimeter auszuweiten. Auf Nummer sicher geht man am besten mit einem Messschieber und häufigen Kontrollen. Auf keinen Fall sollte die Niete nach einem zu starkem Ausweiten am Rand Risse aufweisen oder die Kettenlasche zu eng an das Glied drücken, sodass die Beweglichkeit eingeschränkt wird!

Hat alles geklappt, kann man sich endlich über eine neue Kette freuen, die dem Motorrad hoffentlich auch auf den nächsten 40.000 km gute Dienste leistet. Zum Abschluss nur noch das Hinterrad neu spannen, sodass die Kettenspannung wieder stimmt (bei der F 800 GS 3,5 bis 4,5 cm), den Ketten- und Ritzelschutz wieder anbringen und die Kette etwas nachfetten. Nun sollte dem nächsten Abenteuer nichts mehr im Weg stehen!

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Heilsamer Starrsinn: Reise planen trotz Krebsdiagnose https://www.in-fremden-gefilden.de/tipps-und-tricks/heilsamer-starrsinn-oder-warum-ich-trotz-krebsdiagnose-meine-reise-nicht-absage/ https://www.in-fremden-gefilden.de/tipps-und-tricks/heilsamer-starrsinn-oder-warum-ich-trotz-krebsdiagnose-meine-reise-nicht-absage/#comments Tue, 12 Jul 2016 07:52:05 +0000 https://www.in-fremden-gefilden.de/?p=3276 Eigentlich sind im April 2016 meine Gedanken bereits bei den letzten Planungen für unseren diesjährigen Motorrad-Urlaub. Nach Schottland soll es gehen – Anfang Juni – und als Selbständige […]

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Eigentlich sind im April 2016 meine Gedanken bereits bei den letzten Planungen für unseren diesjährigen Motorrad-Urlaub. Nach Schottland soll es gehen – Anfang Juni – und als Selbständige muss ich für solche Unterfangen immer etwas mehr vorausplanen. Da müssen Kunden rechtzeitig von meiner Abwesenheit informiert, manche Aufgaben vorverlegt und andere Arbeiten nach hinten verschoben werden.
Als ich daher einen Knoten in meiner Brust ertaste, spiele ich kurz mit der Idee, diesen „Fund“ erst einmal zu ignorieren und – falls das Ding nach der Reise immer noch da sein sollte – erst dann die nötigen Untersuchungen durchführen zu lassen. Schließlich passt das alles jetzt überhaupt nicht in meinen sowieso schon knappen Zeitplan.

Von „total wichtig“ zu „völlig nebensächlich“

Nun, es ist erstaunlich, wie nebensächlich so ein Zeitplan plötzlich werden kann. Auf Marvins Drängen hin gehe ich nämlich doch zu meiner Frauenärztin. Die wiederum fackelt nicht lange und schickt mich gleich weiter zur Mammografie. Das Ergebnis dieser Untersuchung ist nicht eindeutig, es wird noch am selben Tag eine Biopsie durchgeführt – und nach einem bangen Wochenende (natürlich liegt ein Wochenende dazwischen!) kommt am Montagmorgen der Anruf der Radiologie-Ärztin: Krebs.

Danach geht alles Schlag auf Schlag. Bereits zwei Wochen nach der Diagnose werde ich operiert und weitere zwei Wochen später kommt endlich die erlösende Nachricht: Der Tumor konnte vollständig entfernt werden, das Gewebe drumherum und die ebenfalls entfernten Wächterlymphknoten sind frei von Krebszellen, also keine Metastasen. Zudem ist diese Krebsart sehr gut behandelbar, es bestehen ausgezeichnete Heilungschancen und auf eine Chemotherapie kann ebenfalls verzichtet werden.

Glück im Unglück also. Oder wie eine der Ärztinnen es ausdrückt: Wenn schon Krebs, dann so!

Während dieser ganzen Zeit funktioniere ich wie ferngesteuert und hangele mich – noch immer in einer Art Schockstarre – nur von einem Termin zum nächsten (und davon hat man eine Menge in so einer Situation). Ein großes Lob an dieser Stelle an die Münchner Ärzte und Kliniken. Zu keiner Zeit fühle ich mich alleine gelassen oder orientierungslos, immer ist mindestens ein Ansprechpartner da, der mich bis zur nächsten „Station“ begleitet. Vorbildlich!

Was tun mit der geplanten Reise?

Unmittelbar nach der Diagnose stellt sich aber natürlich auch die Frage, wie wir – Marvin und ich – nun mit unserem geplanten Urlaub verfahren sollen. Der erste Impuls ist, einfach alles abzusagen, doch dann komme ich ins Grübeln. Alles absagen und sich voll auf die Erkrankung konzentrieren? Dem Alltag den Rücken kehren und nur noch an den Krebs denken? Ob das so „gesund“ und der Heilung förderlich ist?

Ein Gespräch mit meiner Frauenärztin gibt den Ausschlag: Sie ist der Meinung, dass ich mich auf keinen Fall völlig von der Krankheit vereinnahmen lassen, sondern vielmehr versuchen soll, die Reise doch noch durchzuführen – als Belohnung nach überstandener Therapie und mentalem Rettungsanker sozusagen.

Also verschieben wir den Reisebeginn für ein paar Wochen und – als das nicht ausreicht, weil die ganzen Nachbehandlungen doch länger dauern als vorher gedacht (um die Chemotherapie bin ich zwar herumgekommen, nicht aber um die Strahlentherapie) – noch ein weiteres Mal. Aus Anfang Juni wird nun Ende Juli, aus einer günstigen Luxuskabine (Vorsaison) auf der Fähre wird eine teure Minikabine mit Etagenbett in der Hauptsaison – und der geplante Extra-Tag in Brügge wird ersatzlos gestrichen, weil hierfür nach hinten inzwischen einfach keine Zeit mehr ist.

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Ein riesiges Dankeschön hier auch an das Hotel Gulden Vlies in Brügge! Die Betreiber haben vollkommen unbürokratisch und sehr, sehr nett unsere Buchung zuerst verschoben und dann storniert, ohne hierfür auch nur einen Cent zu verlangen. Toll! Sollten wir doch noch einmal nach Brügge kommen, so werden wir auf alle Fälle dort ein Zimmer nehmen!

Und auch das Umbuchen bei der Fährgesellschaft DFDS ging online wunderbar problemlos, einfach per Mausklick. Zusatzgebühren fallen hier keine an, doch falls die neue Buchung billiger sein sollte, so bekommt man kein Geld von der vorherigen Buchung zurückerstattet – trotzdem fair, wie ich finde.

Augen auf und durch!

Auch wenn „mein“ Krebs so gute Heilungschancen hat, so gibt es doch den einen oder anderen dunklen Moment während der Behandlung. Zeiten, in denen körperliche Beschwerden, Angst und das permanente Bewusstwerden der eigenen Sterblichkeit einen niederdrücken. In solchen Phasen klammere ich mich an die Vorfreude auf unsere Reise. Daran, dass ich mich nicht unterkriegen lassen will, dass ich mir von so einem blöden kleinen Knoten nicht mein ganzes restliches Leben bestimmen lasse, dass ich nicht für immer schwach, hilflos und müde bin, sondern nur temporär etwas erschöpft. Und daran, dass ich zusammen mit Marvin bald das schöne Edinburgh sehen, die einsamen Highlands durchqueren und die wundervolle Insel Skye besuchen werde.

Was soll ich sagen: es hilft! Ich blicke nach vorne und fühle mich besser. Und ich bin überzeugt, hätte ich dieses Ziel nicht vor Augen, sondern meinen Alltag ganz auf den Krebs ausgerichtet, so würde ich sicherlich mehr als einmal in ein deutlich tieferes emotionales Loch fallen.

Gestern schließlich hatte ich meinen letzten Bestrahlungstermin, fortan heißt es nur noch Tabletten schlucken. Die Nebenwirkungen bisher sind moderat, die Ärzte sehr zufrieden, die Verbrennungen auf der Haut heilen bereits, die Müdigkeit lässt auch schon nach – und ich bin total hibbelig und würde am liebsten morgen schon starten ;-).

Nun, zwei Wochen muss ich mich noch gedulden, dann erst geht es los. Mitte August sind wir wieder zurück in München und werden über unsere Schottland-Tour berichten. Aber falls eine von Brustkrebs betroffene Frau diesen Bericht liest und sich mit mir austauschen möchte, nur zu, schreib mir eine Mail! Vielleicht kann ich dir ja den einen oder anderen hilfreichen Tipp geben – und Mut machen 🙂

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Himmel für Autowracks – Der Autofriedhof in Kyrkö Mosse https://www.in-fremden-gefilden.de/tipps-und-tricks/himmel-fuer-autowracks-der-autofriedhof-kyrkoe-mosse/ https://www.in-fremden-gefilden.de/tipps-und-tricks/himmel-fuer-autowracks-der-autofriedhof-kyrkoe-mosse/#respond Wed, 22 Jun 2016 17:10:09 +0000 https://www.in-fremden-gefilden.de/?p=3170 Ein Motorradfahrer-Kollege – Detlef Detgen aus Karlsruhe, von ihm stammen auch die Fotos auf dieser Seite – hat uns nach unserer Skandinavien-Tour 2015 darauf hingewiesen, dass wir nur […]

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Ein Motorradfahrer-Kollege – Detlef Detgen aus Karlsruhe, von ihm stammen auch die Fotos auf dieser Seite – hat uns nach unserer Skandinavien-Tour 2015 darauf hingewiesen, dass wir nur knapp an einer besonders ungewöhnlichen Attraktion vorbeigefahren sind: dem Autofriedhof in Kyrkö Mosse.

75 km östlich von Markaryd (wo wir zwei Nächte verbracht und den dortigen Elchpark besucht haben) liegt die Stadt Ryd. Und ca. 2,7 km vor Ryd, Richtung Westen, findet man an der Bundesstraße die Einfahrt zum Bilkyrkogården Kyrkö mosse.

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Warum in aller Welt sollen wir uns Schrottautos ansehen?

… werdet ihr euch fragen. Nun, weil das ganz besondere Schrottautos in einer nicht alltäglichen Umgebung sind. Ich zitiere hier einmal aus dem entsprechenden Wikipedia-Eintrag:

Kyrkö Mosse ist der Name eines Moores nahe der schwedischen Ortschaft Ryd in der Gemeinde Tingsryd. Hier befindet sich ein großer Autofriedhof (schwedisch: Bilkyrkogården på Kyrkö mosse) mitten in einem Wald.

Åke Danielsson (1914–1999), der hier anfänglich nur Torf gewann, widmete sich später der Verwertung von Autos. Die ausgeschlachteten Wracks ließ er im Wald stehen. Er betrieb das Geschäft bis in die späten 1980er Jahre und lebte auch auf seinem Gelände in einem kleinen Haus, bevor er 1992 in ein Altersheim zog.

Im Zuge der sich verschärfenden Umweltgesetzgebung erhielten die nachfolgenden Besitzer des Geländes Aufforderungen der Behörden, die Autos zu räumen und den Boden zu sanieren. Doch es fanden sich auch Fürsprecher. TV und Presse berichteten landesweit, und schließlich beschäftigte der Fall sogar die Regierung. Anders als in ähnlich gelagerten Fällen, wie etwa im schweizerischen Kaufdorf oder im belgischen Châtillon, erkannten die schwedischen Behörden den kulturhistorischen Wert der Altautos an und stellten sie bis 2050 unter Schutz. Bis dahin, so nimmt man an, werden die Autos auf natürlichem Wege zerfallen sein.

Bis diese Autos im wahrsten Sinne des Wortes „vom Erdboden verschluckt“ sein werden, wird es wohl noch einige Jahre dauern. Und so lange ist der Besuch dieses „Himmels für Autowracks“ unbedingt lohnenswert. Alle bisherigen Besucher sprechen von einer ganz besonderen Atmosphäre und Foto-Enthusiasten finden hier massig bizarre Motive.

Das Gelände ist frei zugänglich, es herrscht das Jedermannsrecht – d.h. theoretisch könnte man hier sogar übernachten. Doch es ist Vorsicht geboten, der Boden ist sumpfig und überall finden sich scharfkantige, rostige Teile. Gutes Schuhwerk sollte daher selbstverständlich sein, Kinder wiederum sollten nicht unbeaufsichtigt herumtollen – die Verletzungsgefahr ist einfach zu groß.

Wir haben uns auf alle Fälle fest vorgenommen, diesem seltsam anmutenden Platz unbedingt einen Besuch abzustatten, wenn es uns einmal wieder in diese Gegend verschlägt!

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Ölwechsel bei der BMW F 800 GS – so klappt’s https://www.in-fremden-gefilden.de/tipps-und-tricks/oelwechsel-bei-der-bmw-f-800-gs-so-klappts/ https://www.in-fremden-gefilden.de/tipps-und-tricks/oelwechsel-bei-der-bmw-f-800-gs-so-klappts/#comments Mon, 30 May 2016 12:24:38 +0000 https://www.in-fremden-gefilden.de/?p=3158 Ups, es sind schon wieder ein, zwei Jahre seit dem letzten Ölwechsel vergangen – oder man war wieder viel unterwegs? Aber die Wartung in der BMW-Werkstatt ist einfach […]

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Ups, es sind schon wieder ein, zwei Jahre seit dem letzten Ölwechsel vergangen – oder man war wieder viel unterwegs? Aber die Wartung in der BMW-Werkstatt ist einfach zu teuer? Kein Problem! Mit etwas Geschick, dem richtigen Werkzeug und ein paar wenigen Einkäufen kann man den Ölwechsel am BMW-Motorrad auch daheim erledigen.

Hinweis: Diese Anleitung ist unter Hinzunahme von Fachliteratur und nach besten Wissen und Gewissen erstellt worden, für eventuelle Schäden am Motorrad muss aber jeder selbst haften.

Vorbereitung und Anschaffungen

Zunächst natürlich das Grundlegendste: Welches Öl braucht das Motorrad? Die von BMW empfohlenen Viskositäten für mitteleuropäische Gefilde befinden sich im Bereich 10W-40 und seltener 15W-40. Castrol unterhält dabei eine Partnerschaft mit BMW, sodass man Castrol-Öle, wie etwa das Castrol Power 1 4T, das ich für meinen Ölwechsel verwendet habe, sogar direkt beim BMW-Händler kaufen kann. Doch Vorsicht: Von vollsynthetischen Ölen wird in der Regel durchwegs abgeraten, ebenso von Ölzusätzen, da diese die Verlässlichkeit der Kupplung beeinträchtigen können.

Wichtig: Unbedingt die Quittung aufheben, damit man das Altöl später beim gleichen Händler (in den Behältern des neuen Öls) wieder abgeben kann.

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Checkliste: Das braucht man für den Ölwechsel

  • 2,7 – 3,2 Liter 10W-40 Motoröl für Motorräder
  • ggf. einen neuen Ölfilter mit Ölfilterschlüssel
  • neuen Dichtungsring für die Ölablassschraube
  • 10er Inbus für die Ablassschraube, idealerweise Drehmomentschlüssel
  • Auffangbehälter für Altöl
  • Lappen und Unterlagefläche
  • ggf. einen Trichter

Wieviel Öl man benötigt, hängt dabei von der Art des Ölwechsels ab. Im einfachsten Fall braucht man ca. 2,7 Liter – nämlich dann, wenn man nur das Öl ablässt und neu befüllt. Wer den Ölfilter noch mit wechseln möchte, kommt auf 2,9 Liter. Und wer tatsächlich den ganzen Motor auseinander genommen und gereinigt hat, sollte 3,2 Liter parat halten (Restmenge im Schwingenschachtdeckel, die sonst nicht abgelassen wird). Das sollte aber wohl eher selten vorkommen.

Apropos Ölfilter: Dieser wird bei jedem regelmäßigen Ölwechsel in der Werkstatt ebenfalls ausgetauscht – und das mit gutem Grund. Verunreinigungen und Schleifpartikel, die sich im Laufe der Zeit im Öl sammeln, werden hier abgefangen, damit kein Haar in die Suppe… äh in das Öl gerät. Ein neuer Filter kann daher nie schaden – vor allem, da dieser in der Regel für um die 10 Euro billig zu haben ist. Hier sollte man nur sicherstellen, dass der Filter auch garantiert mit dem Motorradmodell und dem Baujahr kompatibel ist. Hinweis: Wenn der Filter keine anderweitigen Ansetzpunkte hat, braucht man zum Entfernen einen speziellen Ölfilterschlüssel. Die gibt es in vielen Formen und Farben. Wichtig ist, dass er auf Ölfilter mit 74mm Durchmesser passt – die Standardgröße für die F 800 GS.

Zum Schluss wäre es noch gut, einen neuen Dichtungsring für die Ölablassschraube parat zu halten. Der ist aus Kupfer und damit recht wiederstandsfähig, kann aber durch eine zu stark angezogene Schraube verformt werden. Ein Austausch ist hier oft nicht nötig, andererseits kostet ein neuer Ring nicht einmal einen Euro.

Ansonsten braucht es natürlich eine Aufwangwanne für das alte Öl, einen Trichter sowie einige Lappen und eine Unterlegfläche, um den unausweichlichen Seitenspritzern vorzubeugen.

Los geht’s: Ölwechsel in 6 Schritten

1.  Papier unterlegen & Motor warmlaufen lassen

Nachdem man sich ein passendes Plätzchen gesucht hat, sollte man ausreichend Papier bzw. eine alte Decke direkt unter und in Fahrtrichtung links vom Motor auslegen, da auf dieser Seite das Öl herausgeschossen kommt. Dann sollte der Viskosität und eines letzten Durchmischens halber der Motor für ein paar Minuten bzw. Kilometer warmlaufen. Vorsicht: Natürlich kann man sich danach leicht am heißen Öl verbrennen! Während der Motor warmläuft, kann man die restlichen Werkzeuge und Ersatzteile schon einmal bereit legen.

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Seitenständer oder Hauptständer?

Wenn möglich, sollte das Motorrad zum Ölwechsel auf dem Seitenständer stehen, da so der Motor zur Ablassschraube hin gekippt ist und das Öl gründlicher abfließen kann. In meinem Fall hatte ich damit allerdings Probleme, da der Seitenständer so weit vor reicht, dass kaum noch Platz für meinen Auffangbehälter ist. Daher habe ich das Motorrad zunächst auf den Hauptständer gestellt, die Hauptmenge des Öls so abgelassen und das Restöl kurz darauf über den Seitenständer geleert.

2. Altöl ablassen

Vor dem Ablassen des Öls ist es empfehlenswert zunächst den Ölmessstab abzunehmen, damit das Öl ohne Unterdruck gleichmäßig abfließen kann. Ist das erledigt, findet man die „richtige“ Ölablasschraube bei der F 800 GS ganz unten am Motor auf der linken Seite. Der Auffangbehälter sollte so platziert sein, dass ein gewisser Schwall mit einkalkuliert ist (siehe Bild).

Die Schraube kann dabei recht fest angezogen sein, doch keine Sorge beim Loslösen: Das Öl drängt sich erst bei den letzten 1-2 Umdrehungen aus dem Motor, vorher hat man also nichts zu befürchten. Trotzdem Vorsicht: Ist es dann soweit, kommt es mit ordentlichem Druck herausgeschossen.

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Filter im Auffangbehälter?

In meinem Fall hatte der Altölbehälter noch einen gelben „Filter“ bzw. ein grobes Sieb über dem Abfluss, das für den heftigen Schwall an Öl zu enge Maschen hatte. So stieg das Öl schneller als dass es abfloss und ich musste die Ölablassschraube kurzzeitig wieder einsetzen, um Schlimmeres zu verhindern. Da man das Altöl eh nicht mehr braucht, empfehle ich solche Filter einfach zu entfernen, um das Problem zu vermeiden.

3. Ölfilter abschrauben

Nachdem der Großteil des Öls abgeflossen ist, geht es nun an den Ölfilter. Hier brauchen wir jetzt den oben erwähnten Ölfilterschlüssel. Tipp: Vorher den dreckigen Ölfilter möglichst sauber putzen, sonst bleibt er im Schlüssel gerne stecken!

Beim Abschrauben auch hier auf hervorquellendes Öl achten, wobei jetzt nicht mehr viel übrig sein dürfte. Gegebenenfalls sollte man dafür den Ölauffangbehälter neu positionieren, falls dieser an der Hauptschraube nicht mehr gebraucht wird. Den alten Ölfilter sollte man dann noch eine Weile austropfen lassen.

4. Reinigung der Teile

Nun gilt es, die Ölablasschraube am Gewinde und rund um den kleinen Magneten auf der Innenseite gut zu reinigen (hier sammeln sich gerne kleine Metallreste). Der alte Dichtungsring wird mit dem neuen ausgetauscht und auch das Gewinde im Motor sollte von Verschmutzungen befreit werden.

Wie in den Bildern zu sehen ist, ist allein der äußere Unterschied zwischen altem und neuen Ölfilter wie Tag und Nacht. Beim Dichtungsring hingegen habe ich auch bei genauer Inspektion keine Schäden festgestellt. In meinem Fall hätte man ihn also problemlos wiederverwenden können.

5. Ölablassschraube und Ölfilter wieder anbringen

Ist alles sauber, geht es jetzt wieder ans Zusammenbauen. Die Ölablassschraube mit frischem Öl benetzen und mit dem neuen Dichtungsring wieder einsetzen. Anschließend mit 40Nm Drehmoment festschrauben.

Den neuen Ölfilter zum Schutz ebenfalls mit etwas Öl auf der Gummiseite und im Gewinde bestreichen und einschrauben. Hier wird ein Drehmoment von lediglich 14Nm empfohlen, was wirklich sehr wenig ist. Aber Vorsicht: Wer zu fest schraubt, kann den Filter beschädigen.

7. Öl wieder auffüllen

Sitzt alles wieder sicher, kann man den Motor nun (endlich!) mit dem neuen Öl befüllen. Dafür am besten einen ausreichend großen Trichter an die Öffnung für den Motorölmesstab ansetzen und gute 2,5 Liter einfüllen. Danach lieber etwas zaghafter vorgehen, um ein Überschwappen zu vermeiden. Wie oben erwähnt, sollte sich die gesamte Füllmenge hier zwischen 2,7 und 2,9 Litern (mit neuem Ölfilter) bewegen.

Ist die vorgesehene Menge eingefüllt, den Messstab wieder einschrauben. Jetzt sollte das Motorrad wieder voll einsatzbereit sein. Nun noch alle Ölreste vom Motorrad (und der Umgebung) gut abputzen, und schon ist man für den nächsten Ausflug optimal geschmiert!

Sicherheitshinweis: Wenn der Motor beim Anmachen ungewöhnliche Geräusche macht, die für längere Zeit anhalten (1-2 Sekunden sind noch nicht unbedingt ungewöhnlich), das Motorrad sofort ausschalten und alles noch einmal überprüfen, um Motorschäden zu vermeiden!

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Der Ölstand lügt

Wenn sich jetzt laut Messstab deutlich zu viel Öl im Motor befindet, keine Panik! Denn das Öl muss sich erst noch gleichmäßig im Kreislauf verteilen. Dazu lassen Sie die BMW wieder ein paar Minuten laufen oder machen eine Probefahrt. Danach einfach noch einmal den Ölstand messen. Wer auf Nummer sicher gehen will, belässt es zunächst bei 2,5 Litern und füllt den Rest erst nach dem Probelauf nach.

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Rezept: Köttbullar – Schwedische Hackbällchen https://www.in-fremden-gefilden.de/tipps-und-tricks/koettbullar-schwedische_hackfleischbaellchen/ https://www.in-fremden-gefilden.de/tipps-und-tricks/koettbullar-schwedische_hackfleischbaellchen/#respond Sun, 17 Apr 2016 11:40:00 +0000 https://www.in-fremden-gefilden.de/?p=3071 Skandinavien wird keine Schlemmerreise, das war uns von vorneherein klar. Nicht, weil das Essen dort so schlecht ist – sondern weil Restaurantbesuche unsere Reisekasse überstrapaziert hätten. In Schweden […]

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Skandinavien wird keine Schlemmerreise, das war uns von vorneherein klar. Nicht, weil das Essen dort so schlecht ist – sondern weil Restaurantbesuche unsere Reisekasse überstrapaziert hätten. In Schweden war es etwas billiger als in Norwegen, daher sind wir dort auch einige Male essen gewesen, bekamen jedoch irgendwie ausschließlich Frittiertes oder Burger angeboten. Um die schwedischen Küche doch noch von einer anderen Seite kennenzulernen, haben wir uns zuhause daher von einer schwedischen Bekannten das Rezept für Köttbullar geben lassen … und es bereits einige Male nachgekocht, so lecker schmeckt es!

In Schweden spricht man dieses Gericht übrigens „Schöttbüllar“ aus – aber jedes Mal , wenn ich das in Deutschland mache, blicke ich in völlig verständnislose Gesichter ;-).

Hier das Rezept für 2-3 Personen:

Köttbullar

Zutaten:

500 g Rinderhack (oder Elch – in hiesigen Gefilden aber nicht so leicht zu bekommen :-))
1 Ei
1
mittelgroße Zwiebel, fein gehackt
1 in warmem Wasser oder warmer Milch eingeweichte Semmel – wahlweise 2 EL ebenfalls eingeweichte Semmelbrösel
1 TL
Gewürzmischung (siehe unten), ggf. Salz und Pfeffer zum Nachwürzen
1 TL
Sojasauce
Butter, Butterschmalz oder Alba-Öl zum Braten
Für die Sauce:
1
Becher Sahne
120 ml Wasser
etwas
Soßenbinder, hell, Gewürzmischung (siehe unten), ggf. Salz und Pfeffer zum Nachwürzen
  Für die Beilage(n):
800 g
Kartoffeln, mehligkochend
  Butter, Milch, Salz und etwas Muskat für das Kartoffelpüree

Preiselbeeren

Vorab ein paar Worte zu der Gewürzmischung: Im Rezept meiner Bekannten wurde hier Piffi Allkrydda angegeben, eine Gewürzmischung, die man in Schweden wohl gerne verwendet. Leider ist in der Mischung, die ich hätte kaufen können, Geschmacksverstärker enthalten – etwas, was ich nicht so gerne mag. Ich habe daher noch einmal nachgefragt und meine Bekannte sagte mir, man könne auch ganz normales Steak-Grill-Gewürz verwenden. Das habe ich getan – und das Ergebnis war super. Wahlweise kann man aber auch Piment, etwas Muskat, Kardamom, Koriander, Knoblauch und Nelken mischen und kommt so dem Original noch näher.

Zubereitung:

Hackfleisch in eine Schüssel geben, die feingehackte Zwiebel dazu (wenn man möchte, kann man diese vorher in etwas Butter glasig dünsten, muss man aber nicht), Ei, eingeweichte Semmel/Semmelbrösel, Sojasauce und die Gewürze hinzugeben, alles gut vermischen und ein bisschen stehen lassen.

Inzwischen die Kartoffeln schälen, in kleine Stücke schneiden und in einen Topf mit kaltem Salzwasser legen. Dann den Topf mit den Kartoffeln auf den Herd stellen und erhitzen, während man die Hackbällchen formt (ich koche die Kartoffeln für das Püree immer parallel – wem das aber zu hektisch wird, der kann auch zuerst die Hackbällchen zubereiten, diese im Backofen mit etwas Alufolie abgedeckt warmhalten und anschließend das Püree kochen). Je kleiner die Bällchen, umso besser schmecken sie. Ich forme sie immer ungefähr so groß wie Kirschtomaten.

Das Fett zum Braten in einer Pfanne erhitzen und die Hackbällchen von allen Seiten schön gleichmäßig anbraten. Dabei immer wieder wenden.

Jetzt sollten auch die Kartoffeln schön weichgekocht sein. Die Hitze unter den Hackbällchen herunterschalten, damit diese nicht verbrennen, und sich kurz dem Kartoffelpüree zuwenden:

Das Wasser abgießen und direkt in den Topf mit den dampfenden Kartoffeln Butter, Milch, Salz sowie etwas Muskat geben. Mit einem Kartoffelstampfer grob zerstampfen, ggf. noch etwas Milch zugießen, dann wird das Püree geschmeidiger. Deckel drauf und alles in ein Küchentuch wickeln, zum Warmhalten (nicht mehr auf den Herd stellen).

Die fertiggebrutzelten Hackbällchen nun auf einem extra Teller „zwischenparken“ (oder gleich auf den Serviertellern anrichten, je nachdem, wie schnell man ist). Für die Sauce das Wasser in die Pfanne gießen und den Bratenfond vom Boden mit einem Holzlöffel lösen. Die Sahne sowie die Gewürze hinzugeben, zum Kochen bringen, mit Soßenbinder andicken und abschmecken.

Jetzt alles zusammen auf den Tellern anrichten (die Soße wird üblicherweise nicht über die Hackbällchen oder das Püree gegossen – aber das bleibt selbstverständlich jedem selbst überlassen), einen kräftigen Klacks Preiselbeeren dazu – und genießen 🙂

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Tipps zum Überleben im teuren Norwegen https://www.in-fremden-gefilden.de/tipps-und-tricks/ueberleben-im-teuren-norwegen/ https://www.in-fremden-gefilden.de/tipps-und-tricks/ueberleben-im-teuren-norwegen/#comments Thu, 14 Jan 2016 14:58:35 +0000 https://www.in-fremden-gefilden.de/?p=2301 Das Einkaufen in Skandinavien wird umso teurer, je weiter man nach Norden kommt. Unterscheidet sich Dänemark preislich nur wenig von Deutschland, so muss man in Schweden schon etwas […]

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Das Einkaufen in Skandinavien wird umso teurer, je weiter man nach Norden kommt. Unterscheidet sich Dänemark preislich nur wenig von Deutschland, so muss man in Schweden schon etwas tiefer in die Tasche greifen. Wer jedoch z.B. die Lebenshaltungskosten einer Stadt wie München gewöhnt ist, den kann auch das noch nicht sonderlich beeindrucken. So richtig heftig wird es aber in Norwegen. Da haben selbst wir, als chronische Bioladen-Einkäufer, häufiger mal geschluckt.

In einem der Reiseführer, die ich gelesen habe, hieß es, man solle die Norweger nicht auf diese Preisproblematik ansprechen, schließlich wären sie selbst genauso davon betroffen. Nun, das hatte ich auch gar nicht vor (das Ansprechen meine ich), aber unabhängig davon glaube ich, dass die Bewohner Norwegens sich trotzdem nicht so schwer dabei tun, ihre hohen Lebenshaltungskosten zu bezahlen – ist doch ihr Einkommen ungleich höher als unseres.

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A Song of Oil and Money

Der Wohlstand des Landes Norwegen resultiert vorrangig aus den reichen Öl- und Gasvorkommen – und das schlägt sich auch im allgemeinen Einkommensniveau nieder. Laut dem Internationalen Währungsfonds hatten die Norweger 2013 ein durchschnittliches Einkommen von mehr als 4.800 Euro monatlich (zum Vergleich: in Deutschland waren das im selben Jahr rund 2.600 Euro im Monat).

Ich neide den Norwegern ihr ansehnliches Einkommen nicht. Aber konkret bedeutet das für uns nicht ganz so betuchte Reisende, doch ein wenig genauer hinzusehen, wenn der Urlaub nicht übermäßig teuer werden soll. Hier ein paar Tipps, wie das Überleben in finanzieller Hinsicht leichter wird.

Campingplätze sind günstig

Bis auf eine Ausnahme waren die Campingplätze, die wir besucht haben, allesamt billiger als z.B. in Italien oder Frankreich. Im Durchschnitt kostete uns eine Übernachtung 25,00 Euro (2 Personen, 2 Motorräder, ein kleines Zelt, kein Strom) bei durchwegs guter Ausstattung und schönen Plätzen. Da kann man nicht meckern, in Italien sind wir dafür meist um die 35,00 Euro losgeworden.

Eine Besonderheit auf norwegischen Campingplätzen ist jedoch, dass man so gut wie immer für das Duschen extra bezahlen muss. Meist kauft man sich beim Check-in einen speziellen Token dafür. Mit so einem Duschchip für um die 10 – 20 NOK kann man dann zwischen 3 und 10 Minuten (je nach Campingplatz) duschen. Am besten erkundigt man sich, wie lange der Token das Duschen erlaubt, und kauft ggf. ein paar mehr. Nicht benötigte Token können beim Verlassen des Platzes wieder zurückgegeben werden (und man erhält sein Geld wieder), was allemal besser ist, als voll eingeseift plötzlich ohne warmes Wasser dazustehen :-). Ganz Hartgesottene können natürlich auch  von vorneherein auf warmes Wasser beim Duschen verzichten – Kaltwasser gibt es nämlich immer kostenlos.

Ein Tipp für Paare: Viele Plätze haben auch eine oder mehrere Familienduschen, die man gemeinsam benutzen kann. Neben den dadurch gesparten Duschmarken hat das auch einen nicht zu vernachlässigenden sozialen Faktor. Darüber hinaus sind diese Familienduschen angenehm geräumig. Man sollte jedoch darauf achten, einer „echten“ Familie mit Kleinkindern nicht unbedingt die einzig vorhandene Familiendusche vor der Nase wegzuschnappen.

Auch der Strom kostet extra – doch das ist in Italien, Frankreich, etc. ja auch nicht anders. Wir haben unsere ladebedürftigen Elektrogeräte (insbesondere Handys und Helm-Funk) daher grundsätzlich an unseren Motorradsteckdosen geladen (passende Adapter gibt es in Elektro- und Outdoor-Läden), die Helm-Interkoms über Nacht, die Handys während des Fahrens in der Jackentasche, mit entsprechend langem USB-Kabel. Hat wunderbar funktioniert. Nur einmal hatte ich Startprobleme, weil ich nicht nur die Interkoms, sondern auch zwei Fotoapparate in derselben Nacht geladen habe. Das hat mir meine Motorrad-Batterie dann doch ein wenig übel genommen und die BMW ist nur sehr unwillig angesprungen.

In ca. der Hälfte der von uns besuchten Campingplätze musste man auch für das Benutzen der Kochplatten extra bezahlen – doch darauf komme ich im nächsten Abschnitt zu sprechen.

Selbst kochen spart enorm viel Geld

In unseren Italien-Urlauben haben wir nie Kochgeschirr dabei, sondern gehen jeden Tag in eine Pizzeria. Das Essen ist dort so günstig, da lohnt sich das Kochen kaum. Anders in Norwegen, hier gehören Restaurantbesuche mit zum Teuersten, was man sich antun kann. In der Pizza-Kette Peppes Pizza in Bergen z.B. kostet eine einzelne Pizza im Schnitt 30,00 Euro.

Uns war schon von vorneherein bewusst, dass die Skandinavien-Tour keine Schlemmerfahrt wird. Daher haben wir Kochtöpfe, Teller und Besteck eingepackt und uns während unseres Aufenthaltes in Norwegen nahezu ausschließlich von aufgewärmten Dosen ernährt. Die kann man in ausreichender Vielfalt (wobei Fleischklöpse in irgendwelchen Soßen auf alle Fälle vorherrschend sind) in den Supermärkten vor Ort kaufen (Öffnungszeiten beachten – an Sonntagen haben sie mancherorts geschlossen). Auch Brot für das Frühstück und halbwegs haltbaren Brotbelag gibt es dort, ganz toll für uns Motorradfahrer ist z.B. die Erdbeermarmelade in der Quetschflasche :-). Die Preise sind ähnlich denen in Deutschland – wenn auch keine Discounterpreise.

Jeder Campingplatz, den wir besucht haben, hatte eine ausreichend ausgestattete Küche für die Campinggäste, in der man sich das Essen aufwärmen konnte. Bei ungefähr der Hälfte der Plätze mussten wir für das Benutzen der Kochplatten jedoch auch einen Token erwerben. Meist war das billig (so um die 2 Euro für eine halbe Stunde oder länger), aber wer sich das ebenfalls sparen möchte, sollte einen eigenen Kocher mitbringen. Oder sich die Kochplatte mit anderen Gästen teilen, denn oft reicht die Zeit, um mehrere Mahlzeiten nacheinander zuzubereiten.

Zum Frühstück haben wir uns immer je eine Tüte Instant-Cappuccino mit heißem Wasser aufgegossen. Hierfür benötigt man keine Kochplatte, das warme Wasser aus dem normalen Wasserhahn war eigentlich immer heiß genug. Und die Trinkwasserqualität ist sehr gut – mit dem kalten Wasser kann man sich auch die Wasserflaschen füllen und spart teure Limonaden.

Ein paar Schokoriegel für unterwegs sind gut gegen den schnellen Hunger. Hat man Lust auf etwas Warmes, so kann man in den größeren Tankstellen oder in den an manche Tankstellen angeschlossenen Supermärkten Hotdogs und Sandwiches für umgerechnet um die 6,00 Euro kaufen. Das ist nicht gerade ein Schnäppchen, aber die Dinger schmecken gar nicht mal so schlecht und halten eine Weile satt. Auch die an vielen Stellen erhältlichen Waffeln sind günstig und schmecken gut. Alternativ kann man sich beim Frühstück natürlich auch ein paar Brote schmieren und diese unterwegs verspeisen.

Auf Alkohol verzichten

Alkohol und ein fahrbarer Untersatz vertragen sich grundsätzlich nicht. Doch am Abend – nach getaner Fahrt – ein Glas Wein oder ein Bierchen zu trinken, dagegen spricht ja eigentlich nichts. Außer in Norwegen. Hier ist Alkohol so richtig teuer!

In den Supermärkten bekommt man sowieso nur leichtes Bier. Starkbier-Sorten, Wein oder gar Schnaps sucht man hier vergebens. Diese Art von Alkoholika bekommt man nur in speziellen Läden (Systembolaget), die wir nie aufgesucht haben – weshalb ich auch nichts über die Preise z.B. für eine Flasche Wein erzählen kann.

Die Preise für ein Bier im Supermarkt sind aber schon deftig genug. Für eine kleine, 0,3-l-Flasche haben wir knapp 6,00 Euro hingeblättert … wow. Da vergeht einem die Lust auf das regelmäßige Feierabendbier. Wobei dieses Bier nicht schlecht geschmeckt hat – trotzdem blieb es bei dem einen und für den Rest des Urlaubs haben wir lieber Tee oder Limo getrunken 😉

Im Juni reisen und Batterien für Taschenlampen sparen

OK, das ist jetzt nicht ganz ernst gemeint. Tatsache ist aber, dass unserer Reisezeit Ende Juni sehr gut gewählt war. Es wurde nachts nie richtig dunkel. Für das Lesen vor dem Schlafengehen brauchten wir zu keiner Zeit eine extra Lampe, es war auch immer so hell genug (im Zelt!).

Übernachtet man also auf Campingplätzen und verzichtet auf Alkohol und Restaurantbesuche, so ist so ein Norwegen-Urlaub durchaus auch mit wenig Geld machbar. Die Spritpreise gleichen denen in Deutschland und auch sonst sind uns keine weiteren „Preisfallen“ aufgefallen. Ach doch, eine noch:

Fährpreise vor Reisebeginn überprüfen

Gerade die Preise für die längeren Fährverbindungen (insbesondere Hirtshals – Kristiansand) unterscheiden sich häufig sehr stark, je nachdem, welchen Tag und welche Uhrzeit man für die Überfahrt wählt. Mehr Details hierzu findet Ihr hier.

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Infos zur Fährverbindung Rødbyhavn – Puttgarden https://www.in-fremden-gefilden.de/tipps-und-tricks/infos-zur-faehrverbindung-rodbyhavn-puttgarden/ https://www.in-fremden-gefilden.de/tipps-und-tricks/infos-zur-faehrverbindung-rodbyhavn-puttgarden/#comments Tue, 24 Nov 2015 14:47:57 +0000 https://www.in-fremden-gefilden.de/?p=1880 Puttgarden (Insel Fehmarn) ist der nördlichste Fährhafen Deutschlands, Rødbyhavn wiederum liegt gleich gegenüber, am Südzipfel von Ostdänemark – und die Fährlinie dazwischen wird ausschließlich von Scandlines bedient. Wir […]

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Puttgarden (Insel Fehmarn) ist der nördlichste Fährhafen Deutschlands, Rødbyhavn wiederum liegt gleich gegenüber, am Südzipfel von Ostdänemark – und die Fährlinie dazwischen wird ausschließlich von Scandlines bedient.

Wir haben diese Verbindung auf unserer Rückreise aus Skandinavien (Sommer 2015) gewählt, da die Fähren häufig und regelmäßig verkehren und keine Reservierung notwendig ist. Ideal also für einen nicht genau planbaren Reiseablauf.

Einfach durch!

Beim Einfahren nach Rødbyhavn haben wir gleich das erste Problem: Wo bekommt man die Tickets? Verunsichert biegen wir von der Hauptstraße ab und kurven durch die verlassen wirkenden Straßen rund um den Fährhafen. Scheinbar gibt es hier nichts weiter, nicht einmal irgendwelche Passanten, die man fragen könnte. Nach einer halben Stunde Suchen schließlich sehen wir das ersehnte Gebäude: Es überspannt die Hauptstraße, die wir soeben verlassen haben! Nun gut – diesen Umweg hätten wir uns also sparen können.

Wir fahren auf verschlungenen Wegen zurück und stoppen kurz darauf bei einer der zig Kabinen der riesigen Ticketstation. Und erleben gleich den nächsten Schreck, als uns die freundliche Dame am Schalter den Preis für die Überfahrt nennt: knapp 107,00 Euro für zwei Personen und zwei Motorräder! Zum Vergleich: für die Überfahrt zwischen Hirtshals und Kristiansand haben wir nur 13 Euro mehr bezahlt. Eine spätere Überprüfung via Website hat ergeben, dass die Preise unabhängig von Tag und Uhrzeit immer gleich sind – lediglich in der Nebensaison ist es billiger. Bei Vorbuchung kann man ein paar Euro sparen, ist dafür aber an eine bestimmte Fahrzeit gebunden.

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Regen oder Traufe?

Der große Vorteil der Fährverbindung zwischen Rødbyhavn und Puttgarden ist ihre Schnelligkeit und Verfügbarkeit. Die Überfahrt dauert nur 45 Minuten, die Fähren fahren alle halbe Stunde – flotter geht es nicht.

Ein eklatanter Nachteil jedoch ist der Preis. Dieser ist unverhältnismäßig hoch, wie wir finden. Wir haben für diese kurze Strecke fast genauso viel bezahlt wie für das Übersetzen von Hirtshals nach Kristiansand. Leider ist die Route über die Insel Fyn keine echte Alternative. Die Maut für die Benutzung der Storebælt Brücke zwischen Ost- und Westdänemark ist nämlich ebenfalls nicht ohne – und wenn man noch die ggf. anfallenden Mehrkilometer dazurechnet, wird es leicht genauso teuer.

Da uns nichts anderes übrig bleibt, bezahlen wir, und werden in eine spezielle Spur gewiesen, in der sich schnell weitere Motorräder sammeln. Denn auch hier gilt: Mopeds first! Der gesamte Wartebereich im Fährhafen ist riesig und straff durchorganisiert. Grell-orange gekleidetes Einweisungspersonal wuselt geschäftig vor den zahlreichen, durchnummerierten Wartespuren umher, auf einem Bildschirm kann man die Zeiten der aktuell an- und abfahrenden Fähren ablesen und etwas weiter vorne erkennt man gleich mehrere Terminals für das Anlanden der Fähren. Das Ganze hat etwas von einem Flughafen – nur eben mit Schiffen.

Ich entdecke unweit unseres Standplatzes einen kleinen Aufenthaltsraum, der kühlen Schatten, Getränke und eine Toilette verheißt, und überlege gerade, ob wir uns nicht für eine kurze Pause dorthin verziehen sollen, als das Fährenpersonal uns signalisiert, wir mögen uns bereit machen. So schnell habe ich nicht damit gerechnet, ein Glück, dass ich nicht auf die Toilette verschwunden bin!

Wir (sowie das mittlerweile gute Dutzend weiterer Motorradfahrer) werden von den Einweisern an vorderster Linie in Position gestellt. Dort müssen wir ein paar Minuten warten, während die von der soeben angekommenen Fähre herabfahrenden Fahrzeuge an uns vorbeigeleitet werden. Kaum ist der letzte Wagen vom Schiff, winkt man uns auch schon hektisch auf die Rampe in die Fähre. Das alles macht den Eindruck, als dürfe keine Sekunde verschwendet werden – und wahrscheinlich ist das auch so. Alle halbe Stunde eine Fähre – da bleibt nicht viel Zeit für das Ab- und wieder Aufladen der Motorräder, PKWs, Gespanne, Wohnmobile und LKWs.

Auf dem Schiff erwartet uns die übliche Routine: Die Motorräder müssen gesichert werden. Hierfür sind am Boden große Ösen zu finden, ein breiter Gurt wird quer über die Sitzbank geführt und dort befestigt. Alles kein Problem und schnell erledigt.

Wir folgen dem Strom der anderen Gäste und landen schließlich bei einem kühlen Getränk im Bugrestaurant des Schiffes (Selbstbedienung). Die Zeit an Bord – die Überfahrt dauert 45 Minuten – reicht gerade so für das gemütliche Austrinken unserer Cokes, dann sehen wir auch schon das Ufer der Insel Fehmarn und begeben uns wieder zu unseren Motorrädern. Das Abfahren von der Fähre ist genauso gut organisiert wie das Auffahren und wenige Minuten später verlassen wir auf einem autobahngleichen Weg den Fährhafen.

Eines ist offensichtlich: Dieser ganze Betrieb ist auf die Beförderung möglichst vieler Fahrzeuge in möglichst kurzer Zeit ausgelegt. Der Bedarf scheint vorhanden, die Wartespuren haben sich auch während unserer kurzen Aufenthaltszeit schnell gefüllt. Es bleibt abzuwarten, was sich durch den derzeit noch immer in Planung befindlichen Tunnel durch den Fehmarnbelt (Fertigstellung frühestens 2022) ändern wird. Preislich wohl nicht viel, denn angesichts dessen, dass die Baukosten schon jetzt zu explodieren scheinen, werden die Betreiber (verständlicherweise) so viele Gelder abschöpfen wollen wie möglich. Somit wird man wohl auch in Zukunft nicht günstiger wegkommen.

Der Vorteil eines Tunnels ist natürlich die (fast) verzögerungsfreie Durchfahrt. Allerdings ist es in einem Tunnel nicht so schön wie auf einer Brücke (vgl. Öresundbrücke) und eine kleine Pause bei einer Tasse Kaffee, leckerem Gebäck und angenehmer Aussicht von Deck eines Schiffes ist auch nicht zu verachten. Ich könnte mir daher gut vorstellen, auch weiterhin die Fähre zu nutzen, wenn ich es nicht allzu eilig habe – bezweifle aber, dass es diese nach Fertigstellung des Tunnels überhaupt noch geben wird. Irgendwie schade …

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10 hilfreiche Kultur-Tipps für eure Norwegen-Reise https://www.in-fremden-gefilden.de/tipps-und-tricks/zehn-kultur-tipps-norwegen-reise/ https://www.in-fremden-gefilden.de/tipps-und-tricks/zehn-kultur-tipps-norwegen-reise/#respond Sun, 04 Oct 2015 10:00:57 +0000 https://www.in-fremden-gefilden.de/?p=1385 Für unsere Skandinavien-Reise haben wir uns natürlich so gut es geht mit Recherche vorbereitet, durch Reiseführer, dem Internet oder mit dem ein oder anderen Tipp von Freunden (und […]

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Für unsere Skandinavien-Reise haben wir uns natürlich so gut es geht mit Recherche vorbereitet, durch Reiseführer, dem Internet oder mit dem ein oder anderen Tipp von Freunden (und auch Eltern), die schon einmal da waren. Die Essenz von allem war dabei schnell klar: Die Menschen in Norwegen und Schweden sind denen aus Deutschland im Grunde nicht unähnlich. Sicher, die Preiskultur schießt gerne mal durch die Decke und auch die Sprache hat (mit Ausnahme einiger lustig übernommener Worte wie „Besserwisser“ oder „Katzenjammer“) mit dem Deutschen seit mindestens 2000 Jahren nichts mehr gemein. Trotzdem würden wir in diesen schönen und freundlichen Ländern zurechtkommen, hieß es.

Um es schon einmal vorwegzunehmen: Ja, natürlich sind wir das. Wer sich nicht wie die Axt im Fjorde benimmt, der wird im Norden freundlich empfangen werden. Dennoch sind uns ein paar Kulturunterschiede und Verhaltenstendenzen aufgefallen, die wir so von Deutschland nicht gewöhnt sind. In den folgenden zehn Tipps schildern wir einige dieser Erfahrungen.

1. Alle sprechen Englisch

Nein, ernsthaft: jeder. Von der Campingplatzrezeption über die Restaurantbedienung bis zum beliebigen Gesprächspartner auf der Straße beherrschte jeder Norweger, mit dem wir uns unterhalten haben, die englische Sprache absolut flüssig.

Und nicht nur das: In Sachen Niveau findet man für gewöhnlich kein durchschnittliches Zweitsprachenenglisch, sondern eines, das dem der echten Engländer, Iren, Schotten und Amerikaner meines Anglistik-Studiums ebenbürtig ist. Hier scheint nicht nur die Wortwahl muttersprachlich, sondern sogar die Betonung! So etwas hab ich wirklich noch nie erlebt – was in manchen Situationen für reichlich innere Verwirrung gesorgt hat: „Ist das jetzt ein Norweger oder ein Brite?“ fragt man sich hier oben tatsächlich nicht selten.

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Interessante Trivia

Kaum zu glauben, ist aber so: In Norwegen spricht 90% der Bevölkerung Englisch, in Kanada dafür nur 86%.

2. Norweger sind wenig förmlich

Im Gespräch verzichten viele Norweger vorneweg auf die Höflichkeitsform, also das „Siezen“, auch im Umgang mit Fremden (wobei das englische „you“ einem diese Feinheit der skandinavischen Etikette durch seine Ambivalenz praktischerweise abnimmt). Durchwegs wird man dabei auch mit einem freundlichen „Hei!“ begrüßt, das den lockeren Ton von Gesprächen ohne Umschweife einleitet. Ein lustiges Sprichwort besagt in diesem Zusammenhang auch, dass in Norwegen jeder außer dem König selbst mit dem Vornamen angesprochen wird.

Ein enormer Anteil dieser „bescheidenen Art“ wird heutzutage dem sogenannten Janteloven zugesprochen, einer Art Verhaltenskodex, der auf den skandinavischen Roman „Ein Flüchtling kreuzt seine Spur“ aus dem 30er Jahren zurückgeht und sich bis heute in der Kultur verwurzelt hat. So sollen folgende 10 Regeln für die gängige Bescheidenheit, Zurückhaltung und Selbstreflexion der norwegischen Kultur verantwortlich sein:

  1. Du sollst nicht glauben, dass du etwas Besonderes bist.
  2. Du sollst nicht glauben, dass du uns ebenbürtig bist.
  3. Du sollst nicht glauben, dass du klüger bist als wir.
  4. Du sollst dir nicht einbilden, dass du besser bist als wir.
  5. Du sollst nicht glauben, dass du mehr weißt als wir.
  6. Du sollst nicht glauben, dass du mehr wert bist als wir.
  7. Du sollst nicht glauben, dass du zu etwas taugst.
  8. Du sollst nicht über uns lachen.
  9. Du sollst nicht glauben, dass sich irgendjemand um dich kümmert.
  10. Du sollst nicht glauben, dass du uns etwas beibringen kannst.

Aus fremder Sicht mag das mehr nach einer Art dystopischer Anti-Selbstbewusstseins-Propaganda klingen als wie ein Ratgeber zur Nettigkeit, andererseits scheint es für Norwegen im Alltag ganz gut zu funktionieren.

3. Norweger bleiben für sich

Stereotypisch wird oft behauptet, dass Norweger so kalt wie das Land selbst sein sollen, zurückgezogen, schüchtern, vielleicht sogar griesgrämig. In Wirklichkeit können wir nichts davon bestätigen – nicht einmal, dass das Land kalt ist. Unser Kontakt mit Norwegern war stets von freundlicher Offenheit geprägt, viele lächelnde Gesichter, die uns hilfsbereit auf unserer Reise entgegengekommen sind – teilweise sogar als spontane Dolmetscher.

Beachten sollte man allerdings eine gewisse kulturelle Distanzzone: Norweger kommen – durch ihr weitläufiges Land, verglichen mit der relativ niedrigen Einwohnerzahl (5 Millionen) – selten in die Verlegenheit enger Situationen. Das färbt auch auf den sozialen Umgang ab: So fühlt man sich bei Gesprächen mit geringem Abstand zueinander schneller bedrängt als anderswo (speziell verglichen mit südlichen Ländern). Wer also auf Nummer sicher gehen will, dass sich sein Gegenüber komfortabel fühlt, lässt am besten ein paar Zentimeter mehr Platz – wobei wir Deutschen hier ab Werk schon ziemlich kompatibel sind.

4. Norweger sind progressiv

Norwegen zählt zusammen mit Schweden zu den politisch wie technisch fortschrittlichsten Nationen der Welt. So finden sich die Skandinavier beispielsweise regelmäßig in den Top 5 der Länder mit dem besten Internetausbau wieder, auch setzen sie sich seit vielen Jahren stark für berufliche wie soziale Gleichberechtigung ein – bspw. durch eine 40%ige Frauenquote in Aufsichtsräten oder einer Wehrpflicht für Frauen. Dementsprechend trifft man in Norwegen auch vergleichweise viele linksorientierte Menschen, die soziale Werte und Toleranz begrüßen und nur in Ausnahmen auf Traditionelles setzen (Öl).

Ähnlich verhält es sich mit der Religion. Zwar gehören offiziell 79% der Bevölkerung der christlichen Kirche an, ein sonderlich brisantes Thema ist der Glauben im Alltag aber nicht. Gerüchteweise sollen die Kirchen sonntags daher auch eher mit Staub als mit Menschen gefüllt sein – natürlich mit Ausnahme der fantastisch imposanten Stabkirchen, die überall im Land verteilt sind. Ob das womöglich an Trollen liegt, die der Sage nach Christenblut riechen können, möchten wir hier aber nicht mutmaßen 😉

5. Das Jedermannsrecht als Kulturgut

Wer zum Urlaub nach Norwegen fährt, bringt typischerweise sein Zelt zum Campen mit. Doch neben den ca. 800 registrierten Campingplätzen im Land kann man dank des sogenannten Jedermannsrechtes auf eigene Verantwortung auch frei in der Wildnis übernachten.

Wie der Name schon andeutet, soll das Gesetz die Nutzung des Landes für alle Bewohner und auch Touristen unkompliziert verfügbar machen, indem es gängige Regeln zu Naturzonen und teilweise sogar Privatgrundstücken aufhebt – allerdings nicht unbegrenzt. Im Folgenden daher ein paar Eckpunkte, die man unbedingt im Hinterkopf behalten sollte:

  • Freie Übernachtungen sind generell für ein bis zwei Nächte erlaubt, in abgeschiedenen Gebieten auch länger.
  • In der Nähe von Wohnhäusern muss stets die Erlaubnis des Besitzers eingeholt werden. Übernachtungen direkt neben dem Haus (in der sogenannten Hausfriedenszone) sind tabu.
  • Den Lagerplatz stets so zurücklassen, wie man ihn vorgefunden hat! Es darf weder Schaden an der Landschaft (bzw. Besitz) verursacht werden, noch ist das Zurücklassen oder Vergraben von Abfall erlaubt.
  • Das Pflücken und Sammeln von Wildfrüchten und sonstigem freiem Gemüse ist für den eigenen Gebrauch erlaubt.
  • Strände und Wasserflächen dürfen ebenfalls frei verwendet werden, in Salzwasser für gewöhnlich sogar mit einem Motorboot.
  • Angeln ist in Salzwassergebieten (dazu gehören auch die Fjorde!) ohne Genehmigung gestattet. In Süßwasser benötigt man einen Angelschein.
  • Freie Lagerfeuer sind in Waldnähe vom 15. April bis zum 15. September grundsätzlich verboten. Ebenso auf blankem Fels, da dieser bersten könnte. Ansonsten spricht mit etwas Vorsicht nichts dagegen.

6. Norweger lieben ihre Natur

Wenn man eines in Norwegen findet, dann unzählige Möglichkeiten zum Hiken, Paddeln und Ski-Fahren. Norweger wohnen in einer der schönsten Landschaften der Welt – und das wissen sie auch. Wer einen simplen Gesprächsöffner sucht, kann hier mit einem Kompliment meist nichts falsch machen. Dementsprechend lohnt es sich beim Durchfahren der Fjorde auch immer, die Augen nach Naturdenkmälern, Touristenwegen oder auch der ein oder anderen Wanderroute offen zu halten (wobei wir abseits besonderer Stellen Haltemöglichkeiten zum Fotografieren leider etwas vermisst haben).

Entgegen einer häufigen Annahme ist auch das Wetter im Norden meist mild und das Klima dem in Deutschland nicht unähnlich (solange man sich nicht in Norwegens Regenhauptstadt Bergen befindet). Zu danken ist hier dem Golfstrom, der stetig warmes Wasser über den Atlantik an die Küsten spült und so für ungewöhnlich warme Temperaturen in den hohen Breitengraden sorgt. Perfekte Bedingungen also, um die ganze Natur auch zu genießen!

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Aurora Borealis

Wer das Naturspektakel der Nordlichter erleben möchte, sollte vorher gut planen: Leider sieht man die schönen Lichter im Sommer aufgrund der langen Tage nur selten und im Süden des Landes quasi gar nicht. Idealerweise sollte man seinen Urlaub also im Winter und nördlicher als Trondheim planen, um seine Chancen zu maximieren.

7. Norweger sind entspannte Fahrer

Der Ruf eines Abenteuerlandes rührt im Fall von Norwegen nicht zuletzt von der relativen Bevölkerungsarmut verglichen mit der Fläche. Dementsprechend findet man sich auf den Straßen in der Regel für viele Kilometer alleine wieder und wird auch als gemütlicher Langsamfahrer (wie wir) nicht ständig von hinten bedrängt. Fantastisch!

Leider fahren unserer Erfahrung nach auch im entspannten Norden alle ein wenig schneller als eigentlich erlaubt ist. Sprich, wer sich rigoros in die Geschwindigkeitsbegrenzungen hält – was man aufgrund der sündhaft teuren Bußgelder auch sollte – wird wohl auch hier früher oder später trotzdem eine Schlange verursachen. Grundsätzlich ist das aber kein Problem. Kommt es soweit, halten die meisten Autofahrer einen großzügigen Abstand (gilt die kulturelle Distanzzone auch hier?), so dass man nicht unnötig gestresst wird. Hupen aus Ungeduld gilt in Norwegen wenig überraschend auch als absoluter Faux-Pas.

8. Norweger lieben Waffeln

„Was essen die Norweger eigentlich?“ haben wir uns bei unserer Vorbereitung nicht selten gefragt. Fisch? Elch? Oder doch die berühmten Kjøttkaker (Fleischklößchen), die man ähnlich schon von IKEA kennt? Wie sich herausgestellt hat, im typischen Motorradalltag vor allem eines: Waffeln! Fast an jeder Rastmöglichkeit und jedem Café wird das krossgebackene Teiggericht angeboten, häufig mit etwas Rømme (norwegischer Sauerrahm) und Marmelade. Gerade an kalten Tagen waren die warmen Waffeln ein absoluter Stimmungsretter, sodass wir gleich nach dem Heimkommen das Rezept in unsere Sammlung aufgenommen haben.

Zusatz: Interessanterweise scheinen die Norweger auch eine Schwäche für Hotdogs zu haben. So ist fast jede Tankstelle mit einem Grill ausgestattet, auf dem ununterbrochen ein paar Würstchen warm gehalten werden. Zusammen mit Zwiebeln und ein bisschen Ketchup vielleicht nicht der gesündeste Energiespender, aber sicherlich ein sehr willkommener.

9. Norweger zahlen lieber mit Kreditkarte als bar

Schon an unserer ersten Tankstelle in Dänemark wurde uns schnell klar, dass wir hier mit Bargeld nicht weit kommen würden. Kein Tankwart, keine Kasse, lediglich eine Zapfsäule und ein kleiner Slot für Kreditkarten. Dieser wollte dann gleich noch die Kreditkarten-PIN wissen (nicht die Giro-PIN!), ohne die eine Zahlung schlicht unmöglich gewesen wäre. Derselbe Zahltrend hat sich dann ziemlich konsequent auch in den anderen skandinavischen Ländern fortgesetzt. Wer in Norwegen unkompliziert zahlen möchte, sollte daher unbedingt die Kreditkarte samt PIN bereithalten, gerade für abgelegene Tankstellen. Immerhin: Der Zahlungsabwicklung am Automat ist für gewöhnlich sehr bequem. Karte rein, PIN eingeben, so viel tanken, wie man will!

Natürlich ist normales Bargeld in Restaurants, Supermärkten und bei sonstigen kleinen Einkäufen auch völlig akzeptiert. Dafür sollte man aber schon im Voraus ein paar Devisen mitbringen. Wechselstuben haben wir an den Grenzen nämlich nicht gefunden, genauso wenig wie Geldautomaten.

10. Trinkgeld ist nicht erforderlich

Trinkgelder sind in Norwegen nicht vorgeschrieben, weder in Taxis noch in Restaurants. In der Regel enthält die Rechnung neben Ware und Steuern auch immer den Service, sodass man es ohne schlechtes Gewissen auch dabei belassen kann. Wer sich besonders gut bedient fühlt und seinem Dank Ausdruck verleihen möchte, kann aber, ähnlich wie in Deutschland, ein Trinkgeld von 5-10% geben, was unserer Erfahrung nach auch gut ankommt (in einem Restaurant sollten wir beispielsweise das Essen an der Theke abholen, nach dem Zahlen mit Trinkgeld wurde es uns aber unerwartet mit einem Lächeln an den Tisch gebracht).

Laut einem norwegischer Wissenschaftler, der wohl tatsächlich seine Dissertation über die Trinkgeld-Kultur geschrieben hat, könne man sich einfach an folgendes System halten: Schlechter Service: kein Trinkgeld. Normaler Service: kein Trinkgeld. Ungewöhnlich guter Service: Trinkgeld.

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Verwirrung im eigenen Land

Interessanterweise führt der immer größer werdende internationale Einfluss mittlerweile teils selbst unter Norwegern zur Unschlüssigkeit, ob man jetzt Trinkgeld geben soll oder nicht. So gelten Servicekräfte in Norwegen als vergleichsweise gut bezahlt, weshalb ein Trinkgeld traditionell nie erforderlich war.

Mittlerweile hat der Blick auf andere europäische Länder und nicht zuletzt auf Amerika (mit niedrigen Löhnen und völliger Trinkgeldabhängigkeit) die eigene Kultur aber wohl etwas eingefärbt, sodass Trinkgelder heutzutage oft einfach „zur Sicherheit“ verteilt werden – sicherlich zur Freude der Bedienungen.

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