Skandinavien - Motorradtouren - In fremden Gefilden https://www.in-fremden-gefilden.de/category/reisen/skandinavien/ Anja und Marvin brausen durch die Welt Sun, 22 Mar 2020 07:24:30 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.1.10 Markaryd bis München – The long way home https://www.in-fremden-gefilden.de/reisen/skandinavien/von-markaryd-nach-muenchen/ https://www.in-fremden-gefilden.de/reisen/skandinavien/von-markaryd-nach-muenchen/#comments Sun, 01 May 2016 11:05:15 +0000 https://www.in-fremden-gefilden.de/?p=1878 Heute wache ich mit einem dicken Kloß im Hals auf. Auf jeder meiner bisherigen Reisen kam irgendwann der Punkt, an dem ich mich nach Hause gesehnt habe. Doch […]

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Heute wache ich mit einem dicken Kloß im Hals auf. Auf jeder meiner bisherigen Reisen kam irgendwann der Punkt, an dem ich mich nach Hause gesehnt habe. Doch diesmal ist es grundlegend anders: Die vergangenen Wochen verliefen so harmonisch, waren so reich an grandiosen Eindrücken und brachten uns der Welt und anderen Menschen auf die bestmögliche Art und Weise näher – ich würde am liebsten einfach nur so weiterfahren.

Leider bleibt uns keine Wahl. Unsere Familie, unsere Jobs und nicht zuletzt unser morgiger Rückfahrtermin mit dem Autozug drängen uns zur Heimkehr. Also packen wir nach einem kurzen Frühstück schweren Herzens unsere Sachen, verabschieden uns von Ingrid, Werner und den Enten und brechen auf in Richtung Süden.

Über den Öresund

Heute gilt es, die Strecke bis nach Heiligenhafen (dem letzten Übernachtungspunkt auf unserer Reise) an einem Tag zu bewältigen. Da wir keine Ahnung haben, wie lange wir für diese knapp 380 km samt diverser Meeresüberquerungen brauchen werden, wählen wir die direkteste und schnellste Verbindung: die Autobahn.

Die nächsten 140 km bis Malmö fahren wir flott und ohne nennenswerte Störungen. Das Wetter ist uns hold, die Sonne scheint kräftig und der Weg zur Öresundbrücke ist leicht gefunden, denn die Autobahn führt direkt dorthin. Da es sich dabei streckenweise gleichzeitig um die Umgehung von Malmö handelt, wird es auch merklich voller, ein richtiger Stau wird jedoch nie daraus und bis zur Brücke löst sich der Verkehr weitestgehend wieder auf.

Als wir auf die Ticketstation für die Brückenmaut zufahren, kommt es gleich zu einer Verwirrung: Da ich mit der Kreditkarte zahlen möchte, wähle ich einen der Schalter mit dem entsprechenden Symbol (blaues Schild).

Mir fällt zwar auf, dass kein Motorrad abgebildet ist, ich gehe aber davon aus, dass wir – wie so häufig – mit den PKWs in einen Topf geworfen werden. Ein eilig herbeilaufendes Mitglied des Brückenpersonals belehrt mich aber eines Besseren: Die Kartenterminals funktionieren vollautomatisch und Tickets für Motorräder sind hier nicht vorgesehen. Wir hätten uns am Schalter für manuelles Zahlen anstellen müssen (senfgelbe Schilder). Freundlicherweise öffnet er aber für uns die Kasse des Schalters (die gibt es offensichtlich also auch) und gibt uns unsere Tickets (via Kreditkarte). Das fanden wir sehr nett!

Es war zum Glück auch nichts los auf der Brücke – wie chaotisch dieses Missverständnis hätte ausgehen können, wenn sich hinter uns eine Schlange von Autos befunden hätte, möchte ich mir gar nicht vorstellen. Wieviel die Benutzung der Brücke nun genau gekostet hat und was es für uns Motorradfahrer sonst noch zu beachten gibt, könnt ihr hier nachlesen: Die Öresundbrücke – schnelle Verbindung, grandioser Blick.

Dänemark die Zweite

Die Überfahrt über die Öresundbrücke ist toll und unbedingt empfehlenswert! Es ist schon ein besonderes Gefühl, minutenlang über offenes Meer zu fahren und dabei Schiffe und Möwen beobachten zu können. Gegen Ende erwartet uns jedoch eine kleine Enttäuschung: Ein breiter, sehr gut beleuchteter Tunnel führt uns nach unten – und als wir wieder an die Oberfläche kommen, liegt Kopenhagen bereits nahezu vollständig hinter uns. Nix also mit einem kurzen Blick auf das Zentrum von Dänemarks Hauptstadt.

Egal, wenigstens kommen wir schnell voran. So langsam knurrt uns auch der Magen, also machen wir kurz hinter Kopenhagen an einer erstaunlich adretten Autobahnraststätte Halt, tanken und gönnen uns ein letztes Mahl in Skandinavien – stilecht mit Burger und Pommes. Daheim muss ich unbedingt wieder auf weniger fettreiches Essen umsteigen. Eines der ewigen Mysterien des Motorradurlaubes ist es, dass keine Kalorie hängen bleibt, egal, wieviel man schlemmt. Für Zuhause gilt das ja leider nicht …

Nach der Pause durchqueren wir den restlichen Teil Dänemarks ebenfalls schnell und ohne Zwischenfälle. Die Autobahnen sind sehr gut beschildert, die anderen Fahrzeuge skandinavisch-zurückhaltend (mir graut es schon vor den ungestümen Zuständen auf deutschen Straßen …) und das Wetter perfekt. Wir legen noch einen letzten Stopp bei Farø ein, bewundern die Brückenbaukunst der Dänen und erreichen schließlich am frühen Nachmittag Rødbyhavn. Der Augenblick des endgültigen Abschieds naht…

Farvel Dänemark – hallo Deutschland!

Wie die Überfahrt mit der Fähre Rødbyhavn – Puttgarden vonstattengeht und was es dabei zu beachten gibt, könnt ihr hier im Detail lesen. Ich weiß noch, dass das Wetter, mit dem uns das deutsche Ufer begrüßt, prima zu meiner Stimmung passt: es regnet.

Irgendwie ist es schon sehr ironisch. Da fährt man in Länder, die für ihr schlechtes Wetter und ihre hohe Regenwahrscheinlichkeit berühmt sind, und hat an zehn von zwölf Tagen Hitze und Sonnenschein. Und kaum kommt man in die Heimat zurück, pladdert es. Im Juli. Ich will wieder nach Skandinavien!

Marvin zerrt mich von der Reling und hindert mich so am Zurückschwimmen, also landen wir schließlich doch nach einer kurzen, nassen und windigen Fahrt an unserem heutigen Übernachtungsplatz, dem Camping Blank-Eck nahe Heiligenhafen. Dort werden wir so freundlich begrüßt und bekommen so einen schönen Platz zugewiesen, dass mein mürrisches Gegrummel etwas leiser wird. Vollends versöhnt bin ich schließlich, als wir abends – nach einer ausgiebigen Dusche und einem kleinen Strandspaziergang – im campingplatzeigenen Restaurant ein nicht nur ausgesprochen wohlschmeckendes, sondern auch ein besonders günstiges Essen bekommen. Mit einem Salat! Gott, wie habe ich frisches Grünzeug vermisst. Es hat also doch seine Vorzüge, wieder in Deutschland zu sein.

Das letzte Stück zurück

Ehe wir am nächsten Tag Richtung Hamburg aufbrechen, bestehe ich noch auf einen kurzen Zwischenstopp in Heiligenhafen. Aus einem unerfindlichen Grund hat mich nämlich die Strickwut gepackt (die im Übrigen bis zum heutigen Tage andauert), also muss ich im dortigen Kaufhaus noch ein paar Knäuel Wolle und Stricknadeln kaufen. Ich stopfe alles in meinen Rucksack und los geht’s, ab nach Hamburg.

So lustig es klingen mag, aber die knapp 150 km auf der Autobahn von Heiligenhafen nach Hamburg stellen sich tatsächlich als die schwierigste und anstrengendste Etappe des gesamten Urlaubs heraus. Es windet wie verrückt (es ist der Tag, an dem in Deutschland so einige Masten umkippen und diverse Dachabdeckungen vom Sturm heruntergeblasen werden) und ich stehe Höllenängste durch. Wenig tapfer, dafür mit jeder Minute verzweifelter klammere ich mich an den Lenker und hoffe inständig, nicht umgepustet zu werden. Marvin fragt mich, ob ich nicht lieber auf die Landstraße wechseln möchte, aber auf der mehrspurigen Autobahn fühle ich mich tatsächlich noch etwas sicherer. Hier hat man wenigstens Platz, um auszuweichen. Und die anderen Fahrzeuge sind vom anhaltenden Sturm genauso eingeschüchtert und fahren ebenfalls entsprechend zurückhaltend.

Endlich erreichen wir Hamburg und der Wind wird durch die hohen Häuser etwas abgemildert. Ich schlage drei Kreuze, als wir in Hamburg-Altona ankommen und uns in die Warteschlange für den Autozug einreihen können. Oder besser gesagt, eben jene Warteschlange eröffnen. Wir sind nämlich die Ersten.

Macht uns aber nix, lieber zu früh, als zu spät. Auf eine längere Wartezeit haben wir uns ja eingestellt. Wir suchen uns also einen gemütlichen und sauberen Platz – der Bahnhof Hamburg-Altona hat so etwas tatsächlich zu bieten – lesen, stricken, essen und trinken. Und lernen bei der Gelegenheit zudem noch eine total nette Grazer Motorradfahrerin kennen, die auch gerade von einem Urlaub in Skandinavien zurückgekommen ist und auf ihren Autozug nach Wien wartet.

Die Zeit bis zur Abfahrt vergeht also schnell. Und diesmal haben wir auch etwas mehr Glück mit unseren Abteilgenossen: Der unvermeidliche Schnarcher ist zwar wieder mit von der Partie – aber wenigstens röchelt dieser nicht ganz so laut wie der auf der Hinreise…

Fazit

Der Urlaub in Norwegen und Schweden war der schönste Urlaub, den ich jemals mit dem Motorrad erlebt habe. Es hat irgendwie alles gepasst, das Wetter, die Landschaft, die Routenführung und die Menschen, denen wir begegnet sind.

Während ich in den vergangenen Wochen die Artikel für diesen Reisebericht geschrieben habe, konnte ich den Urlaub noch einmal Tag für Tag nacherleben – und mit einer Mischung aus Wehmut und Glück an diese wunderbare Zeit zurückdenken.

Ich kann jedem eine Reise in diese Länder nur empfehlen. Und traut euch ruhig, es mit dem Motorrad und dem Zelt anzugehen. Klar, natürlich muss man mit schlechtem Wetter rechnen. Aber das muss man wohl überall. Selbst im August in Italien bin ich trotz Regenkombi schon bis auf die Knochen nass geworden. Mit der richtigen Ausrüstung und der richtigen inneren Einstellung ist ein Motorradurlaub in Skandinavien nicht nur kein Problem, sondern ganz bestimmt ein unvergessliches Erlebnis!

Anja, im Dezember 2015

Datum: 7. und 8. Juli 2015
Schwierigkeitsgrad: einfach – so ziemlich alles ist Autobahn
Dauer: Markaryd – Heiligenhafen 375 km, ca. 6 – 7 h mit Pausen und Fähre;  bis Hamburg dann noch 150 km Autobahn – wenn nicht gerade ein Jahrhundert-Sturm bläst, geht das schnell 🙂

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Elchsafari in Markaryd – Jurassic Park lässt grüßen https://www.in-fremden-gefilden.de/reisen/skandinavien/elchsafari-in-markaryd-jurassic-park-laesst-gruessen/ https://www.in-fremden-gefilden.de/reisen/skandinavien/elchsafari-in-markaryd-jurassic-park-laesst-gruessen/#comments Sun, 29 Nov 2015 16:17:15 +0000 https://www.in-fremden-gefilden.de/?p=1958 Wir befinden uns schon wieder recht weit im Süden Schwedens, es naht nun immer mehr das Ende unserer Skandinavien-Tour. Und was haben wir nicht alles erlebt: Von abenteuerlichen […]

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Wir befinden uns schon wieder recht weit im Süden Schwedens, es naht nun immer mehr das Ende unserer Skandinavien-Tour. Und was haben wir nicht alles erlebt: Von abenteuerlichen Mondlandschaften im Süden Norwegens über die arktische Hardangervidda bis hin zum waldigen Niemandsland in Schweden. Eines ist uns dabei aber trotz aller Hoffnungen nicht begegnet: der Elch. „Irgendwo müssen sich die nordischen Kühe doch verstecken!“, denken wir uns – und wissen auch, wo: in einem Elchpark!

Vor uns liegt die Elchsafari Smålandet in Markaryd – ein Park, der gleich durch zwei Besonderheiten hervorsticht: Erstens durch den direkten Kontakt mit den Elchen – ganz ohne störenden Zaun – und zweitens durch die Möglichkeit, die Safari mit dem eigenen PKW anzutreten. Dass dabei schon einmal ein riesiger Elchkopf ins Seitenfenster hereinlugt und sich füttern lässt, soll keine Seltenheit sein. Da uns die Begegnung mit einem vierbeinigen Riesen per Motorrad aber etwas arg einschüchternd erscheint (und, wie wir später herausfinden, auch gar nicht erlaubt gewesen wäre), entscheiden wir uns schon vorab lieber für eine bequeme Kutschierfahrt im Safarizug.

Elchpark Markaryd: Ab in die Wildnis

Der Elchpark selbst befindet sich ein wenig außerhalb von Markaryd und ist leider nicht immer offensichtlich ausgeschildert. Glücklicherweise liegen in unserem Campingplatz reichlich Prospekte aus, die praktischerweise auch eine nett skizzierte Karte beinhalten. Da wir nicht den ganzen Tag mit Helmen herumlaufen wollen, lassen wir diese im Zelt zurück und gehen zu Fuß. Nach guten 45 Minuten Laufweg durch Dorf (eine Stadt ist Markaryd nun wirklich nicht) und Land taucht der Elchpark Smålandet dann ohne viel Tamtam an der Straßenseite auf. Tatsächlich wirkt das ganze auf den ersten Blick fast eher wie ein Bauernhof – allerdings ein sehr hübscher, mit Café, Souvenirshop und in klassischem schwedenrot.

Weil die Züge nur zu festgelegten Tageszeiten fahren, huschen wir schnell in den Ticketshop und holen uns unsere Fahrkarten, um den nächsten Abfahrtstermin zu nicht zu verpassen. Direkt um die Ecke steht sie dann auch schon: Die Safarilokomotive in all ihrer Pracht. Naja, eigentlich eher eine Art Lokomativenauto mit drei Anhängern, in denen jeweils um die 20 Leute gemütlich Platz nehmen können. Vor der Abfahrt wird jedem noch ein Birkenstrauch in die Hand gedrückt (eine für Elche wohl besonders leckere Baumart, die sonst im ganzen Park nicht vorkommt) und los geht’s.

Wir passieren ein eindrucksvolles Tor, das sofort Erinnerungen an Jurassic Park weckt, und fahren in das urwaldartige Gehege ein – passend kommentiert von unserem Fahrer, der sowohl in Schwedisch als auch Englisch scherzhaft das Verlassen der bekannten Zivilisation verkündet.

Das Symbol zur Infobox

Planung zahlt sich aus

Idealerweise sollte man sich vorher auf der Webseite informieren, wie die Abfahrtszeiten des Safarizuges in der aktuellen Saison sind, um möglichst direkt einsteigen zu können. In unserem Fall waren das 11.00, 12.00, 13.00, 14.00, 15.00 und 16.00 Uhr. Das ist aber beileibe nicht immer so, je weiter außerhalb der Hauptsaison, umso seltener fahren die Züge.

Unabhängig von der Saison gilt jedoch folgendes: Wer das meiste aus seinem Besuch herausholen möchte, nimmt am besten einen der früheren Termine – denn da haben sich die Elche von den rund 60 Birkensträuchern pro Tour noch nicht so sattgegessen und nähern sich bereitwilliger an. Hunger ist eben ein toller Motivator.

Die Könige des Waldes

Nach zahlreichen nervösen Blicken ins Gebüsch dauert es dann auch gar nicht lange bis zum großen Moment. Ein Elch! Auf der Lichtung! Ganz entspannt rührt sich ein Elchkalb rechts von uns und macht sich vor dem Waldhintergrund bemerkbar. Bei genauerem Hinsehen entdecken wir dann auch die Mutter, die durch ihre dunklere Farbe besser getarnt ist. Etwas angespornt vom Lokführer stehen beide müßig auf und torkeln geruhsam in Richtung des vorderen Teils der Lokomotive.

Während ebendieser in tiefste Bewunderung und „Ohhh“-Rufen versinkt, bekommen wir weiter hinten ein ganz anderes Spektakel geboten: Auf der gegenüberliegenden Seite des Waldes fällt uns in ca. 100 Metern Entfernung ein schwarzer Fleck auf, der merkwürdigerweise immer größer wird – und dabei direkt auf uns zukommt. Ehe wir uns versehen, steht ein wahrer Hüne von einem Elch direkt neben uns, lässt sich über sein nach Moschus duftendes und überraschend fettiges Fell streicheln und knabbert dabei genüsslich an unseren Birkenzweigen. Ein toller Moment! Später in unserer Tour begegnen wir noch zahlreichen weiteren, ebenso prächtigen Tieren, während die Lokomotive sehr langsam durch das weitläufige Gebiet zockelt und immer wieder anhält. Der Kürze halber wollen wir einfach mal unsere Bilder sprechen lassen:

Die Könige der Prärie

Nach einer Weile erreichen wir dann das zweite Highlight der Tour: Bisons! In einem separaten Gehege dreht die Lokomotive eine kleine Extrarunde zwischen den sanften Riesen – „Riese“ im wörtlichen Sinn, denn ein spezieller Bison hatte schätzungsweise die Größe von einem VW Golf. Sehr imponierend, aber aussteigen würden wir hier beim besten Willen nicht, sanft hin oder her. Nach dem Verlassen des Bisongeheges geht es schließlich noch einmal zurück in den Elchwald, woraufhin wir uns auch bald am Eingangstor wiederfinden.

Das Symbol zur Infobox

Tipp für Autofahrer

Wer mit dem PKW kommt, sollte seine Tour möglichst asynchron zur Lokomotive planen. Es gibt eben nur einen Weg durch den Park, und der wird oft vom häufig anhaltenden Lokführer belegt – sehr zur Leidwesen der drei Autos, die sich mittlerweile hinter uns gestaut haben.

Über Waffeln und Kniffel

Um den Tagestrip abzurunden, statten wir vor dem Heimweg noch schnell dem Café einen Besuch ab und lassen und ein paar Waffeln mit Sahne, Vanilleeis und Marmelade munden. Interessanterweise finden sich auch einige Elchspezialitäten im Angebot wieder. Da kann man ja fast ein schlechtes Gewissen bekommen.

Mit tollen Erinnerungen frisch im Gedächtnis machen wir uns schließlich auf den Heimweg. Die Elchsafari Smålandet in Markaryd ist unserer Meinung nach ein absolut empfehlenswertes Erlebnis. Hier sieht man die Elche nicht nur, man kommt ihnen nahe, füttert und streichelt sie in (relativ) freier Wildbahn so genau lange, wie die Elche eben Lust haben. Wenn man dabei noch einen sonnigen Tag erwischt, kann man hier wirklich nichts falsch machen.

Zurück am Campingplatz erleben wir noch eine große Überraschung: Ingrid und Werner (bekannt von unserer Übernachtung in Åmål) tauchen plötzlich völlig unerwartet auf. Dabei hatten wir die beiden zuletzt vor 400km gesehen! Wie sich herausstellt, klang unsere Idee mit dem Elchpark in ihren Ohren so verlockend, dass sie sich spontan entschlossen haben, einfach auch einen Abstecher nach Markaryd zu machen. Umso besser, somit ist gleich für ausreichend Abendunterhaltung gesorgt. Kniffel, Kniffel und nochmal Kniffel! Gemäß der heutigen Tierthematik leistet uns dabei auch noch die ein oder andere Ente Gesellschaft und trägt so zu dem gemütlichen Abschluss unseres letzten Tages in Skandinavien bei.

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Marstrand bis Markaryd – Auf zu Smålands Süd-Westen https://www.in-fremden-gefilden.de/reisen/skandinavien/marstrand-bis-markaryd-auf-zu-smalands-sued-westlichem-zipfel/ https://www.in-fremden-gefilden.de/reisen/skandinavien/marstrand-bis-markaryd-auf-zu-smalands-sued-westlichem-zipfel/#comments Tue, 24 Nov 2015 14:32:52 +0000 https://www.in-fremden-gefilden.de/?p=1782 Um es gleich einmal klarzustellen: schuld daran sind die Elche! Und zwar jene, welche sich in der freien Natur bisher nicht haben blicken lassen. Vor vielen Jahren war […]

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Um es gleich einmal klarzustellen: schuld daran sind die Elche! Und zwar jene, welche sich in der freien Natur bisher nicht haben blicken lassen.

Vor vielen Jahren war ich schon einmal in Skandinavien – und habe damals lediglich ein ausgestopftes Exemplar dieser Gattung im Foyer eines Campingplatzes zu Gesicht bekommen. Und auch dieses Mal verließen die sonst sicherlich sehr geselligen Tierchen den Straßenrand und versteckten sich im Wald, sobald sie uns in der Ferne haben kommen sehen. Da ich mir das aber schon gedacht habe, haben Marvin und ich bereits vor Beginn der Reise beschlossen, in Schweden einen Elchpark zu besuchen. Ausgewählt haben wir den Smålandet-Elchpark in Markaryd – und heute gilt es, von Marstrand aus dorthin zu gelangen.

Zur Auswahl stehen eine Route durchs Landesinnere oder aber die Strecke am Meer entlang. Weil wir für unseren Geschmack bisher etwas zu wenig Meer zu Gesicht bekommen haben, entscheiden wir uns für die Ufer-Route. Und dafür, keine Schnellstraßen oder Autobahnen zu benutzen – womit wir gleich zwei Fehler an einem Tag machen …

Das Lied von Hitze und Langeweile

Damit ist eigentlich schon alles gesagt: Es ist heiß. Und langweilig.

Tatsächlich ist die einzige Abwechslung, die unsere Route zu bieten hat, die unerwartete Überquerung eines Flussarmes via (kostenloser) Fähre bei Kornhall nahe Marstrand. Ein klein wenig Aufregung macht sich noch breit, als wir beim Durchfahren von Göteborg eine falsche Abfahrt erwischen – doch das war es dann auch schon mit interessanten Begebenheiten auf dieser Tagesetappe.

Die übrige Zeit leiden wir sowohl unter der Hitze als auch unter der faden Umgebung. Ich möchte jetzt nicht unfair sein, ist man zum Beispiel mit dem Fahrrad oder als Badegast in der Gegend zu Besuch, so ist es sicherlich sehr schön hier. Aber für Motorradfahrer sind wie mit dem Lineal gezogene Straßen und eine über Stunden hinweg gleichbleibende und eher eintönige Landschaft tatsächlich kein Highlight.

Über die Autobahn hätten wir diese knapp 250 km wohl in der Hälfte der Zeit geschafft, so aber brauchen wir mehr als fünf Stunden dafür, weil die zahlreichen auf der Strecke liegenden Kleinstädte beim Durchfahren viel Zeit kosten. Zwar sind diese durchwegs nett anzusehen, gleichen sich jedoch wie ein Ei dem anderen. Wir empfehlen daher, lieber die schnelle (Autobahn-)Variante zu wählen und ggf. einen kurzen Abstecher z.B. nach Kungsbacka zu machen, um dort einen Mittagssnack zu essen oder sich ein Eis zu gönnen. Und dann wieder zurück auf die Autobahn …

Juchhu, Seen! Und Wälder!

Als wir gegen Nachmittag endlich das Meer verlassen und Richtung Landesinnere abbiegen, zieren nach kurzer Zeit viele kleine Seen und Wälder den Straßenrand und erfrischen das Auge. Das lässt uns vermuten, dass die Inland-Strecke wohl die bessere Alternative gewesen wäre – beschwören können wir das jedoch nicht.

Wir sind jedenfalls froh, diese Etappe endlich hinter uns gebracht zu haben, während wir in den für heute (und morgen) ausgewählten Campingplatz einfahren. Dieser liegt sehr idyllisch an einem kleinen (Bade-)See mitten in Markaryd. Zahlreiche, sehr zutrauliche Enten umschwärmen bald unser Zelt und entlocken uns mehr als nur ein Lächeln, unseren gesamten Keksvorrat werden wir auch los. All das entschädigt uns letztendlich doch noch reichlich für die heute durchgestandene Langeweile.

Routenüberblick

Datum: 5. Juli 2015
Schwierigkeitsgrad: extrem einfach
Dauer: 250 km, ca. 5 h – speziell die vielen kleinen Ortschaften halten auf
Eindrücke: Laaangweilig! Vielleicht hatten wir aber auch nur einen schlechten Tag 😉

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Åmål bis Marstrand – Von Seglern und Schären https://www.in-fremden-gefilden.de/reisen/skandinavien/amal-bis-marstrand-von-seglern-und-schaeren/ https://www.in-fremden-gefilden.de/reisen/skandinavien/amal-bis-marstrand-von-seglern-und-schaeren/#comments Sun, 15 Nov 2015 10:44:57 +0000 https://www.in-fremden-gefilden.de/?p=1710 Nach der außergewöhnlich schönen Landschaft Norwegens empfinden wir das, was wir von Schweden bisher zu sehen bekommen haben, als tendenziell langweilig. Was natürlich unfair ist, denn auch diese […]

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Nach der außergewöhnlich schönen Landschaft Norwegens empfinden wir das, was wir von Schweden bisher zu sehen bekommen haben, als tendenziell langweilig. Was natürlich unfair ist, denn auch diese Gegend bietet sehr viele außerordentlich reizvolle Ausblicke – nur sind diese eben nicht so spektakulär wie in Norwegen. Es ist nun einmal schwer, mit dem König der Naturwunder mitzuhalten. Wer sich Schweden also nicht verderben möchte, sollte seine Erwartungen entsprechend anpassen – oder aber seine Reiseroute so planen, dass sie zuerst durch Schweden und dann erst durch Norwegen führt.

Nun, wir befinden uns noch in der Enttäuschungsphase und machen uns heute gar nicht erst die Mühe, nach kleinen Nebenstraßen zu suchen, sondern wählen die direkteste Route nach Süden, die Schnellstraße E45 Richtung Trollhättan (was für ein Name – großartig^^).

Die Straße hält, was sie verspricht (Schnelligkeit), und sie ist stark befahren. Die Zurückhaltung der Skandinavier macht sich aber auch hier bemerkbar, zu keiner Zeit fühlen wir uns von den anderen Fahrzeugen bedrängt. Störungsfrei gleiten wir bei ausgezeichnetem Wetter vorbei an Wäldern und Wiesen, immer wieder blitzt das Wasser des Vänerns links von uns durch, und die für Schweden so typischen roten Holzhäuser sind dekorativ in der Landschaft verteilt. Hm. Vielleicht ist es ja doch nicht so langweilig hier?

Ein Abstecher, der sich gelohnt hat

Ungefähr auf der Höhe von Trollhättan beschließen wir daher bei einer Tankpause, es doch noch einmal mit kleinen Nebenstraßen zu versuchen, und biegen auf gut Glück in die Pampa ab. Was für eine gute Entscheidung! Sofort macht das Fahren wieder Spaß. Zwar gibt es auch hier keine spektakulären Aussichten, dafür aber sanfte Hügel, urwüchsige Wälder, dazwischen gestreute Seen und Wiesen sowie malerische Bauernhöfe, drapiert an schmalen, kaum befahrenen und wenigstens ab und zu mal kurvigen Straßen. Sehr schön! Vor lauter Freude vergessen wir prompt das Fotografieren – hier daher, für einen kleinen Eindruck – die Google-Street-View:

Erst in der Nähe der Küste wird der Baumbewuchs dünner und die Straßen erneut schnurgerade. Da es inzwischen aber schon wieder sehr heiß ist, freuen wir uns nun hauptsächlich aufs Ankommen. Wir haben Marstrand lediglich aufgrund der Bilder von Google Maps als Ziel auserkoren, haben also im Grunde keine Ahnung, was uns genau erwartet. Schären, wie wir hoffen. Und ein wenig Ruhe und Entspannung am hoffentlich nicht allzu überfüllten Strand.

Nun ja … aber lest selbst.

Jubel, Trubel, Heiterkeit

Marstrand verteilt sich auf zwei Schäreninseln (Koö und Marstrandsö), ungefähr 40 km nördlich von Göteborg. Der ältere Bereich der Stadt samt der prägnanten Festung Carlsen befindet sich auf der autofreien Marstrandsö und ist nur per Fähre erreichbar. Unser Campingplatz wiederum liegt auf Koö, ein paar hundert Meter östlich des Stadtrandes, inmitten eines idyllischen Tales zwischen Schärenfelsen.

Schon auf dem Weg fällt uns auf, dass die einzige dorthin führende Straße zunehmend bevölkert ist. Kurz vor der Brücke nach Koö artet das fast in einen Stau aus, wir kommen nur noch langsam voran. Da heute jedoch Samstag und das Wetter badetauglich ist, denken wir uns noch nichts dabei. Auch die Schweden verbringen schöne Wochenenden schließlich gerne am Meer. Etwas mulmig ist mir zwar bezüglich des Campingplatzes, doch als wir einige Minuten später dort ankommen, ist noch genug Platz für uns – auch wenn der ausgewiesene Zeltbereich im Vergleich zum restlichen Campingplatz eher klein ist. Stellplätze für Wohnmobile und Caravans sind hier eindeutig in der Überzahl.

Wir schmeißen das Gepäck ab, errichten unser Lager, duschen und machen uns schließlich auf zu unserer Entdeckungstour. Ein kurzer Abstecher zum campingplatzeigenen Schärenstrand ist eher enttäuschend. Zwar ist die Bucht sehr schön, doch das in einer Ecke eingeleitete Schmutzwasser nimmt uns jegliche Lust, hier zu baden. Im Gegensatz zu einigen anderen Gästen, darunter auch Kinder, die das weniger zu stören scheint …

Nun, wir verzichten dankend, wandern lieber eine Weile auf den Felsen herum und entdecken dabei einige sehr schöne Aussichtspunkte. Als wir uns schließlich an den Schären sattgesehen haben und dafür unsere Mägen (speziell meiner) immer lauter zu knurren anfangen, ändern wir die Richtung und marschieren los in Richtung Stadt. Weit ist es ja nicht vom Campingplatz aus.

Kurz vor den ersten Häusern passieren wir einen riesigen, vollkommen mit Autos zugestellten Parkplatz. So langsam dämmert es uns, dass wir hier wohl kein einsames Fischerdörfchen vorfinden werden. Und tatsächlich: Je näher wir zum Hafen kommen, umso mehr nimmt der Trubel zu, überall sieht man Menschengrüppchen und die Fähre nach Marstrandsö verkehrt heute sogar völlig kostenlos. Was ist da los? Auf der anderen Seite des Ufers entdecken wir endlich den Grund: Heute ist der erste Tag der Segelregatta Match Cup Sweden – und der wird kräftig gefeiert.

Nun, nicht ganz das, was wir erwartet haben, aber was soll’s, interessant ist es allemal! An allen Ecken spielt Musik – teilweise live, teilweise aus den Lautsprechern der zahlreich vor Anker liegenden Boote -, der appetitanregende Duft gegrillten Fleisches wabert durch die Luft und gut gelaunte sowie knapp gekleidete Schweden und Schwedinnen flanieren durch die Straßen.

Recht bald wird es uns aber zu viel (besser gesagt: mir – scheinbar habe ich heute meinen Ich-will-Kekse-und-ansonsten-meine-Ruhe-Tag) und wir starten einen letzten Versuch, dem Gewühl etwas zu entgehen. Hoffnungsvoll schlagen wir uns in die relativ steil nach oben führenden Gassen Richtung Festung Carlsen. Nachdem wir es aber auch nach mehrmaligem Richtungswechsel nicht schaffen, den Eingang zur Burg zu finden, habe ich endgültig keine Lust mehr. Ich will etwas essen, und zwar sofort! Ich ignoriere Marvins Behauptungen, das Burgtor läge in Sichtweite vor uns, zerre ihn ungeachtet seiner beharrlichen Proteste zurück zum Hafen – und endlich bekommt mein Magen, was er schon die ganze Zeit will: vitaminreiche und kalorienarme (oder war das umgekehrt?) Burger mit Pommes!

Was wäre Schweden ohne ABBA…

Jetzt bin ich vollgefressen, zufrieden – und des ganzen Wirbels um uns herum endgültig überdrüssig. Marvin hat sich ebenfalls sattgesehen (oder es aufgegeben, mich noch zu etwas anderem überreden zu wollen), daher schlurfen wir zurück in Richtung Campingplatz und freuen uns auf einen ruhigen, gemütlichen Kniffel-Abend (und ein paar Kekse).

Tja – Pustekuchen. Dort angekommen müssen wir nämlich entsetzt feststellen, dass die Festlichkeiten hier beileibe nicht enden: Das wohlmeinende Campingplatzteam hat eine Zwei-Mann-Band engagiert, die ihre Soundanlage während unserer Abwesenheit direkt neben der Zeltwiese (wo auch sonst) aufgebaut hat – und uns nun enthusiastisch und lautstark mit alten ABBA-Songs beglückt.

Zum Glück mag ich deren Musik.

Und zum Glück endet sie pünktlich um 23 Uhr … 🙂

Routenüberblick

Datum: 4. Juli 2015
Schwierigkeitsgrad: einfach – fahrtechnisch streckenweise eher langweilig
Dauer: 175 km, ca. 2h 45min
Eindrücke: Inland landschaftlich schön, aber erst am Meer so richtig toll (Schären!)

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Eda bis Åmål – Von Wäldern, Seen und roten Häusern https://www.in-fremden-gefilden.de/reisen/skandinavien/eda-bis-amal-von-waeldern-seen-und-roten-haeusern/ https://www.in-fremden-gefilden.de/reisen/skandinavien/eda-bis-amal-von-waeldern-seen-und-roten-haeusern/#respond Sun, 08 Nov 2015 09:57:27 +0000 https://www.in-fremden-gefilden.de/?p=1823 Norwegen ade, hallo Schweden! Nach ganzen sechs Tagen atemberaubender Motorradfahrt überfuhren wir gestern endlich wieder die Grenze in ein neues, unbekanntes Land! Nun ja, zumindest in meinem Fall, […]

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Norwegen ade, hallo Schweden! Nach ganzen sechs Tagen atemberaubender Motorradfahrt überfuhren wir gestern endlich wieder die Grenze in ein neues, unbekanntes Land! Nun ja, zumindest in meinem Fall, da Anja schon einmal mit dem Wohnmobil in Schweden zu Gast war – wenn auch vor über 10 Jahren. Insofern sind wir heute beide gespannt, was das Land der Elche und tausend Seen für Motorradfahrer zu bieten hat.

Zu unserem „Glück“ belächelt uns dabei die Sonne weiterhin herzlich mit gleißendem Licht, das uns ohne jede Wolke als Filter auf den Kopf brennt. Aber gut, wo wir am Anfang der Reise noch über Regen, Nebel und Kälte geklagt haben, wollen wir jetzt nicht undankbar sein. Zudem ist heute tatsächlich der erste Tag seit langem, an dem es uns eher nach Süden als Osten zieht und wir somit nicht ununterbrochen in die blendende Morgensonne am Horizont schauen müssen.

Also auf aufs Motorrad und los geht’s: Von Eda schlagen wir uns zunächst südöstlich nach Arvika durch, woraufhin wir westlich in ein sehr seenreiches Gebiet abbiegen (wobei man hier wenig falsch machen kann, tatsächlich ist das Land mit Seen durchlöchert wie Schweizer Käse). Unsere Fahrt ist hier vor allem von einem geprägt: Wald. Unendlich viele Bäume, wohin das Auge auch schaut. Auf der einen oder anderen Lichtung blitzen auch die versprochenen Seen hervor, jedoch etwas seltener als wir es uns vielleicht gewünscht hatten.

Der Ritt durch einsame Wälder

Anja quittiert die ewige Naturszenerie dabei sehr treffend als „inflationäre Idylle“ – etwas, bei dem ich ihr nach einigen Stunden immer gleichbleibendem Ausblick wirklich beipflichten muss. Wo Norwegen noch aus 1/3 Fels, 1/3 Wald und 1/3 Wasser bestand, scheint Schweden eher aus 2/3 Wald und 1/3 Wasser zu bestehen – krasse Fjorde, Felsformationen oder überhaupt so etwas wie einen größeren Berg sucht man hier vergebens.

Trotzdem hat der Weg nach Süden seine ganz eigenen Reize: Regelmäßig treffen wir nun auf das berühmte Schwedenrot, das von großen Scheunen bis zu kleinen Bushaltestellenhäuschen überall Verwendung findet. Die Straßen sind breit gebaut und verleihen der Gegend ein unverkennbares Gefühl von Weite, das zudem durch die relative Einsamkeit nur noch gesteigert wird. Schnell denkt man, fernab jeglicher Zivilisation durch uralte Waldgebiete voller Wildleben zu fahren – ein Eindruck, der sicherlich auch nicht weit entfernt von der Realität liegt.

Kurzer Snack und Weiterfahrt im Nirgendwo

Etwas ermüdet und mit lauter Bäumen vor Augen treffen wir ungefähr in der Mitte der heutigen Strecke doch noch unerwartet auf Menschen: Die Hauptstraße in Årjäng zwingt ins direkt durch das Zentrum der Wildkolonie… äh Stadt, und macht uns dabei auf ein nettes kleines Café aufmerksam, in dem reger Betrieb herrscht. „Die Gelegenheit muss man beim Schopfe packen!“ denken wir uns in Ermangelung bisheriger Essgelegenheiten, sodass wir uns alsbald wohltemperierte Luft zu etwas Cola und Kuchen über die Nasen wehen lassen.

Nach der wohlverdienten Stärkung geht es weiter Richtung Süden. Hier macht die zweite Hälfte der Strecke der ersten alle Ehre: wieder Wald, wieder Seen, wieder viel Isolation. Selbst durch die etwas größere Siedlung Bengtsfors fährt man nur am Rande, sodass man die Natur in vollen Zügen genießen kann bzw. muss. Das mag für viele den Reiz einer gemütlichen Motorradfahrt ausmachen, nach dem bildgewaltigen Norwegen erscheint uns die immer gleiche Szenerie aber doch etwas abwechslungsarm.

Ankunft in Åmål

Dank der Kürze der heutigen Tour kommen wir schließlich relativ früh am Nachmittag in Åmål an und finden ohne Mühe den gut ausgeschilderten Campingplatz. Dieser liegt beschaulich am Vänern, hat einen Badestrand und bietet sogar ein paar Plätze auf Hügeln, die zu diesen Zeitpunkt praktischerweise auch noch alle frei sind. Puh, noch einmal Glück gehabt, denn wirklich recherchiert haben wir für die heutige Übernachtung eigentlich überhaupt nicht.

Am Abend lernen wir dann noch ein sehr nettes deutsches Paar kennen, das mit ihrem VW-Minibus direkt neben uns campt und sich gerade auf dem Rückweg vom Nordkap befindet – letzteres scheint nicht nur eine sehr kalte, sondern wohl auch sehr teure Angelegenheit zu seint, die selbst die Preise von Bergen in den Schatten stellt. Als wir nach Würfeln fragen (unsere haben wir, wie wir an dem Abend merken, daheim vergessen), stellt sich zudem heraus, dass die beiden riesige Kniffel-Fans sind! So verbringen wir den Abend entspannt mit Spielen, dem Blick auf den See (oder auf das Süßwasser-Meer, je nachdem, wie man die gewaltige Größe des Vänern auffasst) und – im Gegensatz zum Großteil des Tages – in guter Gesellschaft von Menschen.

Routenüberblick

Datum: 3. Juli 2015
Schwierigkeitsgrad: simpel
Dauer: 175 km, ca. 2-3 h – Viele gerade Straßen ermöglichen zügiges Vorankommen
Eindrücke: Waldig, deutlich flacher als Norwegen, ab und an Seen, kaum Häuser

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Wie war das mit der Hitze Italiens? Wollten wir ihr nicht entfliehen und haben deswegen ein nördliches Urlaubsziel gewählt? Nun, scheinbar hat uns das nichts genützt, denn bereits kurz nach dem Frühstück erreichen die Temperaturen schon fast wieder die 30-Grad-Grenze.

Weil wir jetzt auch schon kräftig schwitzen, planen wir unsere Route kurzfristig um. Ursprünglich wollten wir bis nach Torsby (ca. 350 km entfernt), suchen jetzt aber auf der Karte nach einem etwas näher gelegenen Ziel in Schweden – und wählen schließlich Charlottenberg aus. Dort sind gleich mehrere Campingplätze eingezeichnet, einer davon wird uns doch wohl hoffentlich aufnehmen!

Ehe es noch heißer wird, packen wir unsere Sachen und düsen los. Weiter geht’s Richtung Süden, über die von der norwegischen Tourismusindustrie übrigens als Abenteuerstraße bezeichnete Strecke. Sie schlängelt sich idyllisch durch ein Flusstal, der Zustand ist durchgehend gut bis sehr gut und wir kommen entsprechend zügig voran.

Begegnung der östlichen Art

Knapp 50 km nach Gol steht eine große Bärenfigur neben einem Einkaufscenter, hier um die Ecke befindet sich der Eingang zum Bärenpark Bjørneparken. Wir halten am Straßenrand und beratschlagen, ob wir nicht Zeit für einen Besuch haben, entscheiden uns dann aber doch dagegen. Das passt nicht mehr in den Tagesplan. Nur schnell durch den Park hetzen will man ja auch nicht – und mehr wäre leider nicht drin. Also weiter!

Wir sind gerade im Begriff, wieder Gas zu geben, als Marvin ein seltsames Schauspiel rechts im Hintergrund bemerkt: Viele kleine Figuren wuseln durch etwas Lilafarbenes. Was ist da los?

Neugierig geworden lenken wir unsere Motorräder dorthin – und erkennen, dass es sich dabei um eine Horde asiatischer Touristen handelt, die sich begeistert gegenseitig in einem Feld blühender Lupinen ablichtet. Wir steigen von den Mopeds ab, stellen uns unauffällig zwischen die Blumen und beobachten leicht belustigt das muntere Treiben.

Als wir ein paar Minuten später wieder zu unseren Bikes zurückkehren, müssen wir feststellen, dass einige der Touristen diese schon als neues Fotomotiv in Beschlag genommen haben. Fröhlich und völlig ohne Scheu begrüßen sie uns und knipsen weiter. Unter viel Lachen und Hallo traut sich einer von ihnen sogar, Marvins Helm aufzusetzen, um sich besonders heldenhaft in Pose zu werfen. Ein ausgesprochen nettes Zwischenspiel :-).

Sonnenbrand und rote Augen

Mit einem breiten Grinsen im Gesicht fahren wir schließlich weiter. Die Landschaft wird nun zunehmend flacher und weitläufiger, die Straßen entsprechend gerader und breiter. Weil weder Bäume noch Felsen Schatten spenden, schwitzen wir immer mehr und Marvin hat zu allem Überfluss auch noch einen kräftigen Sonnenbrand auf der Nase. Bei unserer nächsten Tankpause kaufen wir daher eine Sonnencreme (die hatten wir nämlich nicht eingepackt – wozu auch^^), und verteilen sie großzügig in unseren Gesichtern.

In Marvins Fall wohl etwas zu großzügig, denn eine halbe Stunde später müssen wir einen Not-Stopp einlegen, weil ihm die Creme in die Augen geflossen ist, höllisch brennt und er kaum noch etwas sehen kann. Glücklicherweise habe ich meine Augentropfen parat (die habe ich immer dabei, weil die leichte Zugluft im Helm meine Augen gerne austrocknet) und er kann seine Augen damit spülen. Ein paar Minuten später ist – von einer deutlichen Rötung der Augen abgesehen – alles wieder in Ordnung. Gott sei Dank!

Abgesehen von dieser eher nicht so schönen Unterbrechung verläuft der Rest der Etappe störungsfrei. Für eine ganze Weile fahren wir relativ nah zu Oslo, weshalb die Verkehrsdichte auch deutlich zunimmt und die Umgebung zudem etwas an Reiz verliert. Weil wir jetzt aber weniger Wert auf landschaftliche Schönheit, sondern eher auf den kürzesten Weg legen, stört uns das nicht. Wir kommen trotz der vielen Autos sehr gut voran. Allerdings sind wir froh um unser Navi – ohne dessen hilfreiche Richtungshinweise wären wir in den zahlreichen Kreisverkehren auf der Strecke wahrscheinlich hoffnungslos verloren gewesen.

Bereits am frühen Nachmittag überqueren wir die norwegisch-schwedische Grenze – fast ohne es zu merken, Grenzkontrollen finden nämlich keine statt. Wechselstuben oder schwedische Geldautomaten finden wir ebenso wenig, weshalb wir froh sind, bereits vor der Abreise ein paar schwedische Kronen besorgt zu haben. Auch wenn man in Skandinavien so ziemlich alles mit Kreditkarte zahlen kann, fühlen wir uns mit etwas Bargeld im Rucksack doch wohler.

Der erste von uns angepeilte Campingplatz liegt bei Eda, kurz hinter Charlottenberg – und ist so schön, dass wir gar nicht weiter suchen, sondern gleich hier unser Nachtlager aufschlagen. Man begrüßt uns ausgesprochen freundlich und freie Plätze gibt es auch genug. Beim Check-in fällt sofort auf, dass es hier deutlich billiger ist als in Norwegen – daher wohl auch viele Norweger unter den Campinggästen.

Wir suchen uns ein schattiges Plätzchen am See und genießen hinterher ein (günstiges) Abendessen mit schöner Aussicht im platzeigenen Restaurant. Baden könnte man auch, aber eine erfrischende Dusche und gekühlte Getränke reichen uns. Während der Tag ausklingt, sitzen wir lieber bei guten Büchern und milder Abendluft am Ufer – völlig mückenfrei übrigens, entgegen anderslautender Prognosen unserer ewig pessimistischen Freunde 😉

Routenüberblick

Datum: 2. Juli 2015
Schwierigkeitsgrad: einfach, in der Nähe von Oslo etwas dichterer Verkehr
Dauer: 320 km, ca. 5 h
Eindrücke: nicht so toll wie die Hardangervidda, aber trotzdem schön 🙂

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Bergen bis Gol – Quer über die Hardangervidda https://www.in-fremden-gefilden.de/reisen/skandinavien/bergen-bis-gol-quer-ueber-die-hardangervidda/ https://www.in-fremden-gefilden.de/reisen/skandinavien/bergen-bis-gol-quer-ueber-die-hardangervidda/#respond Wed, 14 Oct 2015 11:35:41 +0000 https://www.in-fremden-gefilden.de/?p=1341 „Holla, das sieht ja gleich ganz anders aus!“, entfährt es mir, als Marvin und ich nicht lange nach unserem frühmorgendlichen Aufbruch in Espeland erneut den Hardanger Fjord erreichen. […]

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„Holla, das sieht ja gleich ganz anders aus!“, entfährt es mir, als Marvin und ich nicht lange nach unserem frühmorgendlichen Aufbruch in Espeland erneut den Hardanger Fjord erreichen. Denn im Gegensatz zu unserer Herfahrt vor zwei Tagen ist es heute trocken und nur mäßig bewölkt – was die Aussicht gleich merklich verbessert.

Glücklich darüber, dass uns das Wetter weiterhin wohlgesonnen ist, folgen wir der Straße Nr. 7, die sich am nördlichen Rand des Fjords entlangschlängelt. Der Straßenzustand ist zumeist gut, der Ausblick herrlich und der Verkehr mäßig. Hin und wieder bremsen Baustellen uns etwas aus, aber ansonsten kommen wir flott voran.

Trotzdem kann ich das alles nicht so entspannt genießen, ich bin ein wenig nervös. Liegt heute doch der Höhepunkt unserer Skandinavien-Tour vor uns: die Hardangervidda.

„Höhepunkt“ gleich im doppelten Wortsinn, denn zum einen gilt diese Hochebene landschaftlich als ganz besonders reizvoll, zum anderen ist sie aber aufgrund ihrer Höhe – im Mittel zwischen 1.200 und 1.400 m – mitunter auch problematisch zu befahren. Das mag jetzt nicht besonders spektakulär klingen, doch will man das z.B. mit den Alpen vergleichen, so muss man hierfür die Höhenmeter verdoppeln (wegen der nördlichen Lage), kommt also auf 2.400 bis 2.800 (Alpen-)Meter. Das ist gleich deutlich einschüchternder. Dieses Jahr soll die Hardangervidda zudem Anfang Juni wegen Schneefall noch gesperrt gewesen sein – und ich sitze nun auf meinem Motorrad und hoffe inständig, dass die seither herrschenden Temperaturen ausgereicht haben, um uns die Überquerung zu ermöglichen…

Neuer Tunnel, neue Brücke, neue Straße

Bis Eide fahren wir direkt am Fjord entlang, dann – nach einer kurzen Pause – erreichen wir den ersten imposanten Streckenabschnitt: Den Vallaviktunnelen. 7,5 Kilometer lang führt dieser sehr gut beleuchtete Tunnel quer durch den Berg, so richtig verblüfft sind wir jedoch, als wir – noch im Tunnel, wohlgemerkt – auf einen Kreisverkehr stoßen. Ein Kreisverkehr. Im Tunnel. Wahnsinn! Durch seine bläuliche Beleuchtung wirkt die Mittelsäule noch dazu befremdlich futuristisch, als ob ein Raumschiff mitten im Berg gelandet wäre (siehe Wikipedia-Link).

Wir haben uns noch gar nicht so recht davon erholt, da geht es auch schon weiter: wo früher eine Fähre die Strecke verkürzt hat, überspannt nun – direkt nach dem Tunnel – eine riesige Brücke einen der Seitenarme des Hardangerfjords. Hier wird besonders anschaulich klar, warum teilweise so hohe Mautgebühren verlangt werden (von den anderen – höhö).

Auf neu geteerter Straße geht es nun weiter bis nach Eidfjord, das direkt am östlichsten Arm des Hardanger Fjords liegt. Hier befindet sich die letzte Tankstelle vor der Hardangervidda – worauf man auf dem Weg dorthin durch zig Schilder auch ständig hingewiesen wird.

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77 km keine Tankstelle mehr

In Eidfjord steht die letzte Tankstelle vor der Hardangervidda. Weil viele diese Möglichkeit nutzen, gibt es gerne mal Schlangen an den Zapfsäulen – daher empfiehlt es sich, den Tank ggf. ein paar Ortschaften früher zu füllen. Auf der Hochebene selbst gibt es keine Tankstellen. Die nächste steht erst 77 km weiter östlich, kurz vor Gol – eine Automatentankstelle, die rund um die Uhr funktioniert.

Wir haben noch genug im Tank und fahren daher gleich weiter. Meine Nervosität steigt analog zur Meereshöhe der Straße, welche sich durch einige Serpentinen und eine erkleckliche Anzahl von Tunneln nach oben schraubt. Was wird uns am Ende erwarten? Werden wir ohne Polarausrüstung durchkommen? Oder kläglich erfrieren und irgendwann – wie Ötzi – ausgegraben werden?

Auf der Hardangervidda

Nach dem letzten Tunnel schließlich haben wir sie erreicht, die berühmte Hardangervidda. Und prompt verschlägt es uns die Sprache. Nicht wegen etwaiger Schneemassen, sondern aufgrund der überwältigenden Schönheit dieser Landschaft! Schnee liegt zwar auch, doch nur am Straßenrand. Erfrieren werden wir ebenfalls nicht – Marvins Bordthermometer zeigt selbst am kältesten Punkt der Strecke immer noch 6 Grad Plus an – und der Himmel leuchtet in fast wolkenlosem Blau.

Sofort wird mir klar, dass all meine Sorge vollkommen überflüssig war – und die Nervosität weicht einer ungeheuren Begeisterung. Wir brauchen für die Überquerung der Hardangervidda ziemlich lang. Nicht, weil die Straße schlecht wäre (im Gegenteil, die Straßendecke ist über fast die gesamte Streckenlänge hinweg neu), sondern weil wir alle fünf Minuten am Straßenrand stehenbleiben, uns wie kleine Kinder an der Umgebung freuen und wie wild Fotos knipsen. Sogar einen Steinturm für die Ewigkeit baut Marvin für uns 🙂

Erschöpft, aber in absoluter Hochstimmung, erreichen wir letztendlich doch noch den östlichen Rand der Hochebene. Auf schnurgerader Straße geht es hinunter ins Tal, die Hitzewelle überrollt uns jetzt endgültig und wir geraten kräftig ins Schwitzen.

Bei Mittelmeertemperaturen erreichen wir schließlich am Spätnachmittag unseren heutigen Rastplatz, das Gol Campingsenter. Dieser sehr gut ausgestattete Platz überrascht uns gleich in doppelter Hinsicht: Zum einen ist er sehr günstig (mit 180 NOK – etwas über 20 Euro – und kostenlosem Duschen der billigste Platz bisher in Norwegen), zum anderen hat das angeschlossene Restaurant bezahlbares Essen! Für umgerechnet nicht einmal 10 Euro pro Gericht schlagen wir uns den Bauch voll – und faulenzen anschließend satt, entspannt und glücklich in den warmen Sonnenuntergang hinein …

Routenüberblick

Datum: 1. Juli 2015
Schwierigkeitsgrad: einfach, sämtliche Straßen gut ausgebaut, Straßendecke sehr gut
Dauer: 274 km, ca. 5h reine Fahrzeit – zusätzlich viel Zeit für Fotopausen einrechnen^^
Eindrücke: ein atemberaubend schönes Gebiet – mein Favorit auf unserer Tour

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Bergen hautnah – Ein Tag in Norwegens Regenhauptstadt https://www.in-fremden-gefilden.de/reisen/skandinavien/bergen-hautnah/ https://www.in-fremden-gefilden.de/reisen/skandinavien/bergen-hautnah/#respond Tue, 13 Oct 2015 14:21:30 +0000 https://www.in-fremden-gefilden.de/?p=1576 Nach einer geruhsamen Nacht im fantastischen Lone Camping bei Espeland, in der wir uns gut von den gestrigen Strapazen erholen konnten, läuft der heutige Tag unter einem ganz […]

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Nach einer geruhsamen Nacht im fantastischen Lone Camping bei Espeland, in der wir uns gut von den gestrigen Strapazen erholen konnten, läuft der heutige Tag unter einem ganz anderen Motto: kein weit entferntes Tagesziel, kein Dauerritt im Motorradsattel, sondern nur eines – Bergen. So haben wir den ganzen Tag für eine Stadtbesichtigung von Norwegens “zweiter Hauptstadt” eingeplant – eine Verschnaufpause auf unserer Skandinavien-Reise, auf die wir uns wirklich freuen.

Der Tag beginnt gleich mit einer positiven Überraschung: Schon am frühen Morgen begrüßt uns gleißende Sonne und blauer Himmel. Gibt’s doch gar nicht, schließlich gilt Bergen unter allen Städten Norwegens als absoluter Regenmagnet. Es scheint fast, als wollen uns die Wettergötter für den vorigen Tag eine Entschuldigung zukommen lassen. Na, die nehmen wir doch gerne an!

Zu unserem Glück ist die Fahrt in die Stadt selbst ein Kinderspiel. Einfach die Straße überqueren, an der Bushaltestelle (zusammen mit reichlich anderen Touristen aus unserem Campingplatz) in den nächsten Bus steigen, der ca. alle 30 Minuten abfährt, im südlich gelegenen Nesttun direkt in eine Straßenbahn umsteigen und sich direkt ins Herz von Bergen kutschieren lassen. Alles in allem eine Fahrt von ca 40-50 Minuten mit wenig Stress.

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Günstiger Ticketkauf

Dank eines Tipps des netten Campingplatzpersonals wussten wir, dass man die Bustickets im nahegelegenen Supermarkt deutlich billiger kaufen kann als im Bus selbst. Wer sich also ein paar Kronen sparen möchte, sollte sich vorher am besten nach ähnlichen Kaufmöglichkeiten am jeweiligen Campingplatz umhören!

Ankunft in Bergen

Gleich nach dem Aussteigen an der Station Byparken (letzte Haltestelle der Straßenbahn) finden wir uns direkt neben der Hauptfußgängerzone der Stadt wieder. Dorthin zieht es uns. Der erste Eindruck erinnert skurrilerweise fast eher an die Ramblas in Barcelona als an eine abgelegene Stadt weit im Norden: Eine lange, breite Einkaufsmeile, die sich von einer großen Kirche bis hin zum Hafen in fast gerader Linie zieht – McDonalds inklusive. Neben ein wenig Schaufenstergucken nutzen wir die Straße auch gleich als praktischen Wegweiser und folgen ihr bis zum Meer.

Nun erreichen wir das erste Tageshighlight: den berühmte Fischmarkt von Bergen. Touristenziel Nr. 1 und Fundort der wohl teuersten Krabben, Garnelen und Fischbrötchen, die ich je gesehen habe. Wer noch nie 39 Euro für ein paar Meeresfrüchte mit Salat ausgegeben hat, der hat doch nicht richtig gelebt! Unter leicht befremdlichen, aber auch durchaus interessanten Eindrücken – unter anderem von lebendigen Königskrabben, Marktschreiern und einem erstaunlich hohen Anteil asiatischer Verkäufer – verlassen wir den Markt schließlich mit weiterhin jungfräulichem Geldbeutel in Richtung Norden.

Bergen von oben

Jetzt haben wir die Wahl zwischen mehreren interessanten Stadtzielen. Da wir dem schönen Wetter aber nicht vollständig trauen – Bergen hat immerhin einen Ruf zu verlieren – entschließen wir uns als erstes für einen Trip hoch in die Wolken. Auf geht’s zur Fløibanen, einer Seilbahn, die uns für ca. 10 Euro pro Person hoch auf den anliegenden Berg Fløyen brint. Dank über 300 Meter Höhendifferenz zum Meer und klarer Sicht kann man hier problemlos die ganze Stadt samt umliegender Inseln, Schären und Schiffszufahrten bis zum Atlantik überblicken. Wow! Ein Panorama, wie man es wirklich nur selten im Leben zu sehen bekommt. Erst recht in Anbetracht des sonst so häufig bewölkten Himmels über Bergen.

Direkt hinter der Aussichtsplattform finden sich weitere Restaurants, ein Spielplatz und ein urwüchsiger Wald, der sich herrlich zum Wandern nutzen lässt. Laut einiger Tipps lohnt sich hier ein Ausflug bis zur bekannten Waffel- und Snackstation Brushytten, den wir uns aber lieber für unseren nächsten Bergen-Besuch aufheben.

Nachdem wir die Landschaft genug genossen haben, geht es auf gleichem Weg wieder bergab für eine kleine Mittagspause in die Kaffemisjonen, wo wir den meistprämierten Kaffee der Stadt zusammen mit etwas Kuchen genießen. Natürlich bestelle ich mir in meiner Überheblichkeit spontan einen Macchiato (ohne Latte), der mich als Kaffeelaien hoffnungslos überfordert und sämtliche Geschmacksnerven verbrennt. „Lecker!“ sage ich voller Scham, während Anja ihren Cappuccino ganz ausgezeichnet findet und voller Freude schlürft. Ich will’s ihr gerne glauben, wirklich nachprüfen kann ich es mit tauben Mund ohnehin nicht.

Zwischenstopp in Bryggen

Frisch gestärkt verlassen wir das kleine Café östlich vom Fischmarkt, schlendern ein wenig durch die Stadt und machen uns auf zu Bryggen, der großen Speicherstadt direkt am Hafen, die mittlerweile sogar als UNESCO Weltkulturerbe anerkannt ist. Was von außen wie eine lustige Reihe von direkt miteinander verbundenen Häusern wirkt, verbirgt in den Hinterhöfen und -häusern ein regelrechtes Labyrinth aus Lagerräumen, Fell- und Ledershops und einigen interessanten Statuen. Das Besondere: Man läuft fast immer auf einer Art Holzboden, umzingelt von Holzwänden und dem ein oder anderen Holzdach- bzw. Balken. Dass die ganze Speicherstadt im Laufe ihrer Existenz wohl zwei Mal fast völlig abgebrannt ist, wundert uns da wenig. Wer sich allerdings Zeit nimmt, kann dafür die sehr urige und rustikale Atmosphäre der alten Handelshäuser voll in sich aufsaugen.

Direkt neben Bryggen am Ende des langen Hafenzipfels statten wir schließlich unserem letzten großen Tagesziel einem Besuch ab: der Festung Bergenhus. Für ungefähr 8 Euro pro Person erhält man auf dem (kostenlos zu besichtigenden) Burggelände Eintritt in die fast 800 Jahre alte Håkonshalle (alternativ zu einigen weiteren Festungsabschnitten, die wir aber nicht so spannend finden). Die riesige Halle wurde im Laufe der Jahrhunderte als Austragungsort für zahlreiche Festen und Hochzeiten, aber auch zeitweilig als Kornspeicher genutzt und bietet entsprechend Platz. So viel, dass sich der Vergleich zur großen Halle in Hogwarts förmlich aufdrängt. Einen sprechenden Hut finden wir aber nirgends 😉

Zu unserer Überraschung entdecken wir dafür unter dem eigentlichen Hauptraum noch ein Untergeschoss mit hunderten weiteren Tischen und Stühlen, das im orangenen Schummerlicht eine sehr einladende Stimmung verbreitet. Bei später Stunde sorgt das ganze bestimmt für eine fantastische Feierstimmung – vorausgesetzt man bringt ungefähr 400 Freunde mit.

Sehenswürdigkeiten für den Spätnachmittag

Bald verlassen wir die Festung wieder und taumeln bei langsam eintretender Erschöpfung noch etwas durch die Stadt. So gibt es direkt an der anderen Seite der Hafenbucht ein großes Aquarium, das mit einer der größten Meeresartenvielfalt der Welt aufwartet (uns aber etwas zu teuer ist) und die bereits erwähnte große Kirche am Ende der Einkaufsmeile, bei der man sich einen Besuch mit gefühlten 1000 Treppenstufen erst einmal verdienen muss. Dafür ist der Eintritt dann aber frei und man kann sich beim Bestaunen der beeindruckenden Holzdecke wieder etwas ausruhen.

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Geheimtipp fürs Abendessen

Bei unserer Bergen-Recherche haben wir uns natürlich auch nach Restaurants umgeschaut. Dabei ist vor allem eines herausgestochen: das Naboen. Zentral gelegen soll man hier vom Fisch bis zum Steak, von Deftigem zu Süßem alles bekommen, was das Herz begehrt, sogar gutes Bier. Und das alles zu bezahlbaren Preisen, was für Bergen absolut ungewöhnlich ist.

Der einzige Trick: Man darf sich nicht direkt an den nächstbesten Tisch setzen, sondern muss eine eher unauffällige Treppe suchen, die in den Keller des Restaurants in eine Art Pub führt. Hier ist es nicht nur gemütlicher, sondern Erfahrungsberichten nach auch günstiger als oben.

Wir selbst haben es leider zeitlich nicht in das Naboen geschafft (es öffnet erst gegen Abend), daher am Besten selbst noch einmal recherchieren und schauen, ob sich in dieser Hinsicht etwas geändert hat!

Vor dem Verlassen der Stadt kehren wir schließlich noch in ein Pizzarestaurant (Peppes Pizza) nahe der Straßenbahnhaltestelle ein und gönnen uns unser erstes Abendessen in Norwegen, das nicht aus der Konserve stammt. Endlich! Immerhin befinden wir uns gerade am nördlichsten Punkt unserer Reise – das muss belohnt werden! Leider hält die Feierlaune nicht allzu lange an: Eine einzige Pizza kostet hier gut über 30 Euro. Wir hatten zwar einiges in Punkto Preisen erwartet, das schlägt dem Fass dann aber wirklich die Krone ins Gesicht. Glücklicherweise ist die (jetzt gemeinschaftliche) Pizza verhältnismäßig groß und schmeckt überraschend gut, sodass wir das Restaurant doch noch satt und etwas besänftigt verlassen.

Nach der Rückfahrt mit Straßenbahn und Bus – analog zur Hinfahrt – erreichen wir gegen Abend wieder unseren Campingplatz und verkriechen uns mit müden Füßen und vielen Eindrücken im Gedächtnis recht schnell ins Zelt. Bergen ist wirklich eine absolut sehenswerte Stadt, die sich nicht nur organisch in die norwegische Landschaft einfügt, sondern auch reich an Geschichte und Kultur ist. Wenn es uns noch einmal in diese Gegend verschlagen sollte, besuchen wir sie auf jeden Fall wieder! Morgen geht es nun aber erst einmal weiter über die berüchtigte Hardangervidda, für die eine gesunde Mütze Schlaf wirklich nicht schaden kann.

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Odda bis Bergen – Szenische Route oder Klippenfahrt? https://www.in-fremden-gefilden.de/reisen/skandinavien/von-odda-nach-bergen/ https://www.in-fremden-gefilden.de/reisen/skandinavien/von-odda-nach-bergen/#respond Thu, 24 Sep 2015 15:09:38 +0000 https://www.in-fremden-gefilden.de/?p=1182 Nach einer durchaus erholsamen Übernachtung am schön gelegenen Campingplatz in Odda soll es nun weiter Richtung Norden, über den Hardangerfjord und Jondal, zum Endziel Espeland (bei Bergen) gehen. […]

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Nach einer durchaus erholsamen Übernachtung am schön gelegenen Campingplatz in Odda soll es nun weiter Richtung Norden, über den Hardangerfjord und Jondal, zum Endziel Espeland (bei Bergen) gehen. Trotz unserer allgemeinen Frühaufstehertendenzen sind wir beileibe nicht die ersten, die an diesem Tag wach sind. Kein Wunder, schließlich besteht gefühlt rund die Hälfte des Camps aus Wanderlustigen, die sich schon vor 7 Uhr zur berühmten Trollzunge aufmachen – ein Ausflug, der gerne mal 11 Stunden in Anspruch nimmt – und dabei für eine heitere Aufbruchsstimmung sorgen.

Dieser schließen wir uns gerne an: Hinauf aufs Bike und ab geht die Post über die RV550. Zunächst raus aus Odda Richtung Norden, an die Westküste des südlichen Hardangerfjordzipfels, einer kurvigen Panoramastraße direkt am Wasser (man denke an die Küstenstraße des Gardasees, nur ohne die üppige Hitze). Theoretisch hätte man hier bei Eitrheim auch die Option, durch einen 11km langen Tunnel direkt durch den Berg zu fahren und die Strecke nach Jondal gehörig abzukürzen, was uns aber 1. zu trübsinnig und 2. wie Mogelei vorkommt, daher entscheiden wir uns für die „szenische“ Route. Eine Entscheidung, auf die wir schon bald mit einem lachenden, aber auch mit einem weinenden, nassen und erschöpften Auge zurückblicken.

Ab Utne durch die Hardangerhölle

Denn ab der nördlichen Spitze des südlichen Hardangerfjords finden wir vor allem eines: Regen. Was die Wolken schon den ganzen Morgen angedroht haben, wird für fast den Rest des Tages  traurige Wirklichkeit. Nichtsdestotrotz kämpfen wir uns durch und erhoffen uns von der als Nasjonale Turistveger (und somit als besonders schön) ausgezeichneten Landschaftsroute ein wenig Trost. Aber auch hier haben wir die Reisegötter wohl irgendwie verstimmt: Die Weststraße ab Utne bis Jondal mag bei schönen Wetter angenehm fordernd sein, bei Regen und Nebel ist sie aber geradezu halsbrecherisch. Durchwegs enge, brüchige Straßen, unablässige Höhenunterschiede und unerwartete Klippen bis runter ins Wasser – vorzugsweise hinter engen, brüchigen und steilen Kurven. Auf dem wortwörtlichen Höhepunkt geht es dann noch durch den Wald hoch auf einen glitschigen Berg, wo wir vor Nebel schließlich einander kaum noch sehen können. So haben wir uns unsere entspannte Tagesetappe nicht vorgestellt!

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Hinweis

Typischerweise zeigt das nette Streetview-Panorama oben die Küstenstraße in idyllischem Sonnenlicht. Doch der Schein trügt, vor allem bei Regen. Bester Beweis dafür ist wohl, dass wir nicht die Nerven hatten, anzuhalten und ein paar eigene Fotos zu machen.

Nachdem wir in der höllischen Nebeldimension aber wohl genug Buße für unsere Sünden getan haben, wird die Straße endlich ein wenig breiter und wir finden uns schließlich in Jondal wieder. Hier geht es dann (schon weniger regnerisch) mit der Fähre nach Tørvikbygd weiter, wo wir wiederum den Weg nach Norden einschlagen und nach einiger Anstrengung bei dem Highlight des heutigen Trips ankommen: dem Wasserfall Steinsdalsfossen.

Kurze Verschnaufspause in Steinsdalsfossen

Endlich ist uns das Wetter einmal nützlich: Der ohnehin schon mächtige Wasserstrom, der über 50 Meter in die Tiefe kracht, wird durch den vielen Regen im Laufe des Tages noch einmal verstärkt und zeigt sich daher von seiner bestmöglichen Seite. Umso beeindruckender, wenn man schließlich zu Fuß über einen kleinen Weg hoch und tatsächlich hinter den Wasserfall geht, wo man sich hautnah an den Fluten befindet. Ein unvergessliches Erlebnis! Den prototypischen Schatz hinter dem Wasserfall finden wir aber leider nicht.

Am Fuß der Klippe gibt es dann praktischerweise noch ein Café mit Souvenirshop, in dem wir uns mit Waffeln und einer heißen Schokolade für den restlichen Weg stärken (der dann aber gar nicht mehr so anstrengend wird).

Hohe Tannen weisen die Berge

Auf der weiteren Strecke nach Westen fahren wir auf gut ausgebauten, spärlich befahrenen und gottseidank trockeneren Straßen durch landschaftlich sehr ansprechende Täler, Tunnel und Gebirgsketten, die einen ganz eigenen Charme haben und die durch dicht stehende Bäume, Seen und schneebedeckte Gipfel ein wenig an Alaska erinnern. Für mich die mit Abstand die schönste und erholsamste Streckenetappe des Tages.

Nachdem es von den hochgelegenen Gebieten wieder näher an den Meeresspiegel hinabgeht, führt uns die Straße weiter durch einige Täler, in denen es zu unserer Freude auch deutlich wärmer, ja sogar teilweise richtig sonnig wird. Eine Weile später kommen wir schließlich am frühen Nachmittag bei unserem heutigen Campingplatz Lone Camping in Espeland an und können uns – nach einer Einkaufsrunde im nahegelegenen Supermarkt – ausruhen und auf die morgige Besichtigung von Bergen freuen.

Routenüberblick

Datum: 29. Juni 2015
Schwierigkeitsgrad: mitunter kniffelig – besonders bei schlechtem Wetter
Dauer: 157 km, 3h 22min
Eindrücke: Bei Sonnenschein vermutlich schön, sonst anstrengend. In jedem Fall abwechslungsreich.

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Von Sandnes nach Odda – Kaleidoskop der Eindrücke https://www.in-fremden-gefilden.de/reisen/skandinavien/von-sandnes-nach-odda/ https://www.in-fremden-gefilden.de/reisen/skandinavien/von-sandnes-nach-odda/#respond Sun, 20 Sep 2015 07:27:23 +0000 https://www.in-fremden-gefilden.de/?p=1159 Der heutige Morgen begrüßt uns mit Wolken, aber ohne Regen. Trotz (oder wegen?) unserer ständigen misstrauischen Blicke nach oben wird es auch den ganzen Tag dabei bleiben: mal […]

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Der heutige Morgen begrüßt uns mit Wolken, aber ohne Regen. Trotz (oder wegen?) unserer ständigen misstrauischen Blicke nach oben wird es auch den ganzen Tag dabei bleiben: mal eine dickere, mal eine dünnere Wolkenschicht, aber zum Glück trocken. Leider aber auch recht kühl. Wo ist die versprochene Hitzewelle?

Nun, wir haben keine Zeit, ihre Ankunft abzuwarten, packen unsere klammen Sachen und machen uns nach einem wärmenden Frühstück (ein Hoch auf den Instant-Kaffee im Thermobecher 🙂 ) auf den Weg. Die heutige Route soll uns über ein, zwei Bergpässe sowie ein, zwei Fjorde bis nach Odda am Hardangerfjord bringen.

Hügel, Fjorde – und Tankstellenessen

Heute bleiben wir auf der Straße Nr. 13 und bereits wenige Kilometer hinter Sandnes, bei Høle, überqueren wir das erste Mal einen Fjord mit der Fähre. Ehrfürchtig stehen wir am Bug (warum wir ganz vorne parken können, lest ihr hier), blicken über das Wasser und finden, dass das ein ganz besonderer Moment (und Anblick) ist.

Was Norwegen so aufregend macht, ist die unglaubliche Vielfalt und der schnelle Wechsel der unterschiedlichsten Szenerien. Gerade heute erleben wir besonders viele davon: Führt der Weg bis zu dieser ersten Fähre noch über sanfte Hügel, die einen ein bisschen an das Voralpenland erinnern, so schlängelt sich die Straße auf der anderen Seite direkt am grandiosen Lysefjord entlang (einer der schönsten Fjorde, wie wir finden), dann wiederum gelangt man ans offene Meer und fühlt sich – von den Schären einmal abgesehen – fast ein bisschen wie an der Küste Italiens. Die Sonne, die sich an diesem Fahrabschnitt häufiger mal blicken lässt und zunehmend milde Wärme bringt, verstärkt diesen Eindruck noch. Ich atme tief durch und genieße das Gefühl, im Urlaub zu sein.

Gegen Mittag – zwischen Jørpeland und Tau – machen wir eine kurze Rast an einer Tankstelle und stellen fest, dass man hier nicht nur den Tank, sondern auch den Magen füllen kann.

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Essen an Tankstellen

Für verhältnismäßig wenig Geld (um die 40 – 50 NOK, ca. 5 – 6 Euro) bekommt man an größeren Tankstellen eine Auswahl von heißen Sandwiches oder Hotdogs mit allen möglichen Toppings, die als Mittagssnack ideal sind. Fortan kehren wir häufiger mal an einer Tankstelle ein, wenn uns der schnelle Hunger plagt.

Es geht in die Höh‘

Zwischen Tau und Hjelmeland, wo die zweite Fjordüberquerung auf uns wartet, bleiben wir nahezu auf Meeresniveau, doch danach – ungefähr ab Sand – geht es zunehmend in die Höhe. Die Landschaft erinnert immer stärker an die Alpen, auf einigen Berggipfeln in der Ferne blitzen Schneefelder und es wird wieder merklich kälter. Die Straße ist von guter Qualität und abwechslungsreich, der Verkehr mäßig. Auch hier gibt es eine deutlich schnellere Route für diejenigen, die nur von A nach B kommen wollen. Nur die Tunnel beginnen zu nerven. Gerade an den schönsten Streckenabschnitten, insbesondere entlang der vielen Seen, reiht sich ein dunkles Loch ans nächste. Und ich meine „dunkles Loch“, denn viele der Tunnel sind nicht beleuchtet, weshalb ich sehr dankbar darüber bin, heute keine Sonnenbrille aufzuhaben. Auch so habe ich manchmal für Sekundenbruchteile das Gefühl, in eine schwarze Wand gefahren zu sein, ehe sich meine Augen an das Dunkel gewöhnt haben. Das läßt uns natürlich entsprechend langsam fahren – zumal mir plötzlich die Erzählungen meiner Eltern wieder in den Sinn kommen (diese waren vor Jahrzehnten schon einmal in dieser Gegend hier), in denen von Ziegen und Schafen in Tunneleingängen die Rede war …

Nun, die Norweger werden die teuren Tunnel nicht ohne Grund gebaut haben, sage ich mir. Eine andere Straßenführung ist wohl schlicht nicht möglich. Trotzdem tröstet mich das nicht darüber hinweg, dass ich auf den kurzen Streckenabschnitten dazwischen leider nur wenig Landschaft zu sehen bekomme. Immerhin auch keine Ziegen und Schafe, was mich wiederum ein wenig beruhigt.

Eine 800-jährige Stabkirche und ein Zwillingswasserfall

Wir machen einen kleinen Abstecher nach Røldal und besuchen die 800 Jahre alte Stabkirche. Unbedingt empfehlenswert! Der Eintritt ist zwar nicht gerade billig (40 NOK pro Person), doch die Atmosphäre in diesem uralten Holzbau ist schon bemerkenswert. Die hochalpin und etwas einsam wirkende Umgebung trägt darüber hinaus dazu bei, dass man sich um Jahrhunderte in der Zeit zurückversetzt vorkommt.

Allerdings macht sich bei mir schon die Erschöpfung bemerkbar, so dass ich nicht unglücklich darüber bin, als sich nun die Straße Nr. 13 für ein paar Kilometer mit der Schnellstraße E 134 vereinigt. Zusammen mit vielen anderen Fahrzeugen fahren wir flott am Røldaler Skigebiet vorbei, wo, wie wir später erfahren, noch bis Ende Mai Betrieb herrschte – erstaunlich lang. Dann düsen wir (wie soll es anders sein) in einen sehr langen, aber wenigstens gut beleuchteten Tunnel und können es kaum glauben, als am anderen Ende in den kleinen Seen neben der Straße noch Eisschollen schwimmen! Ehe wir das richtig realisieren können, geht es schon wieder in den nächsten Tunnel (seufz), der uns schnell nach unten und zurück in etwas wärmere Lagen führt.

Bald biegt die Schnellstraße zusammen mit einem Großteil der Fahrzeuge nach Westen ab, wir bleiben auf der Nr. 13 Richtung Norden und erreichen nach wenigen Minuten das letzte der heute auf der Strecke liegenden Naturwunder: den Zwillingswasserfall Låtefossen. Unübersehbar – auch weil die Umgebung hier komplett nass ist – liegt er rechts direkt neben der Straße. Etwas übersättigt von den unzähligen Eindrücken machen wir nur kurz Halt, knipsen ein wenig, und erreichen schließlich eine Viertelstunde später unseren für heute auserkorenen Rastplatz, den Campingplatz bei Odda. Auch dieser liegt – kaum überraschend 🙂 – grandios: direkt am Ufer des Sandvevatnet, im Osten der Rand der Hardangervidda, im Westen der Gletscher Folgevonna.

Doch so recht kann ich das heute nicht mehr würdigen, dafür bin ich zu müde. Ich wünsche mir nur noch eine heiße Dusche, ein sättigendes Abendessen und Ausruhen auf meiner gemütlichen Isomatte – und genauso kommt es auch :-).

Routenüberblick

Datum: 28. Juni 2015
Schwierigkeitsgrad: einfach, aber in der zweiten Hälfte sehr viele Tunnel
Dauer: 256 km, 5h 20min, 2 Fähren – man braucht lange, aber die (erzwungenen) Pausen lassen es nie zu anstrengend werden
Eindrücke: atemberaubend vielseitig, fast mehr, als man verarbeiten kann

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